Karl Heinz Ruth

 

Steinkohlengruben in Dudweiler

 

Über die Gruben in Dudweiler zu schreiben, fällt mit jedem Jahr schwerer ; gibt es doch schon eine Reihe von Jahren keine Grube mehr hier. Bei der Gebiets-und Verwaltungsreform - 1973 - ­wurde die Stadt Dudweiler zum Stadtbezirk Saarbrückens. Der frühere Stadtteil Camphausen kam zur Gemeinde Quierschied und so auch die dort liegende Grube Camphausen. Weitere Gru­ben auf Dudweiler Gebiet waren die Grube Duttweiler, später Grube Dudweiler und ab 1920 Grube Hirschbach genannt, und die Grube Jägersfreude. Als letzte Schächte auf dem Gebiet von Dud­weiler, seit 1973 ja Stadtbezirk von Saarbrücken, wurden 1988 die Jägersfreude-Schächte 3 und 4 verfüllt und die Seilscheibengerü­ste abgerissen .

 

Erstes Kohlengraben

 

Wann an der Saar zum ersten Mal Steinkohlen gegraben wurden, ist nicht bekannt; vielleicht aber auch nur noch nicht erforscht.

Ebensowenig ist heute noch bekannt, wo die ersten Kohlen gegra­ben worden waren. Es muß irgendwo zwischen den Orten Fran­kenholz - Ottweiler - Saarbrücken - Saarlouis gewesen sein; denn nur dort tritt das Saarkarbon zu Tage. An allen anderen Stel­len wird das Karbon von jüngeren Schichten, meist Buntsand­stein, überlagert. Wann im Gebiet von Dudweiler erstmals Kohlen gegraben wurden, ist auch nicht genau erforscht. Christian Fried­rich Habel1 schreibt2 1784 unter anderem: " .. Die alten Einwoh­ner von Dutweiler, denen es frey stund , dieses unterirdische Pro­dukt, womit von der gütigen Vorsehung keine Provinz in Deutsch­land so reichlich, als das Nassau-Saarbrückische, bedacht wor­den, nach Gefallen zu nutzen und zu verkaufen, fingen ungefähr vor 200 Jahr an, da dieses Flötz bis zu Tag mit seinen Blumen aussetzte, Steinkohlen von der Landgrube zu gewinnen. Dieses ist auch unter allen Gruben in dem Fürstenthum das älteste Werk, was betrieben worden."

Eine erste überlieferte Nachricht über die Steinkohlen an der Saar ist das Schöffen-Weistum von Neumünster3 bei Ottweiler aus dem Jahr 1429.

Schwerpunkte4 des Kohlengrabens in der frühen Bergbauzeit wa­ren die Dörfer Sulzbach und Dudweiler. Bergleute gab es noch keine; sie wurden hier Koler, Kohler oder Köhler, also Kohlengrä­ber genannt. Hier betrieben schon einige Kohlengräber die neue Tätigkeit, die für sie zuerst nur Nebenerwerb gewesen war, als Haupttätigkeit, also als Broterwerb. Was ihre Zeitgenossen aber etwas anders sahen. Sie bezeichneten die Kohlengräber5 als "vom Acker-und Feldbau sehr abgehalten", als "zum Trunk heftig gewöhnet" und als "lauter liderliche Leute, die den Verdienst so­gleich den Wirten wieder zu lösen geben." Sie waren alles andere als angesehene Bürger.

 

Zunftbrief für Kohlengräber

 

An der Saar mußten sich die Handwerker in Zünften zusam­menschließen, so auch die Kohlengräber. Wann das geschah, ist auch noch nicht genau erforscht. Belegt sind der 12. April 1684 und der 12. November 1586. Am 12. April 1684 erhielten die Zunft­genossen der Dudweiler und Sulzbacher Kohlengruben eine un­veränderte Kopie des Konzepts zum Zunftbrief6 vom 12. Novem­ber 1586 überreicht, "weil das versiegelt original ihnen aus han­den kommen". heißt es im Begleittext zur Zunft-Ordnung.

1628 lebten in Dudweiler7 der Pfarrer, der Schulmeister, der Meier (Ortsvorsteher) und in weiteren 35 Haushaltungen insgesamt 200 bis 250 Einwohner. Nach dem 30jährigen Krieg war das Land an der Saar total verwüstet und fast entvölkert, es sollen in Dudweiler nur noch 2 -4 Untertanen8 gelebt haben. So ist es nicht verwun­derlich, daß erst aus dem Jahr 1684 wieder eine Nachricht über die Existenz der Gruben im Gebiet von Dudweiler und Sulzbach überliefert ist.

 

Frühe Nachrichten aus den Akten

 

In der Akte Nr. 2.550 des Bestandes Nassau-Saarbrücken9 hieß es am: ,,28ten July 1730 sind die Kohlgruben zu Duttweiler specifi­cirt worden." Es wurden alle Gruben aufgezählt und die Betreiber der einzelnen Gruben mit Namen und Anteil aufgezählt:

1. Eich Humes haben 6 Unterthanen

Joh. Adam Crämer, Velten Wonn, Henrich Wonn, Henrich Clar, Hans Georg Pfütz, Hans Nicol Großen Wittib.

2. Lang Grub haben 9:

Hans Adam Crämer 2. Portion, Velten Wonn 1/2 ..., Hans Peter Lorentz, Matthes Maul, Georg Jeancolon 1/2, Henrich Clar, Hans Nicol Großen Wittib 1/2, Velten Crämer, Henrich Wonn 1/2.

3. Hummes Grube

Der Meyer Adolph Wonn, Philips Wilhelm 2, Hermann Mühlthau, Henrich Wonn, Nicol Braun.

