Karl Heinz Ruth

 

Frauenarbeit in den Gruben in Dudweiler

 

Bergbauberechtigung an der Saar

 

Die Bergbauberechtigung war nach gemeinem deutschen Recht in allen Teilen des Landes an der Saar, mit Ausnahme des zu Lothringen gehörenden Teils, dem Landesherren vom deutschen Kaiser verliehen worden. Bei jedem Regierungswechsel mußte die Berechtigung neu erwirkt, also nachgewiesen werden.

Die Steinkohle galt an der Saar schon sehr früh zum Bergregal gehörend, obwohl sie nach gemeinem deutschen Bergrecht nicht dazu gehörte. Im Schöffen-Weistum von Neumünster bei Ottweiler wurden 1429 die " ... steynekolen oder anders wie oder was man fondt nennen mag, das der eyner herschafft von Sarbrucken sy und ihr mit recht zugehore", bezeichnet.1

Der Landesherr ließ seine Untertanen die Kohlen graben, wenn sie zuvor um die Graberlaubnis nachsuchten. Die Kohlengräber der Gemeinden Dudweiler und Sulzbach, den Hauptgewinnungs­punkten der Steinkohle an der Saar zur damaligen Zeit, mußten sich wie alle anderen Gewerbetreibenden im Land, zunftmäßig 2 zusammenschließen. Als die Streitigkeiten der Kohlengräber un­tereinander größere Dimensionen annahmen, erließ Graf Philipp von Nassau-Saarbrücken 1586 für sie eine zweite Ordnung. We­der die erste noch die zweite Ordnung sind im Original oder in einer Kopie erhalten geblieben. Über die erste Ordnung ist heute überhaupt nichts bekannt.

Erst als am 12.4.1684 die „Zunftgenossen Dutweyler und Sultz­bacher Kohlgruben, neulich nachgesucht weil das versiegelt Ori­ginal dieses Zunft-Briefes Ihnen aus handten kommen, daß man auß dem Concept Ihnen gleichlautende Copey mitteilen wolle, ...", also eine Kopie der Ordnung von 1586 erhielten, wird die als Ord­nung bezeichnete Zusammenfassung der 10 Punkte zur Beendi­gung der bestehenden und zur Vermeidung weiterer Streitigkeiten als Zunftbrief "der Zunftgenossen Dutweyler und Sultzbacher Kohlgruben" bezeichnet.3

 

Wie sah eine Grube zur damaligen Zeit aus?

 

Der Kohlengräber grub seine Grube, ein Kohlenloch nur, so tief und so breit in ein zutage ausgehendes Steinkohlenflöz, bis sie zusammenfiel oder voll Wasser lief. Denn er kannte zur damaligen Zeit weder ein Ausbauen der ausgekohlten Hohlräume, noch hatte er schon Pumpen zum Wegpumpen der zufließenden Wasser. War die Grube zugefallen, grub er in unmittelbarer Nähe eine neue Grube. Einen besonderen Namen für diese Abbauart der Stein­kohle wird der damalige Kohlengräber wohl nicht geprägt haben.

 

Christian Friedrich Habel, fürstlich nassau-usingischer Hofkam­merrat, der die Gruben in Dudweiler befahren hatte, schrieb 1784 über die Kohlengewinnung an der Saar: „ ... Die ehemaligen Unter­thanen dieser Gegend, die noch nichts vom Bergamte wußten, keine bergmännische Regeln kannten, nur auf ihre Zeit dachten, und der Vorsicht die Zukunft überließen, setzten vorzüglich auf diesem Flötz ein, und arbeiteten so lange darin, als es die Wetter, Wasser, Länge und Bequemlichkeit der Förderstrecken, und die von allzugroßen Weitungen und zu schwachen Kohlenmitteln, her­rührende Brüche verstatteten. Sie blieben also meistens auf der Oberfläche mit einer Art Gewühl stehen, welches auch bis zur preißwürdigen Regierung Wilhelm Henrichs fortdauerte, der nach einer gewissen Vergütung und Vorzug der besitzenden Untertha­nen auch dieses Kohlenflötz zu dem Bergregal zog, und die Koh­lengruben regelmäßig oder bergmännisch betrieben ließ....,,“4 (Fürst Wilhelm Heinrich schrieb seinen Namen selbst als Wilhelm Henrich.)

 

Chronisten in späterer Zeit nannten die erste Abbauart "Planlose Gräberei am Ausgehenden der Flöze" oder auch "regellose Wüh­lerei".5 In anderen Bergbaurevieren nannte man die Gewinnung von Bodenschätzen am Ausgehenden "Pingenbau".

Grubengült

 

Für die Erlaubnis, die Kohlen zu graben, bezahlten die Betreiber dem Landesherrn die Grubengült6; das konnte ein fester Betrag je gefördertes Fuder Kohlen (1 Fuder = 30 Zentner) oder der 6. bis 10. Wagen der Förderung in natura sein.7Zu diesem Zeitpunkt regierte in Nassau-Saarbrücken die Witwe des Fürsten Wilhelm Heinrich von Nassau-Usingen, der am 14. Februar 1718, 21 Tage vor der Geburt seines Sohnes Wilhelm Heinrich, gestorben war. Die Fürstin wurde in den Akten "Von Gottes Gnaden Wir Charlotta Amalia, Verwittibt-und geborene Fürstin zu Naßau, Gräfin zu Saar­brücken, Saarwerden, Catzenelnbogen, Vianden und Dietz, Frau zu Lahr, Wißbaden, Itzstein und Bey1string. Vormünderin und Re­gentin" genannt. Sie regierte das Land an der Saar bis zu ihrem Tod am 11.10.1738. Danach regierte Karl von Nassau-Usingen für seinen Bruder, Wilhelm Heinrich von Nassau-Saarbrücken, bis dieser am 1.3.1741 für volljährig erklärt die Regierung selbst übernehmen konnte.

 

Frauen im Steinkohlenbergbau an der Saar

 

Haben in früheren Zeiten im Steinkohlenbergbau an der Saar auch Frauen unter Tage gearbeitet? Es ist über die Arbeit der Kohlengräber, so nannte man die frühen Steinkohlenbergleute an der Saar, nicht viel festgehalten worden oder nicht viel erhalten ge­blieben. Über Frauenarbeit in den Gruben an der Saar wurde bis nichts schriftlich Festgehaltenes gefunden.8

Aus anderen Bergbaurevieren liegen viele Nachrichten über die Frauenarbeit im Über-und auch im Untertagebereich vor.9

 

Frauen als Mitbetreiberinnen von Gruben

 

In der Akte Nr. 2.550 des Bestandes Nassau-Saarbrücken wurden am 28.7.1730 alle Betreiber der einzelnen Gruben namentlich aufgeführt, hierunter waren auch zwei Frauen als Betreiberinnen bzw. Mitbetreiberinnen von Gruben im Bereich der Gemeinde Dudweiler10

 

"Den 28ten July 1730 sind die Kohlgruben zu Duttweiler specificirt worden....

1. Eich Hummes haben 6 Unterthanen ... Hans Nicol Großen Wittib;

2. Lang Grub haben 9 ... Hans Nicol Großen Wittib 1/2;

5. Weißhansen Grube … Schmeltzers Wittib;

6. Die Bernhards Grube … Hans Nicol Großen Wittib;

 

Außer dem Bann (in Sulzbach) sind

2. am hintersten Kohlberg …Schmeltzers Wittib."

 

Angaben zu den Witwen

 

Leider war es in früheren Zeiten üblich, nur die Namen der Männer festzuhalten, so daß es heute sehr schwer ist, die Namen der

Zugehörigen Frauen ausfindig zu machen. Nach den Kirchen­büchern der evangelischen Gemeinde Dudweiler hieß der verstor­bene Mann der hier angegebenen Witwe Schmeltzer, Hans Adam, war um 1665 in Saarwellingen geboren, Ackerer von Beruf und am 12.7.1713 gestorben. Die Witwe Schmeltzer hieß Maria Margaretha, geb Maul, war 167111, nach Jüngst12 um 1669, geboren und starb 1751. Sie hatten am 16.4.1689 in Dudweiler geheiratet. Das Ehepaar Schmelzer (im evangelischen Kirchen­buch Dudweiler so geschrieben) hatte nach Heidelinde Jüngst-Kipper und Karl vierzehn Kinder, wovon die ersten drei im katholischen Kirchenbuch St. Johann, die anderen elf im evangelischen Kirchenbuch Dudweiler beurkundet sind.13

Bei der zweiten hier aufgeführten "Wittib" handelte es sich um Susanne Catharina Lück, geboren am 29.12.1683 in Bischmisheim, die den am 3.2.1686 geborenen Hans Nicol Groß am 3.2.1710 geheiratet hatte. Die Ehe blieb kinderlos. Nach dem Tod ihres Mannes am 31.10.1729 heiratete sie am 10.4.1731 ein zweites Mal, Hermann Miltau. Sie starb am 6.2.1733 in Dudweiler.

 

Mitbesitz an Kohlengruben

 

Heidelinde Jüngst-Kipper und Karl Ludwig Jüngst erwähnen in ihrem schon Buch noch zwei Frauen in Dudweiler (eine Frau und ein Mädchen) als Mitbesitzerinnen von Kohlengruben, allerdings in wesentlich früherer Zeit.14 Die erste Frau, Catharina Schneider erhielt von der Mutter eine halbe Kohlengrube. „...alß das der einen Schwester Catharina zum Voraus die halbe Kolgrub am Dudweiler Kolwald, so dann ein grobstOck im Stein Metzen Garten das Pfulstück genannt vermög obengelegter Vermächniß allein zustehen und gebühren, Undt nichts desto weniger in der andern halben Kolgrube, wie auch am Hauß, Hofgering, Gärte, Wießen, Vieh, .?.. und dem geschwißtig zu gleichen Theill gehen solle ..." Festgehalten am Freitag, den 13.9.1616.15

Das Mädchen hieß Anna Christina Keller, erbte von den Großel­tern, Nickel Keller, von 1586 - 1601 Meier16 in Dudweiler und des­sen Ehefrau Germeth, nach dem Tod des Vaters Stephan Keller am 20.10.1610: "..des Pflegekinds Angebührendtheil an der Kohlgrube, Grünwachs, Gärten und Felder, samt Rothbüchen,..“17

 

Frauenarbeit in den Steinkohlegruben in Dudweiler

 

Wie die Frauen zu den Anteilen kamen und wieviel ein Anteil der einen oder Grube in Geld wert war, ist aus der Akte nicht zu ersehen.18 Meist wurden die Anteile von den Eltern geerbt oder könnten, wie der Zusatz Wittib beim Namen der Frauen auch beim Tod des Ehemannes übernommen worden sein. Ob die Frauen ihre Grube selbst bear­beiteten und ausbeuteten, oder durch Männer, vielleicht die eige­nen Söhne oder die Schwiegersöhne; die Kohlen graben ließen, ist nirgendwo festgehalten; könnte aber auch nur bei einer der beiden Frauen zutreffen.