4. Die Nau Grube

Henrich Clar, Velten Wonn 2, Hans Adam Crämer, Hans Georg Pfütz.

5. Weißhansen Grube

Der Meyer, Matthes Maul, Hans Peter Schmeltzer, Daniel Bart, Schmeltzers Wittib, Hermann Mühlthau.

6. Die Bernhards Grube

Adolph Wonn, Matthes Maul, Antonius Oger, Hans Georg Großen Wittib.

7. Der unterste Kohlen Berg

Philips Wilhelm, Matthes Braun, Henrich Bomm, Nicol Braun.

 

8. Der oberste Kohlenberg

Hans Adam Crämer, Hans Peter Lorenz, Henrich Clar, Velten Wonn.

2 sind zugefallen welche im Kohlenberg sind.

Diese Gruben lagen links des Sulzbaches im Berg nach Neuweiler zu.

 

Verstaatlichung des Steinkohlenbergbaus

 

Von einem Steinkohlenbergbau an der Saar kann man frühestens nach der Verstaatlichung der Gruben durch Fürst Wilhelm Hein­rich von Nassau-Saarbrücken im Jahr 1751 sprechen. Es begann allmählich der Übergang vom "Graben und Wühlen am Ausge­henden der Flöze" zum Stollenbau. Wobei die ersten Stollen nur die "Verlängerung der Kohlenlöcher in den Berg hinein" oder "den Kohlen nach" waren. Sie waren meist einfallend getrieben und hatten nur in den seltensten Fällen Ausbau. Sie wurden sehr schmal aufgefahren, ungefähr 1 Meter bis 1,50 Meter breit, lagen wenige Meter unter der Erdoberfläche und hatten nur mäßige Druckbelastungen. Die Stollen, auch Hauptorte genannt, wurden später ansteigend und dann erst söhlig, das heißt querschlägig aufgefahren. Zur Wasserlösung legte man eine Vertiefung in der Mitte oder

 

auf einer Sohlenseite des Stollens an. Je nach der Ge­gend wurde diese Vertiefung als Wasserseige, Wasserrösche oder Wassergraben, im Gebiet der Grube Hostenbach auch als Wasserrische bezeichnet. Die Stollen mußten ein kleines Gefälle zum Stollenmundloch haben, damit das Wasser auch von selbst abfließen konnte; sie mußten also etwas ansteigend aufgefahren werden.

Verbunden mit den ersten Stollen hatte sich an der Saar eine be­sondere Art10 des Steinkohlenabbaues, der Schemelbau, heraus­gebildet. Er wurde von der Mitte des 18. bis in die erste Hälfte des 19. Jahrhunderts angewandt. Jeder Schemel konnte eine unter­schiedliche Breite und Länge haben. Die Breite richtete sich nach der Festigkeit des Hangenden. Die üblichen Breiten waren zwei bis sechs Lachter (1 Lachter = 2,0924 Meter). Zur Unterstützung des Hangenden und zur Einsparung des im Fürstentum Nassau­-Saarbrücken zur damaligen Zeit sehr knappen und daher auch sehr teuren Grubenholzes wurden zwischen zwei Schemeln Koh­lenfesten von gewöhnlich 1 bis 3 Lachtern Breite stehen gelassen. Bei schlechtem Hangenden baute man oft, wenn die Flözmächtig­keit es zuließ, Hangendkohle von 1 bis 3 Schuh Dicke (1 Schuh = 1 Fuß = 0,314 Meter) an, die genau wie die Kohlenpfeiler, meist im Rückbau hereingewonnen wurde.

Die Länge der Schemel wurde durch die Feldesbreite, durch Sprünge oder sonstige Gebirgsstörungen oder durch die Unmög­lichkeit, genügend frische Wetter (sauerstoffhaltige Luft) bis vor Ort zu bringen, begrenzt. und bestimmt.

Die Schemel konnten fallend, steigend, schwebend, streichend, aber auch in irgendeinem beliebigen Winkel, also diagonal, aufge­fahren werden. Nach der heutigen Definition der Abbauverfahren war der Schemelbau ein pfeilerartiges Abbauverfahren. Wurden die Kohlenfesten, die man zuvor zur Sicherung der Stollen und Schemel beim Auffahren stehen ließ, später im Rückbau herein­gewonnen, so kann man von einem Pfeilerbruchbau sprechen. Es handelte sich jedoch um keinen planmäßigen oder nach wirt­schaftlichen Gesichtspunkten geführten Abbau.

 

Nachrichten in der Literatur über das Kohlengraben in Dud­weiler

 

Prominentester Berichterstatter11 über die Gruben an der Saar war Johann Wolfgang von Goethe. In seinem 10 Buch "Dichtung und Wahrheit" schildert er seine Reise, die er als Studioso juris von Straßburg nach Saarbrücken unternommen hatte. Am 7. Juli 1770 besuchte er den Brennenden Berg bei Dudweiler. Dabei kam er am Landgruber Stollen vorbei. " ... und an dem vornehmsten Stol­len vorbei, den sie Landgrube nennen, woraus die berühmten Dudweiler Steinkohlen gezogen werden", sind seine Worte.