Nach den Eintragungen im katholischen Kirchenbuch SI. Johann fehlen vom dritten Kind der Mitbesitzerin Maria Magdalena Schmelzer, dem ersten Sohn, Johann Mathias, 1692 geboren, wei­tere Angaben.19

Der 1693 geborene zweite Sohn, Johann Sybert, der schon im Alter von 17 Jahren und 15 Tagen, noch vor dem Vater, starb, könnte dem Vater in der Grube geholfen haben.20

Das achte Kind, wieder ein Junge, der 1701 geborene Johann Valentin, starb schon im Dezember 1703.

Erst das zehnte Kind, der 1704 geborene Johann Mathias, könnte der Mutter in der Grube geholfen oder wenigstens eine gewisse Zeit lang für sie die Kohlen gegraben haben. Er starb 1758 in Schwalbach, 54 Jahre alt und Steiger von Beruf.

Über das elfte Kind, Hanns Adam, ist leider nur das Geburtsdatum im Jahre 1706 im Kirchenbuch festgehalten.

Vom dreizehnten Kind, Johann Nikolaus, 1711 geboren und 1725 konfirmiert, fehlen weitere Daten.

Das vierzehnte Kind, Johann Peter, 1713 geboren, starb 1774; er war Ackerer von Beruf gewesen. Er könnte für die Mutter in der Grube gearbeitet haben. Auch die Schwiegersöhne könnten für die Schwiegermutter in der Grube gearbeitet haben.

 

Da die zweite hier erwähnte "Wittib", Susanne Catharina Groß, keine Kinder hatte, erübrigen sich die Spekulationen, wer für diese Frau gearbeitet haben könnte.

 

Der Zusatz "Wittib" = Witwe bei den Betreiberinnen sagt aus, daß die Frauen allein für das leibliche Wohl der Familien verantwortlich waren. Da keine näheren schriftlichen Nachrichten zu den erwähnten Be­ständerinnen überliefert sind, ergibt sich die Frage: Haben Frauen in den Steinkohlengruben in Dudweiler bei der Kohlengewinnung oder beim Kohlentransport in den Stollen aktiv gearbeitet? Aus anderen Bergbaurevieren und anderen Ländern sind viele Bei­spiele hierüber bekannt.

Es ist durchaus möglich, daß die eine oder andere Frau, ob nun selbst Mitbetreiberin oder Ehefrau eines Grubenbetreibers, oder aber auch die Töchter der Grubenbetreiber bzw. der Gruben­betreiberin, aktiv in der Grube mitarbeiteten, weil sie schon allein von der Armut her, arbeiten mußten, um wenigstens ein armseliges Leben fristen zu können.

An Hand der bekannten Akten ist es unmöglich, die Frage nach der aktiven Arbeit von Frauen in den Steinkohlengruben an der Saar eindeutig mit Ja oder mit Nein zu beantworten.

 

Eine Frau Mitbeständerin einer Erzgrube

 

Fürst Wilhelm Heinrich von Nassau-Saarbrücken vergab am 18. Januar 1746 die Konzession zum Erzgraben an acht Interessen­ten, darunter auch eine Frau, Regina Christina Hoffmann.21"... , daß Sie das Neu erfundene Bergwerk bei der Allaun Hütte aufzu­machen, und indem bereits etwas geringes darinnen befunden worden, auch das darinnen sich fernerorts ergebene Ertz aufzu­suchen ...

1) Soll Ihnen und künftigen Ihren Mitgewerken das obgemeldete Bergwerk /: worunter jedoch keine Stein Kohlen mitbegriffen :/ mit allen zugehörigen Gängen, .. .',22

Ob diese acht Beständer das Erz selbst suchten, besonders Re­gina Christina Hoffmann, ist nicht bekannt, kann aber auch, wie bei den Beständerinnen der Steinkohlengruben, nicht mit Be­stimmtheit verneint werden, denn zur damaligen Zeit war dies nicht unüblich.

Damals konnte man aber auch, ohne besondere behördliche Ge­nehmigung oder Benachrichtigung, andere für sich in der Grube arbeiten lassen, wie es unter dem schon angesagten Punkt 1 in der gleichen Akte hieß: " ... selbst oder durch ihre dazu bestellende Arbeiter aufsuchen und benutzen, die dazu benötigte Arbeiter und Berg Verständige Leuthe selbst annehmen und bestellen, ..."

 

Übernahme der Gruben in staatliche Verwaltung

 

Fürst Wilhelm Heinrich von Nassau-Saarbrücken zog 1751 alle in seinem Herrschaftsgebiet gelegenen Gruben ein. Die bisherigen Betreiber wurden über ihre Berechtigung zum Kohlengraben ver­nommen und ihnen eröffnet, "daß Hochfürstliche Durchlaucht ge­sonnen seien, die Steinkohlengruben einzuziehen und aus beson­deren Bewegursachen bergmännisch administrieren zu lassen, anbey aber doch gnädigst entschlossen sind, denen Kohlengräber ihre beweislich angewandte Kösten nach der Billigkeit ersetzen zu  lassen." Der Fürst versprach den bisherigen Grubenbetreibern, daß er die Kosten für das Anlegen neuer oder das Aufwältigen alter Gruben tragen würde. Ebenso würde er die notwendigen "Berg-Officianten" selbst bezahlen.23

Viele der bisherigen Betreiber waren einverstanden, in "ihren frü­heren Gruben" in Zukunft die Kohlen zur "Halbschied" zu gewin­nen. (Halbschied = die Hälfte der geförderten Kohlen erhielt der Fürst, dafür lieferte er das in den Gruben benötigte Holz kostenlos.) In den Akten ist aber nicht festgehalten, welcher Betreiber und so auch welche Betreiberin zur Halbschied arbeitete.

Am 5.2.1753 schloß der Fürst mit der Gesellschaft "Gene­ral-Ferme" in Paris einen Vertrag zur Ausbeutung der Kohlengru­ben.24

Fürst Wilhelm Heinrich verbot am 27.11.1754, bei Andro­hung einer hohen Strafe, jede Kohlengewinnung durch Private in seinem Land.25

Nach Anton Haßlacher liegen über die Gruben an der Saar aus der Zeit von 1751 bis 1757 keinerlei Nachrichten vor. Anton Haß­lacher schreibt weiter, daß der Fürst die Gruben irgendwann nach 1757 in eigene Regie übernommen haben mußte, wie aus einem Handschreiben des Fürsten vom 1.12.1759 hervorging.26

In keiner bekannten Akte ist irgenwo oder irgendwann eine Frau als Kohlengräberin auf einer Grube in Dudweiler und darüber hinaus auch nicht auf einer anderen Grube an der Saar erwähnt, so muß man annehmen, daß nach dem Einzug der Gruben durch den Fürsten keine Frau in der Folgezeit direkt etwas mit den Gruben zu tun hatte.

Auch in den Akten der ab 1815 den Bergbau an der Saar führenden preußischen Verwaltung wurde nie von Frauen in den Gruben in Dudweiler geschrieben.

Frau Grubendirektorin

 

Einzige in den Akten und der Literatur erwähnte Frau im Bergbau an der Saar war Frau Wittib Heintz. So ungewöhnlich wie die Frauenarbeit heute erscheint, war sie vor 200 oder 300 Jahren aber nicht, wie die Nachricht der einmaligen Karriere dieser Frau im Grubenbetrieb an der Saar beweist.

An der Saar war "Frau Wittib Heintz" , geborene Hild, von 1790 bis 1816, also 26 Jahre lang, Direktorin27der Steinkohlengrube Rußhütte, 30 Jahre Verwalterin der Niederlage Kohlwaage und vier Jahre noch Verwalterin der Salzniederlage.28Nach der Schilde­rung von Erich Wenderoth in "Die Kohlwaage" war sie die einzige Frau, die je Direktorin einer Steinkohlengrube in Preußen und da­neben noch Verwalterin einer Kohlenniederlage und einer Salz­niederlage war.29

Nach Erich Wenderoth wurde Johann Jakob Heintz 1787 zum Ver­walter der Rußhütter Gruben und der Niederlage Kohlwaage er­nannt. Kurze Zeit später erkrankte er schwer; seine Frau Catharina Margarethe tat nun seinen Dienst und muß es so gut gemacht haben, daß Fürst Ludwig von Nassau-Saarbrücken sie 1790 in die Dienststeilung ihres Mannes offiziell einsetzte.

Frau Heintz erhielt 1793, nach der Besetzung von Nassau-Saar­brücken durch französische Truppen, zunächst die Bestätigung ihrer Stellung in der Bergverwaltung durch den französischen Staat, dann durch die Compagnie Equer nach der Verpachtung der Gruben an der Saar an die Gesellschaft im Jahre 1797.

Nach dem Tod ihres Mannes im März 1801 ernannte sie der Ge­neraldirektor der Gesellschaft zur Direktorin der Steinkohlengrube Rußhütte und zur Verwalterin der Niederlage Kohlwaage. Als der französische Staat 1808 die Gruben wieder übernahm, wurde sie als Oberschichtmeisterin (Directeur particulier) angestellt.

Erich Wenderoth berichtete über die Oberschichtmeisterin Frau Heintz in der preußischen Verwaltungszeit weiter: "Nachdem vom

1.7.1816 ab mit der Kohlenniederlage auch noch eine Salz-Nie­derlage (Salzfactorei) verbunden worden war, wurde die Oberschichtmeisterin Heintz vom Königlichen Oberbergamt zu Bonn mit der provisorischen Verwaltung beider Niederlagen beauftragt. Lange sollte sich indessen Frau Heintz ihrer verschiedenen Ämter nicht erfreuen. Schon am 2. Juli 1816 erklärte es der Geheime Oberbergrat Graf von Beust in Bonn 'mit den Dienst-Einrichtungen und den übrigen Umständen nicht vereinbar', daß die p. Heintz die bisher bekleidete Stelle eines Oberschichtmeisters ferner be­halte.... Das Schatzministerium zu Berlin entschied 'es sei verfas­sungswidrig, daß ein Kassenposten von einer Frau verwaltet wer­de' “.