Auch Christian Friedrich Habel beschreibt, wie schon erwähnt, die Gruben12 in Dudweiler: "Von dem brennenden Berge und dem Landgruber Kohlen-Flötz bey Dutweiler. Bey dem Dorfe Dutweiler, in dem Fürstenthum Nassau-Saarbrücken, 2 kleine Stunden von der Stadt gleichen Namens, ist ein brennender Berg, der auswärts nicht so bekannt ist, als er es wohl verdiene .... Auf dem Berge, welcher der brennende genannt wird, werden gegen­wärtig drey neben einander liegende Steinkohlenflötze, Land­grube, Warmegrube und Bernessergrube betrieben. Außer diesen erwehnten Kohlenflözen sind auf diesem Berge, und in der Dut­weiler Gemarkung noch zwölf andere von verschiedener Mächtig­keit; allein. keine mehr, als die angeführten im Betrieb." (Duttwei­ler, ab 1860 Dudweiler geschrieben; Flötz, früher so geschrieben = Flöz)

 

Politische Ereignisse bestimmten den Bergbau an der Saar

 

Im Mai 1793 besetzten französische Truppen das Land an der Saar. Fürst Ludwig von Nassau-Saarbrücken floh und starb am 2. März 1794 in Aschaffenburg. Als sein einziger Sohn, Fürst Hein­rich, am 27. Juni 1797 auch starb, trat das Haus Nassau-Usingen das Land offiziell an Frankreich ab. Napoleon I. bestimmte in dem kaiserlichen Dekret vom 13. September 1808, daß das Steinkoh­lenfeld an der Saar in 60 Konzessionsfelder aufgeteilt und verlie­hen13 werden sollte. Hierzu wurde der sogenannte Beaunier-At­las14 angefertigt. In diesem Atlas sind die zum Aufnahmezeitpunkt betriebenen Arbeiten eingezeichnet, aber bei den Stollen sind keine Namen vermerkt. Der beginnende Russische Krieg und die anschließenden Kriege gegen die alliierten Mächte verhinderten die Verleihung der Steinkohlen-Konzessionen. Die französische Verwaltung der Gruben an der Saar in der Zeit von 1920 bis 1935 ließ vom Original des Atlasses farbige Exemplare für jede Mark­scheiderei und die sonstigen Dienststellen herstellen.

Im 2. Pariser Frieden vom 20. November 1815 wurde das Land an der Saar Preußen zugesprochen. Am 30. April 1815 war die Kö­niglich Rheinische Ober-Bergamts-Commission zu Bonn gegrün­det worden. Ihr Direktor, Geheimer Oberbergrat Graf von Beust15, bereiste schon ab 13. November 1815 das Land an der Saar und unterrichtete die Regierung in Berlin über den Zustand der vorhan­denen Industrie. Ihn begleiteten General-Berg-Kassierer Heinrich Böcking16, Berggeschworner und Markscheider Johann Thönes und Oberbergmeister Johann Christian Leberecht Schmidt. Am 8. Dezember 1815 wurde die Königliche Bergamts-Commission zu Saarbrücken gegründet, die bis zum 22. April 1816 vom Landes­kommissar Oberappelationsrat Johann Mathias Caspar Simon, geleitet wurde. Am 16. Mai 1816 übernahm Leopold Sello17 die Bergamts-Commission als ihr Direktor, die dann ab 22. Septem­ber 1816 in Königlich Preußisches Bergamt zu Saarbrücken um­benannt wurde. Durch Allerhöchste Ordre vom 12. Juni 1816 war die Königlich Rheinische Ober-Bergamts-Commission zu Bonn aufgelöst und an ihre Stelle das Königlich Preußische Oberberg­amt für die Niederrheinischen Provinzen zu Bonn errichtet wor­den.

 

Steinkohlengrube Duttweiler - Dudweiler - Hirschbach

 

Der Direktor des Königlichen Oberbergamtes Bonn, Graf von Beust, nun mit dem Titel Berghauptmann, ließ über den Zustand der Gruben an der Saar und über die Stollen der einzelnen Gruben das Wichtigste zum Zeitpunkt der Übernahme in der Akte'" Nr. 688a festhalten. Über die Grube zu Duttweiler19 hieß es am 14. No­vember 1815 sinngemäß, daß die Duttweiler Steinkohlengrube nur einen Stollen - den Ludwig-Stollen - in Betrieb hat. Mit ihm wa­ren acht Flöze gelöst, das neunte fast erreicht. Außer diesen Flö­zen waren noch mehrere Kohlenflöze vorhanden, darunter auch das 14 Fuß mächtige, das in den oberen Teufen brannte.

Der Ludwig-Stollen war 1784 angehauen worden. Das Mundloch lag nördlich der jetzigen Sulzbachtalstraße in Höhe des Brennen­den Berges. Die Länge betrug 420 Meter. Der Querschnitt war 3,50 Kubikmeter. In den vorderen 20 Metern war Mauerung, der Rest Holzausbau. 1825 hatte man das Flöz 3 und 1847 Flöz 11 er­reicht. Der Stollen war noch bis Flöz 13 weitergetrieben worden. 1852 waren die Strecken in Flöz 5 aus dem Stollen heraus aufge­fahren worden. 1904 begann das Vorrichten von Flöz 10. Hier wurde bis 1916 gearbeitet. Der Ludwig-Stollen hatte mit dem West­schacht 11 der Grube Dudweiler Verbindung20.

Im 2. Weltkrieg sollte aus dem Ludwig-Stollen eine Luftschutzan­lage werden. Dieser· Plan konnte nicht ausgeführt werden, weil der zweite Ausgang und der splittergeschützte Eingang fehlten; der Ludwigstollen wurde 1943 zugemauert. Aber es ist sehr wahr­scheinlich, daß er von der in der näheren Umgebung wohnenden Bevölkerung als Unterschlupf zum Schutz vor den vielen Bomben­angriffen der alliierten Luftwaffe gegen Ende des 2. Weltkrieges benutzt wurde, was Mauerreste und zwei Aufbrüche zur Bewette­rung beweisen, die bei Befahrungen 1976 entdeckt worden wa­ren. Im Februar 1976 war der Ludwig-Stollen im Rahmen der Fest­stellungen über den Zustand ehemaliger Luftschutzanlagen noch­mals geöffnet und befahren worden. Die zu diesem Zeitpunkt vor­handenen Hohlräume wurden 1976/77 verfüllt.