 

Gesetzliche Einschränkung der Frauenarbeit

 

Am 9.2.1827 erließ das königliche Oberbergamt zu Bonn eine Verordnung, die die Frauenarbeit unter Tag verbieten sollte:

"Nach Einsicht des Bergpolizei-Decrets vom 3ten Januar 1813. Tit. IV. Sect. 2, welches offenbar voraussetzt, daß bei dem Betrieb der Bergwerke, sowohl unter als über Tage, nur männliche Arbeiter gebraucht werden;

In Erwägung, daß die meisten bei dem Betriebe der Gruben vor­kommenden Arbeiten dem weiblichen Geschlechte nicht ange­messen sind; daß gleichwohl die Grubenbesitzer einen Vortheil dabei finden, verschiedene Arbeiten durch Frauenspersonen ver­richten zu lassen, aber nicht allgemein die Gränze wahrnehmen, welche polizeiliche Sicherheit und Schicklichkeit bezeichnen, und dadurch bereits Unglücksfälle herbeigeführt worden sind, verord­net das unterzeichnete Ober-Berg-Amt wie folgt:

 

Art. 1.          Frauenspersonen sollen von allen Grubenarbeiten in Schächten, Stollen und Strecken entfernt bleiben.

 

Art. 2:          Ueber Tage können Frauenspersonen nur in Arbeit genommen werden auf Halden, in den Erz-, Kohlen- und Materialien-Magazi­nen, bei den Erzwäschen; keineswegs aber bei der Förderung, oder bei irgend einer Art von Gruben- oder Aufbereitungs-Maschi­ne, vom Haspel bis zur Dampfmaschine ....,,30

 

Diese Verordnung galt neben dem Bergamtsbezirk Saarbrücken auch für den Bergamtsbezirk Düren. Sie gibt der Spekulation, ob nicht doch Frauen in den Gruben an der Saar und so auch in Dudweiler gearbeitet haben, neue Nahrung. Denn, wenn in Preußen nie Frauen unter Tage gearbeitet hätten, brauchte man die Frauenarbeit auch nicht eines Tages zu verbieten.

 

Frauen auf den Gruben während des Krieges 1870/71

 

Nach der Akte Nr. 2.022 waren im Krieg 1870/71 Frauen auf den Gruben an der Saar beschäftigt. Leider sind die Zahlen nicht nach den einzelnen Gruben aufgeführt. Ende Dezember 1870 arbeite­ten neun Frauen auf den königlichen Gruben an der Saar.31Im August 1873 wurden letztmals neun Frauen zur Arbeit auf den Gruben angenommen, so daß Ende August 1873 insgesamt 23 Frauen beschäftigt waren. Ab 1873 verringerte sich die Zahl der auf den Gruben beschäftigten Frauen ständig, bis im Oktober 1874 die letzten fünf Arbeiterinnen entlassen wurden.32

Nach den offiziellen Statistiken der preußischen Grubenverwal­tung hatten vorher, bis zum Zeitpunkt des Krieges 1870/71, keine Frauen auf den Gruben an der Saar gearbeitet.

 

Frauen auf den Gruben während des 1. Weltkrieges

 

Im ersten Weltkrieg waren auf den Gruben an der Saar viele Frau­en beschäftigt, da über 60 % der Bergleute und Übertagearbeiter als Soldaten an den Fronten standen.33 Von den ersten sechs Frauen arbeiteten im Juli 1916 vier auf der Grube Sulzbach und zwei auf der Grube Heinitz.34 Im August 1916 wurden auf der Grube Dudweiler neun und auf der Grube Jägersfreude 15 Frauen zur Arbeit angenommen.35 Auf der Grube Camphausen wurden erst im Oktober 1916 die ersten Frauen, 45 an der Zahl, beschäftigt.36Diese Zahlen schwankten in den nächsten Jahren je nach Grube und Monat. Im Monat Ok­tober 1917 arbeiteten 103 Frauen auf der Grube Dudweiler.37Auf der Grube Jägersfreude waren es 67 Frauen im Februar 1918 und auf der Grube Camphausen arbeiteten in den Monaten März, April und Mai 1917 jeweils 79 Frauen.38

Im Jahresbericht über die Betriebsverwaltung der königlichen Saarbrücker Steinkohlenbergwerke im Rechnungsjahr 1917 heißt es: "Der Mangel an männlichen Arbeitern veranlaßte die weitere Einstellung von weiblichen Arbeitern in den dazu geeigneten Be­trieben über Tage.,,39 Ende August 1917 war mit 1.287 Frauen auf allen Saargruben zusammen die größte Anzahl erreicht.40In An­lage 12 zum Jahresbericht 1918 hieß es: "Jede dieser Frauen verfuhr im Durchschnitt 312 Schichten im Jahr 1918."

Ab März 1918 nahm die Zahl der beschäftigten Frauen auf allen Gruben ab. Auf der Grube Camphausen war die letzte Arbeiterin im Januar 1919 entlassen worden.41 Dagegen arbeiteten im Sep­tember 1919 noch sechs Frauen auf der Grube Dudweiler und eine Frau auf der Grube Jägersfreude.42Wann diese Frauen ent­lassen wurden, ist nicht aus der angegebenen Akte zu ersehen, denn diese endete mit dem September 1919.