Ein Jahr nach dem Anhauen des neuen Ludwig-Stollens mußte der von Johann Wolfgang von Goethe schon erwähnte Landgru­ber Stollen von den Bergleuten verlassen werden. Der Landgru­ber Stollen war 1158 angehauen worden. Er lag bei der 2. Alaun­hütte. Seine Länge betrug 445 bis 460 oder noch ein paar Meter mehr, genau kann das nlicht mehr festgestellt werden. Mit diesem Stollen waren die Flöze 5 bis 13 gelöst. Am 15. Oktober 1785 hatte der seit 1784 amtierende Berginspektor Georg Wilhelm Knörzer der Rentkammer folgende Anzeige geschickt: "Gehorsamste An­zeige. Die in Brand gekommene Herrschaftliche Landgrube zu Duttweiler betreffend ....Am Donnerstag früh brach das Feuer ohngeachtet allen möglich getroffenen Vorkehrungen der Dämp­fung, mit völliger Macht zur Grube hinein, und zwar an dem Orte wo man sich ihm indessen um 15 Lachter flache Höhe von der Stollen Sohle, mit dem obern Stoß derer Schemel genähert hatte. Keine Art der Dämpfung, Löschung oder Verstummens kann hier­bei stattfinden; denn die Grube ist zu weitläufig und zu hoch aus­gehauen und das Feuer allzu stark durchdringend, doch wird man besorgt seyn, ehe es zu weit um sich greift, die Stollen und Strek­ken wohl zu zuschlagen, damit doch einiger maßen dessen schneller Fortbrand gehindert werde.

Duttweiler 15. Oktober 1785. Knörzer.“ 21

 

1843 hieb man den ersten seigeren Schacht, Gegenortschacht 1, an und leitete mit ihm den Tiefbau im Sulzbachtal ein. Der Gegen­ortschacht 2, auch Kunstschacht genannt, war 1851 angehauen worden.

Mit dem Abteufen des Eisenbahnschachtes 1, später Skalley­schacht 1, ab Juli 1849, wurde der neue Förderstandpunkt der Grube Dudweiler begründet. Er lag an der Eisenbahnlinie Saar­brücken - Neunkirchen. Eisenbahnschacht 2 (Skalleyschacht 2) wurde ab 1850 und der Skalleyschacht 3 ab 1860 abgeteuft. Die Eisenbahnschächte 1 und 2 erhielten 1854 ihre endgültigen Na­men nach dem Direktor der Ministerialabteilung für das Berg-, Hüt­ten-und Salinenwesen im Ministerium für Handel, Gewerbe und öffentliche Arbeiten, Wirklicher Geheimer Oberregierungsrat Dr. Eugen Skalley22.

 

Der Mittelschacht, die Ostschächte 1 und 2, der Richardschacht und die Westschächte 1 und 2 als weitere Förder- und Wetter­schächte erlaubten einen geregelten Betrieb. Die französische Verwaltung ab 1920 taufte die Grube Dudweiler in Grube Hirsch­bach, nach der dortigen Flur, um.

Am 31. Juli 1950 wurde Skalleyschacht 1 als Förder-und Seilfahrt­schacht stillgelegt. Bis zur endgültigen Stilllegung der Grube ging die Förderung aus dem Hirschbachfeld zum Camphausenschacht 1 auf der -245 Meter Sohle. Am 1. April 1952 wurde das untertägige Grubenfeld der bis dahin selbständigen Grube Hirschbach aufge­teilt. Das Westfeld kam zur Grube Franziska, das Ostfeld zur Grube Camphausen. Am 16. Juli 1966 schlossen die Bergleute der Grube Camphausen am Camphausenschacht 1 auf der -245 Meter Sohle den letzten Damm zur alten Grube Hirschbach.

 

Steinkohlengrube Jägersfreude

 

Auf Dudweiler Bann lag eine weitere große Grube, die Grube Jä­gersfreude. Der Anfang des Steinkohlenbergbaues im Gebiet von Jägersfreude liegt wohl im 18. Jahrhundert; frühere schriftliche Nachrichten sind nicht bekannt. Der oft zu Befahrungen herange­zogene kurpfälzische Berginspektor Johann Friedrich Jacobi23 und der fürstliche Berginspektor Georg Carl August Engelke24 sprachen bei der Befahrung25 am 13. April 1766 von der "Plattiner Kohlen Grube, und nur der Fehler darinnen wie bey allen Gruben befindlich, nemlich: das solche nicht söhlig auf dem Streichen, sondern auf dem Steigen ... " Zur Verbesserung des Betriebes empfahlen sie, daß "der darunter liegende neue Stollen welcher zu Bruche gegangen, aufgewältigt werden, und als dann auf den Kohlen nach der obersten Grube in die Höhe zu brechen durch schlächig zu machen, und wann dieses erfolget, aus dem unter­sten Stollen mit der Haupt Feld Orts Strecke auf dem Streichen der Kohlen am Hange des Berges fort zu gehen da durch kann eine gute Förderung erfolgen." Nach der Besetzung des Landes an der Saar durch die französischen Truppen im Mai 1793 wurde die Grube Jägersfreude geschlossen. Die ab 19. Juni 1797 an die Ge­sellschaft Equer verpachteten Gruben an der Saar kamen am 1. Januar 1808 wieder in die direkte Verwaltung des französischen Staates. Die Grube Jägersfreude wurde wieder eröffnet. 34 Mann Belegung förderten hier zum Beispiel 1813 > 4.059 Tonnen Kohlen.

Am 14. November 1815 befuhr Graf von Beust die Grube Jägers­freude und fand 40 Mann, die jährlich aus 3 Flözen 2.700 Fuder (1 Fuder = 1,5 Tonnen) Kohlen förderten. Am 21. Juli 1816 ließ26 Graf von Beust in der Akte Nr. 688a festhalten: ,,6. Die Grube Jä­gersfreude. Hier wird sich die Einführung einer Wagenförderung besonders auf dem ersten Flötze sehr leicht bewerckstelligen las­sen, und es soll auch, damit der Anfang gemacht werden, sobald nur das dazu nötige Nivellement gemacht sein wird.

Dies kann aber leider vor der Hand noch nicht gemacht werden, weil die Marckscheider wenn sie auch bald ankommen, doch mit der Aufnahme der Saargruben zu viel zu thun haben werden, und weil mit dem Nivellement auf Jägersfreud die Aufnahme der gan­zen Grube verbunden werden muß, denn auch hier muß man Wet­ter in die bereits sehr langen Schemel oder Abbaustrecken brin­gen, und die Pfeilerhöhen auf allen Flötzen theilen, was ohne Zeichnung nicht ausführbar ist, wenn man nicht auf das Ungefähre hin arbeiten will. Die Grube Jägersfreude ist übrigens wegen ihrer Lage an der Hauptstraße die von Saarbrücken nach Duttweiler führt sehr wich­tig, und das Bergamt muß dafür sorgen, daß es nie an Vorath bei starkem Absatze fehle."

 

Der Jägersfreude-Schacht 1, auch Kunstschacht genannt, war im Juni 1856, einen Monat später der Jägersfreude-Schacht 2 ange­hauen27worden. 1862 begannen die Arbeiten zum Hauptwetter­schacht und 1867 zum Wetterschacht im Fischbachtal.

1664 brachten Versuchsarbeiten keine befriedigenden Ergeb­nisse, deshalb wurde der Anschluß der Tiefbauschächte an die Ei­senbahn aufgegeben. 1865 dagegen war, nach der Durchörte­rung des das gegenwärtige Baufeld begrenzenden Sprunges, wo­bei die Flöze in guter Beschaffenheit gefunden, die Zukunft der Grube wieder gesichert.

1865 war, wie schon erwähnt, die Zukunft der Grube Jägersfreude als gesichert angesehen worden. Aber schon 1873 heißt es in ei­ner offiziellen Verlautbarung: "... rückt der Abbau in dem ältern bekannten Felde seinem Ende entgegen. Zur Verhütung des künf­tigen Erliegens werden daher ausgedehnte Aufschlußarbeiten in südlicher Richtung vorgenommen."

Ab 1890 wurde das Südfeld der Flammkohlengrube Jägersfreude durch ein Bohrloch und eine Richtstrecke untersucht. 1895 stellte man die Untersuchungsar­beiten ein, die gefundenen Aufschlüsse waren entmutigend. Die königliche Bergwerksdirektion Saarbrücken beschloß daraufhin, nach Abbau der erschlossenen Flammkohlenvorräte (noch vor 1900) die Grube einzustellen. Das Nordfeld wurde sofort der Berg­inspektion 111, Von der Heydt, zugeschlagen.

Die Tiefbohrung Schiedeborn, vom 10. August 1896 bis zum 17. Dezember 1897 bis zu einer Tiefe von 413,50 Meter niederge­bracht, bewies das Vorhandensein aller Fettkohlenflöze, aber we­sentlich tagesnäher als angenommen. Im Januar 1898 setzte man einen Schacht, den Schiedebornschacht, 250 Meter südlich des Bohrloches, an. Unweit der bestehenden Förderschächte setzte man am 26. Mai 1899 eine weitere Tiefbohrung an, die bis zum 9. November 1901 eine Tiefe von 1.377,10 Meter erreicht und die un­teren Flamm- und die Fettkohlen erbohrt hatte.

 

Der für die Steinkohlengrube Dudweiler abgeteufte Richard­schacht diente ab 1913 auch der Grube Jägersfreude als Wetterschacht. 1916 wurde ein weiterer Schacht, der Ostschacht, ange­hauen. Durch sehr große Wassermassen, die durch eine im hier anstehenden Buntsandstein aufgefahrene Untersuchungsstrecke zuflossen, soff der Schacht ab. 1922 wurde der Schacht nochmals "angehauen" und nun als Pascalschacht bezeichnet. In diesem Schacht wurde nach dem Sümpfen erstmals an der Saar das Ge­frierverfahren28 beim Schachtabteufen angewandt.

1947 wurde die Grube Jägersfreude aus dem Steinkohlenberg­werk Dudweiler gelöst und eigenes Steinkohlenbergwerk. 1948 übernahm die Grube die 1932 mit der Stilllegung der Grube Von der Heydt außer Betrieb gesetzten Neuhaus-Schächte 1 und 2. Dadurch erweiterte sich das Feld wieder nach Norden. „Das zu­künftige Baufeld der Grube Jägersfreude schließt das Amelung­-Feld mit dem Feld der früheren Grube Steinbach ein, das die na­türliche Fortsetzung des derzeitigen Baufeldes darstellt ", schrieb29 Markscheider Gerwert. 1949 trieb man in der 4. Sohle von Neuhaus einen Querschlag nach Jägersfreude, der am 25. Mai 1950 Durchschlag hatte.