Bedingt durch den großen Mangel an Arbeitskräften in allen Indu­strien hatte der Reichskanzler schon im August 1914 die Bestimmungen gelockert, die den Einsatz von jugendlichen und weibli­chen Arbeitskräften vorher einschränkten. Später wurde auch die Beschäftigung von Frauen auf den Gruben erlaubt.

In dem schon angegebenen Saarbrücker Bergmannskalender 1919 wurden auch die Arbeiten aufgezählt, die diese Frauen aus­führten.

Auf Seite 45 heißt es: "In den Lampenkauen reinigen sie die Gruben­lampen und setzen sie wieder instand, sie halten auf den Anlagen und Werkstätten Ordnung und Sauberkeit, helfen die Kohlen rei­nigen, schieben Wagen hin und her, sind in der Holzverladung und -beförderung behilflich und leisten Büroarbeit. ... Die in den Rät­teranlagen abgestürzten Kohlen werden durch das sogenannte 'Leseband' in die Eisenbahnwagen befördert. Auf diesem Wege werden die Bergestücke zwischen den Kohlen herausgelesen oder wie es heißt: 'ausgeklaubt'. Die Arbeit wurde früher durch jüngere Arbeiter Uugendliche), die sogenannten 'Klauberjungen' ausgeführt, heute sehen wir vielfach unser zartes Geschlecht mit Erfolg bei dieser Beschäftigung .... Sogar beim Heizen der Dampf­kessel helfen unsere Frauen und Mädchen mit, ..."

Im September 1919 arbeiteten noch 52 Frauen auf zehn Gruben und drei weitere Frauen auf den Kraft-und Wasserwerken.43In den Zahlen sind auch alle anderen weiblichen Arbeitskräfte, die zum Beispiel in den Küchen und sonstigen sozialen Einrichtungen der einzelnen Gruben, der Kraftwerke, Wasserwerke und der Berg­werksdirektion Saarbrücken beschäftigt waren. Auf Seite 120 war noch vermerkt: „Am Schlusse des Jahres waren jedoch nur noch 71 gegen 1.244 am Ende des Vorjahres beschäftigt, da Ende De­zember 1918 infolge der Demobilisation der größte Teil der weib­lichen Arbeiter zur Entlassung gekommen ist.“44

 

Frauen auf den Gruben im 2. Weltkrieg und danach

 

Im 2. Weltkrieg gingen viele Unterlagen der Grubenverwaltung aus früheren Zeiten verloren. In einer Statistik der Saargruben AG, die heute nur noch zum Teil erhalten ist, wurde nur die Anzahl der beschäftigten Frauen in zwei unterteilten Zahlen festgehalten.

Im Jahr 1938 waren 176 weibliche Angestellte und 23 Arbeiterin­nen beschäftigt. Diese Zahlen stiegen bis auf 784 weibliche Angestellten und 1.922 Arbeiterinnen im Jahr 1943 an.

Über die Jahre vor 1938 und die Jahre 1944 und 1945 sind keine Aufzeichnungen bei der Saarbergwerke AG überliefert.

1946 waren 233 weibliche Angestellten und 1.247 Arbeiterinnen beschäftigt. Die höchste Anzahl war 1947 mit 247 weiblichen Angestellten und 1.700 Arbeiterinnen erreicht.

Die Zahlen sind weder nach den einzelnen Gruben noch nach den ausgeübten Tätigkeiten aufgeschlüsselt, deshalb können hierzu auch keine Angaben gemacht werden. Die Frauen werden im 2. Weltkrieg wohl mit den gleichen Arbeiten, wie im angegebenen Saarbrücker Bergmannskalender für den 1. Weltkrieg vermerkt, betraut gewesen sein.

1950 waren schon 418 weibliche Angestellten und nur noch 678 Arbeiterinnen auf den Saargruben. Die erste Zahl blieb in den nächsten Jahren fast konstant, während die Zahl der Arbeiterinnen immer weiter zurückging. 1959 hieß es bei den 292 Arbeiterinnen, "davon 21 im Betrieb". Nicht vergessen werden darf hier, daß in diesen Zahlen auch die Kolonnen von Putz-und Reinigungsfrauen in den Betrieben enthalten waren.

Zum Schluß müssen alle Mütter und Ehefrauen der Bergleute er­wähnt werden, die jahrzehntelang ihren Söhnen und Ehemännern die Arbeitskleidung gewaschen und für den nächsten Montag wie­der instandgesetzt hatten. Bis dann seit dem 13.2.1970 die Saarbergwerke AG die Arbeitskleidung ihren Mitarbeitern zur Ver­fügung stellte und auch regelmäßig waschen und instandsetzen ließ.


 

Anmerkungen

1     Weislhümer gesammelt von Jakob Grimm. 2. Theil. Göttingen 1840. S. 32 -34.

2     Informationen zur politischen Bildung. Nr. 163. Bonn 1975. S. 10. „Zünfte: Zwangsvereini­gungen von Handwerksmeistern der gleichen Berufsgruppe. Sie bestanden seil dem Mittelalter, legten die Zahl und Größe der Betriebe, die Arbeitsbedingungen, Löhne und Preise lest und unterbanden jeden freien Wellbewerb. Sie waren ein großes Hindernis auf dem Weg zur kapitalistischen Konkurrenzwirtschaft."

3     Landesarchiv Saarbrücken (LA Sbr.) Bestand Nassau-Saarbrücken (22). Acta des ehemaligen Oberamts Saarbrücken betr.. die von der Duttweiler Kohlenzunft unter sich errichtete Zunftordnung. Nr. 3.727.

4     Habe!. Christian Friedrich: Beytraege zur Naturgeschichte und Oekonomie der Nassauischen Laender. Dessau t784. S. 13. Christian Friedrich Habel meinte hier das Landgruber Flöz, das später Flöz 13 genannt wurde.

5     Haßlacher. Anton: Geschichtliche Entwicklung des Steinkohlenbergbaues im Saargebiete. Zeitschrift für das Berg-, Hütten- und Salinenwesen im preußischen Staate. Bd. 32. Berlin 1884. S. B 436 und S. B 427.

6     Gült = Abgabe, Zins.

7     Haßlacher, Anton: a.a.O .. S. B 408,

8     Ebenda, S, B 422. Haßlacher bemerkt in der 1. Anmerkung auf der angegebenen Seite: "Das ursprünglich sehr reichhaltige Urkunden· und Acten-Material über den Steinkohlenberg­bau der Nassau·Saarbrücken'schen Lande ist bedauerlicher Weise bei der Französischen Invasion im Jahre 1794 zum Theil verloren gegangen ...."

9     Das deutsche Bergbau-Museum in Bochum machte vom 29.8. bis zum 10.12.1989 in der Ausstellung "Frauen und Bergbau" auf die in früheren Zeiten nicht unübliche Arbeit von Frauen im Bergbau aufmerksam. Zu diesem Thema sind in den Heften 1/1987 und 4/1988 der Zeitschrift „Der Anschnitt, Zeitschrift für Kunst und Kultur im Bergbau“ umfangreiche Darstellungen zur "Geschichte der Frauenarbeit im Bergbau-, Hütten- und Salinenwesen seit dem späten Mittelalter' erschienen.

Interessant ist auch die Ausarbeitung von Imbusch, Heinrich: Arbeiterinnen im Bergbau. Essen 1917, In dem Artikel „Ueber die Beschäftigung der Frauen und Mädchen beim Bergbau unter Tage", veröffentlicht in "Der Bergmannsfreund. Wochenblatt zur Unterhaltung und Belehrung für Bergleute, Saarbrücken 1874" wird auf den Seiten 137, 138, 141, 142, 145, 146, t51, 158, 159, 162, 165 und 166 ganz allgemein über die Stellung der Frau in den Gruben in England und Belgien geschrieben. Über Tätigkeiten von Frauen in den Gruben an der Saar ist hier nicht berichtet.

10   LA Sbr., Bestand 22. Acta betr. die Alaunhütten und Steinkohlenwerke zu Duttweller und Sulzbach. 1691 -1790. Nr. 2.550. BI. 21.

11   Kirchenbuch der evangelischen Gemeinde Dudweiler. Eintrag Nr. 1.114.

12.  Jüngst-Kipper, Heidelinde und Jüngst, Karl Ludwig: Einwohner von Dudweiler und Jägers­freude vor 1815. Saarbrücken 1990.  S. 390 Nr. 578a.

13.  Jüngst-Kipper, H. und Jüngst, K. L : a.a.O .. S. 471 -472. Nr. 827.

14.  Jüngst-Kipper, H. und Jüngst, K. L.: a.a.0.. S. 762. Liste 26.

15   LA Sbr. Bestand 22. Saarbrücker Probsteiprotokolle 1614 - 1616. Nr. 2.401. pag. 509 - 510.

 

16   Kluge, Fnedrich: Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache. Berlin 1975. S. 471. "Meier m. mhd. mei(g)er, asächs. meier, ahd. meior. urspr. meiur m. 'Oberaufseher, Bewirt­schafter, Pächter eines Guts': aus laI. maiör(em) von dem auch frz.. maire 'Bürgermeister' stammt. Maior ist verkürzt aus frühmlat. maior domus, das urspr. den 'Vorsteher der Diener­schaft eines Hauses' bezeichnete"

 