Die alte Aufbereitungsanlage, 1912 und 1918 erbaut, war für ei­nen Durchsatz von 150 Tonnen pro Stunde ausgelegt, aber seit 1948 durch den starken Anstieg der Förderung ständig überlastet. Als Notbehelf wurde die seit 1951 stillgelegte Aufbereitungsan­lage der Grube Hirschbach, deren Kohlen nach Camphausen gin­gen, benutzt, bis am 13. Juni 1955 die neue Anlage, mit einem stündlichen Durchsatz von 800 Tonnen, in Betrieb ging. Die alte Anlage war am 4. Juni 1955 abgeschaltet worden.

1956 wurde die Grube Jägersfreude als eine der größten Gruben an der Saar bezeichnet, die täglich 5.000 Tonnen verwertbare Kohlen förderte. In der täglichen Rohförderung waren auch 2.500 Kubikmeter Berge enthalten, die ab 1958 über ein 600 Meter lan­ges Bergetransportband, das über eine Brücke über die Grüh­lingstraße gelegt war, auf der Fischbachseite abgelegt wurden. 1960 wurden zwei neue Absinkweiher im Fischbachtal angelegt.

Während 1961 der Unter-und der Übertagebetrieb der Grube Jä­gersfreude noch "durchgreifend" erneuert und verbessert wur­den, brachte der Generalplan I der Saarbergwelke AG vom 1. Ok­tober 1962 die Anlegung einer Großschachtverbundanlage30 Lui­senthal - Jägersfreude - Camphausen.

Das Anhauen des Ludwig-Stollens31 auf der Grube Luisenthal am 11. Februar 1964 leitete die Stilllegung der Grube Jägersfreude ein.

1965 überschritt die Grube Jägersfreude als erste Fettkohlengrube an der Saar die Untertageleistung von 3.000 Kilogramm je Mann und Schicht. Zum Plan der Großschachtanlage gehörte auch das Tieferteufen des Schachtes Jägersfreude III bis zur 6. Sohle. Die Cable-Belt-Bandanlage im Ludwigstollen ging im No­vember 1967 erstmals in Betrieb. Sie brachte die Kohlen der Grube Jägersfreude durch den Ludwigstollen zur Aufbereitung auf die Tagesanlage Luisenthal. Am 29. Juli 1968 erfolgte zur Verrin­gerung der Förderstandpunkte, als letzte im Generalplan I gefor­derte Stilllegung, die der Grube Jägersfreude.

 

Steinkohlengrube Camphausen

 

"Seitdem zu Anfang der 1850er Jahre der Tiefbau auf den Gruben des Sulzbachtales begonnen hat, sind die Baue dieser Gruben, zumal deren Förderung fast von Jahr zu Jahr gesteigert wurde, all­mählich zu größeren Tiefen und damit auch immer weiter nach Norden vorgerückt. Der großartige Aufschwung des Saarbrücker Bergbaues zu Anfang der 1870er Jahre, und namentlich die ganz unverhältnismäßig zunehmende Nachfrage nach Kokskohle, ließ es räthlich erscheinen, gegenüber jenem Vorrücken der Baue bei Zeiten auf eine Erschließung der Fettkohlenflöze in der weiteren Fallinie derselben und einen eventuellen Ersatz der Gruben des Sulzbachtales durch neue Tiefbauanlagen Bedacht zu nehmen. Als höchst günstiger Ansatzpunkt für die zu Ende erforderlichen neuen Schächte bot sich das nördlich vorliegende, nur durch ei­nen schmalen Höhenrücken von dem Sulzbachtale getrennte und ziemlich parallel mit ihm verlaufende Fischbachtal nebst dem Sei­tentale des Trenkelbaches dar. Entsprechend den drei bisherigen Fettkohlengruben des Sulzbachtales wurden dann auch hier drei selbständige Tiefbauanlagen in Aussicht genommen, und zwar von Westen nach Osten: die Camphausen-Schächte (Grube Dud­weiler), die Kreuzgraben-Schächte (Grube Sulzbach) und die Trenkelbach-Schächte (Grube Altenwald)." So beschrieb Dr. Klose das Anhauen32 der neuen Schächte.

 

Am 1. April 1871 begannen Arbeiter und Beamte der Steinkohlen­grube Dudweiler-Jägersfreude mit dem Abteufen der Tiefbau­schächte 1 und 2 im Fischbachtale im Walddistrikt Heidenstock. Diese Grube unterstand der Berginspektion IV zu Dudweiler unter dem Bergwerksdirektor Friedrich Eilert. 1874 besuchte der preußi­sche Finanzminister Otto Camphausen das Saarrevier. Zur Ehren des hohen Besuches erhielten die Grube im Fischbachtal und die Fischbachschächte ihre endgültigen Namen, Grube Camphausen und Camphausenschächte. Der damalige Finanzminister Otto Camphausen wurde 1896 geadelt, ab diesem Zeitpunkt Otto von Camphausen.

Die regelmäßige Kohlenförderung begann im Oktober 1877. 1879 wurde durch die Eröffnung der Eisenbahnstrecke Saarbrücken - Heidenstock (Fischbach) der Eisenbahnabsatz ermöglicht.

Am 1. Mai 1883 wurde die Grube Camphausen eigene Oberstei­gerabteilung und somit selbständige Grube.

Zur Grube Camphausen kamen im Laufe des über hundertjähri­gen Betriebes nachfolgende, früher selbständige Gruben: Im Sep­tember 1942 wurde nach einem Grubenbrand die Grube Brefeld als Ostfeld 2 und 3 der Grube Camphausen zugelegt. Die Grube Brefeld war als Grubenabteilung Kreuzgräben der Grube Sulz­bach mit dem Abteufbeginn der beiden Schächte im Walddistrikt Kreuzgräben im Jahre 1872 gegründet worden. 1887 wurde die Grube Kreuzgräben selbständige Obersteigerabteilung. Nach dem Besuch des preußischen Ministers für Handel und Gewerbe, Ludwig Brefeld, am 13. April 1898 wurde die Grube Kreuzgräben in Grube Brefeld33 umgenannt. Am 27. August 1966 wurde die frü­here Grube Brefeld mit dem Damm in der Richtstrecke Ost, 5. Sohle, abgedämmt.

Am 1. April 1952 wurde die Grube Hirschbach aufgeteilt; das Ost­feld kam zur Grube Camphausen.

Am 1. Juli 1960 war die Grube Franziska mit der Grube Camphau­sen zur Grube Camphausen-Franziska wiedervereinigt worden. Die Grube Franziska war am 1. Oktober 1950 aus dem Westfeld 2 der Grube Camphausen gegründet worden. Am 1. April 1952 war noch das Westfeld der Grube Hirschbach hinzugekommen. Das Feld der früheren Grube Franziska wurde Feld 4, der Grube Camp­hausen.

Am 27. Juli 1968 wurde die Grube Jägersfreude als selbständige Anlage stillgelegt. Das untertägige Grubenfeld wurde Baufeld 1, 2 und 3 der Grube Camphausen.

Am 31. Oktober 1973 sollte die Grube Camphausen stillgelegt werden. Ende 1973 war die Aufbereitungsanlage Camphausen außer Betrieb genommen worden. Doch infolge der Ölkrise Nr. 1 wurde die Grube Camphausen weiterbetrieben. Zunächst konnte nur im Feld 4, das ja über den Ludwigstollen mit der Tagesanlage Luisenthal in Verbindung stand, weiterbetrieben werden. Ab 1975 ging auch wieder Abbau in den Feldern 5 und 6 -Camphausenfeld - um; die zutage gehobenen Kohlen mußten mit Lastkraftwagen (blaue Flotte) über die Straßen nach Luisenthal zur Aufbereitung gefahren werden. Seit der Gebiets-und Verwaltungsreform -­ 1973 - gehört die Grube Camphausen zur Gemeinde Quier­schied. Weitere Einzelheiten zu den Dudweiler Gruben sind in der entsprechenden Literatur nachzulesen oder müssen noch er­forscht und zusammengetragen werden.

 

Anmerkungen

 

 

 

­1)    Haßlacher, Anton: Geschichtliche Entwicklung des Steinkohlenbergbaues im Saargebiete, veröffentlicht in der Zeitschrift für das Berg-, Hütten-und Salinenwesen im Preußischen Staate; in der Folge ZBHS abgekürzt.

 

Band 32, Berlin 1884, Seite B 401 – 508, hier Anmerkung 3 auf der S. 446: ,,… wiederholt von der fürstlichen Regierung zu technischen Gutachten und Befah­rungen der Saarbrücken Gruben herangezogen. Das Gleiche geschah 1778 und 1779 mit dem fürstlich Nassau-Usingischen Kammer-Assessor, späteren Hofkammerrath ehr. Friedr. Habel zu Wiesbaden.

 

2)    Habel, Christian Friedrich: Beytrage zur Naturgeschichte und Oekonomie der Nassauischen Länder, Dessau 1784, S. 11.

 

3)    Das Weistum ist vollständig abgedruckt in: Weisthümer gesammelt von Jakob Grimm. 2. Theil, Göttingen 1840. S. 32 -34.

 

4)    Haßlacher, A,: a.a.O., S. 431, ,,1. Bei Duttweiler 16 Gruben, davon 8 auf dem Bann von Duttweiller und ebenfalls 8 auf dem Sulzbacher Banne, mit 49 und 27, zusammen 76 Kohlengräbern; so daß die gesamte landesherrliche Einnahme von den Duttweiler Gruben jährlich 50 Gld. beträgt." (Gld. Gulden)

 

5)    Haßlacher, A.: a.a.O., S. 432.

 

6)    Landesarchiv Saarbrücken (LA Sbr.), Bestand Nassau-Saarbrücken (22), Acta des ehern. Oberamts Saarbrücken betr. die von der Duttweiler Kohlenzunft unter sich errichtete Zunftordnung. Akte Nr. 3727. Auf der Seite 11 bescheinigt der Stadtschreiber J. G. Benz am 22. Dezem­ber 1728 als Kopie einer Kopie auf den Seiten 8 bis 11 den genauen Text des Zunftbriefes vorn 12. November 1586 mit dem Ausgabevermerk vom 12. April 1684. Auch in der Akte Nr. 2550 des Bestandes 22, von Blatt 33 bis Rückseite von Blatt 34, ist die Zunftordnung vom 12. Novem­ber 1586 als Kopie niedergeschrieben .

 

7)    Ruppersberg, Albert: Geschichte der Gemeinde Dudweiler, Saarbrücken 1980, Nachdruck der Erstausgabe 1923, S. 19.

 

8)    Ruppersberg, Albert: a.a.O, S. 19.

 

9)    LA Sbr., Bestand 22, Acta betr. die Alaunhütten u. Steinkohlenwerke zu Duttweiler und Sulz­bach, 1691 -1790, Nr. 2550, BI. 21.

 

10) Ruth, Karl Heinz: Der Schemelbau, Der Anschnitt, Zeitschrift für Kunst und Kultur im Bergbau Bochum 1973, Heft 3, S. 3 bis 8.

 

11) Goethes Reisebeschreibung in seinem 10. Buch von Dichtung und Wahrheit wurde oftmals nachgeschrieben, unter anderem in:

 

Der Bergmannsfreund, Wochenblatt zur Unterhaltung und Belehrung für Bergleute, Saarbrück­en, Nr. 22/1873, Nr. 1 - 4/1874 und 1899, S. 164.