In dem Buch "Dudweiler 977 -1977". S. 201 -202 heißt es: "Der Meier wurde unter den Ge­meindemitgliedern von der Regierung ausgewählt und im allgemeinen auf Lebzeiten be­stell!. Er erhielt für seine Dienstleistungen eine feste Besoldung von der Herrschaft, außer­dem Gebühren, falls er in Gemeindeangelegenheiten tätig wurde. Seine Verpflichtungen als herrschaftlicher Beamter waren insbesondere die Sorge für die Eintreibung der Abgaben und die Durchführung der Fronen für den Landesherrn (Wegebau). Ferner hatte er polizeili­che Aufgaben zu erfüllen: Er besorgte Vorladungen und Zustellungen von Urteilen, unter­zeichnete Güterinventarisierungen nach Todesfällen, attestierte Kauf- und Tauschverträge über Liegenschaften, publizierte die herrschaftlichen Gesetze, Verordnungen und Verfügun­gen und las die Dorfordnung und die herrschaltliehe Forstordnung jährlich der Gemeindever­sammlung vor. Ferner hatte er für die innere Ordnung zu sorgen und Rechtsbrecher festzu­nehmen, Fremde zu beaufsichtigen, Wirtshäuser zu überwachen, Brand~ und Wassergefahr abzuwehren. Ihm oblag die Oberaufsicht über die Amtsträger der Gemeinde, den Heimmeier und die Schützen, die er über ihre Amtspflichten zu belehren und ständig zu überwachen hatte. Er war auch in die inneren Angelegenheiten der Gemeinde eingeschaltet. So konnten ihm oder dem Heimmeier Wald- und Feldfrevel gemeldet werden, er oder der Heimmeier beriefen die Gemeindeversammlungen ein, überwachten die Hirten, die Straßen- und Bachreinigungsar­beiten sowie die Einzäunung der Felder. Der Heimmeier wurde auf ein Jahr von den Gemeindemitgliedern gewählt oder von Meier und Gerichtsleuten aus der Mitte der Gemeindsleute ausgesucht Er erhielt für seine Tätig­keit Gebühren nach einer festgelegten Ordnung und wurde während seiner Amtszeit von den Gemeindefronen befreit. Zu seinen Aufgaben gehörte die Durchführung und Organisa­tion des jährlichen Bannbeganges, d. h. des Abschreitens der Bezirksgrenzen durch die Ge­meindemitglieder und der Gemeindefronen. Er führte die Gemeinderechnung und gab vor der Gemeindeversammlung Rechenschaft über seine Finanzverwaltung. Er hatte die Auf­sicht über die Gemeindehäuser, kontrollierte also den Bauzustand der Schul- und Hirtenhäuser und ließ eventuelle Schäden beseitigen, er verpachtete Gemeindeland und sollte Feld- und Gartenfrevel verhüten. Seine Funktion beschränkte sich auf kommunale Angele­genheiten im engeren Sinne, während der Meier eine Mittlerstellung zwischen Dorfleuten und Herrschaft einnahm."

 

17   LA Sbr., Bestand 22. Vormundschaftsrechnungen für die Kinder Stephan Kellers zu Dudweiler. 1611 -t623. Nr. 3.675. Seile 11.

 

18   Bei der Übernahme der Gruben in herrschaftliche Verwaltung richtete sich die Entschädigung nicht nach Größe und Förderung der Grube, sondern es wurden nur die tatsächlich aufgewen­deten Kosten erstattet Denn die Gruben waren ja nie in das Eigentum der Beständer oder Betreiber übergegangen.

 

t9    Jüngst-Kipper, H. und Jüngsl. K L: a.a.O., S. 471.

 

20   Kirchenbuch der evangelischen Gemeinde Eintrag Nr. 1.114. und Jüngst: a.a.O, S. 471.

 

21   LA Sbr. Bestand 22. Akte Nr. 2.550 BI 56

 

22   Akte Nr. 2.550. BI. 54.

 

23   Haßlacher, A: a.a.o, S B 435.

 

24   Ebenda, S. B 436 - 437.

 

25   Ebenda, S. B 435.

 

26   Ebenda, S. B 437.

 

27   Der Oberschichtmeister war der Direktor der Grube.

 

28   Dreher, Max: Wttib Heintz Grubendirektorin. Saarbrücker Bergmannskalender 1952. S. 89 -91. Hier S. 89.

 

29   Wenderoth, Erich: Die "Kohlwaage" bei Saarbrücken. ZBHS. Bd. 38. Berlin 1890. S. B 317­ - 343. E. Wenderoth berichtet auf den Seilen B 3t8 -319 von Frau Heinlz.

 

30   Nöggerath, Jakob: Sammlung von Gesetzen und Verordnungen in Berg-, Hütten-, Hammer­- und Steinbruchs-Angelegenheiten ... Jahrgang 1827. Bonn 1828. S. 13· 14. "111 Bergpolizei­liche Verordnung des Königl Preuß. Ober-Berg-Amts für die Niederrheinischen Provinzen, die Entfernung der Frauenspersonen von der Grubenarbeit in den Berg-Amts-Bezirken Düren und Saarbrücken betreffend.“

 

31   LA Sbr., Bestand 564. Akte der Königlichen Bergwerksdirektion zu Saarbrücken betreffend Nachweisung über die Belegschaft der Gruben bei Saarbrücken. Nr. 2.022. C 7 1,

 

32   Akte Nr. 2.022. S. t 9 -20.

 

33   Vom staatlichen Steinkohlenbergbau bei Saarbrücken während des Weltkrieges (19t4 -19t8). Saarbrücker Bergmannskalender 1919, S. 42.

 

34   Akte Nr. 2.022. S. 851 - 852.

 

35   Ebenda, S. S53 - 854.

 

36   Ebenda, S. 857 - 858.

 

37   Ebenda, S. 879 - 880,

 

38   Ebenda, S. 887 - 888 bzw. S. 867 - 868, zwei folgende Seiten ohne Seitenzahlen und S. 869 -870.

 

39   Jahresbericht über die Betriebsverwaltung der Königlichen Saarbrücker Steinkohlenberg­werke im Rechnungsjahr 1917. S. 121.

 

40   Akte Nr. 2.002. S. 875 -876.

 

41   Ebenda, S. 909 -910.

 

42   Ebenda, S. 91t -912.

 

43   Akte Nr. 2.022. S. 925 -926. Hier endet die Akte.

 

44   Jahresbericht ... im Rechnungsjahr 191 a. S. 120.

 

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