 

Anonym: Goethe an der Saar, Saarbrücker Bergmannskalender 1926, in der Folge SBK abge­kürzt, S. 65 - 68. Boehm: Goethe und der Bergbau, ZBHS, Bd. 79, Berlin 1931, S. B 507 - 509.

 

Guthörl, Paul: Der Brennende Berg bei Dudweiler, SBK 1940, S. 73 -76.

 

Beyer, Friedrich und Kirnbauer, Franz: Johann Wolfgang von Goethe am brennenden Berg bei Dudweiler (1770), Leobener Grüne Hefte, Heft 110, Wien 1970.

 

12) Habel, Christian Friedrich: a.a.O., S. 10 -11.

 

13) Achenbach, Heinrich: Das französische Bergrecht und die Fortbildung desselben durch das preußische Allgemeine Berggesetz, Bonn 1869, S. 84.

 

14) Atlas des Concessions du Terrain de Houiller de la Sarre, par Beaunier et Calmelet, Ingenieurs au Corps Imperial des Mines, Sarrebruck 1810, Heute an der Saar als Beaunier-Atlas, aber auch als Duhamel-Atlas bezeichnet

 

15) Ernst August Graf von Beust (21. Januar 1783 - 5. Februar 1859) übernahm die durch die Aller­höchste Ordre vom 30. April 1815 gegründete Königliche Oberbergamts-Commission zu Bonn als Direktor. Durch Kabinetts-Ordre vom 16. Januar 1816 wurde diese Behörde aufgelöst und unter dem Namen Königliches Oberbergamt für die Niederrheinischen Provinzen neu gegrün­det. Graf von Beust wurde Berghauptmann und blieb in dieser Stellung bis er 1841 als Ober­berghauptmann zum Direktor der Abteilung Berg-, Hütten- und Salinenwesen im Finanzmini­sterium in Berlln berufen wurde. Er trat am 1 Oktober 1848 in den Ruhestand.

 

16) Heinrich Böcking, geb. am 1. Juli 1785 in Trarbach a.d. Mosel, kam 1808 nach Saarbrücken und heiratete 1809 die Tochter des Hüttenbesitzers Stumm. Am 17. März 1814 wurde er Oberbür­germeister von Saarbrücken. Kurze Zeit später legte er das Amt nieder, um sich ganz der Verwaltung der Steinkohlengruben an der Saar widmen zu können. Nach dem für die Saar unglück­lichen 1. Pariser Frieden war es Heinrich Böcking, der als Führer der deutschen Bevölkerung unablässig schriftlich und mündlich für die Vereinigung der Saarbrücker Lande mit Preußen wirkte, und dessen Verdienste die Vereinigung auch hauptsächlich zu danken ist. Während der französischen Verwaltungszeit war er indessen mit dem Kreuz der Ehrenlegion ausgezeichnet worden. Am 1. Dezember 1815 wurde er General-Bergkassierer, später Rendant und Assessor des Saarbrücker Bergamtes. Von 1832 -1838 war er gleichzeitig noch Bürgermeister von Saarbrücken. Am 30. Januar 1838 wurde er Bergrat und trat am 5. Oktober 1844 als Oberberg­rat in den Ruhestand. Er starb am 6. Mai 1862 in Bann.

 

17) Leopold Sella, am 25. Oktober 1785ir1 Sanssouci bei Potsdam geboren, erhielt die theoretische Ausbildung von 1801 - 1803 an der Bergakademie Berlin. Seine praktische Ausbildung hatte er im Steinkohlenbergbau in Oberschlesien und im Gangbergbau zu Kupferberg in Niederschle­sien. Vor seiner Berufung zum Direktor der Königlichen Bergamts-Commission, dem späteren Bergamt zu Saarbrücken, leitete er als Obereinfahrer den landesherrlichen und den gewerk­schaftlichen Galmeibergbau und das Hüttenwesen in Oberschlesien, den er als Einfahrer im Dezember 1811 übernommen hatte. Am 23. Januar 1816 wurde er an die Saar berufen; er über­nahm die Königliche Bergamts-Commission mit dem Titel eines Bergmeisters. 1822 wurde er Bergrat, 1837 Oberbergrat und 1846 Geheimer Bergrat. Er leitete den Saarbergbau von 1816 an 41 Jahre lang und trat 1857 in den Ruhestand. Für seine Verdienste um den Saarbergbau ziert sein Medaillenbild die Fassade des Bergwerksdirektionsgebäudes in Saarbrücken. Er starb am 17. Mai 1874 in Saarbrücken.

 

18)  Hauptstaatsarchiv Düsseldorf (HSTA Dü), Bestand Oberbergamt Bonn, Acta betreffend der vorgenommenen Bereisungen des Saarbrücker Berg-Distrikts zur Recherchierung der Verwaltungs- und Betriebsgegenstände durch den Direktor des Königlichen Ober-Berg Amts, Ob. Bergamt Bonn, Nr. 688a, 1816-1835.

 

19) Akte Nr. 688a, S. 27.

 

20) Siehe hierzu Ruth, Karl Heinz: Stollen und Schächte im Steinkohlenbergbau an der Saar (1) Grube Hirschbach, veröffentlicht in SAARBERG Heft 5/1986.

 

21) LA Sbr., Bestand 22. Acta betr. den brennenden Berg und die warmen Quellen zu Duttweller, 1765-1791, Nr. 2556, S.13 bis Rücks.

 

22) Dr. Eugen Skalley, Wirklicher Geheimer Oberregierungsrat, war vom 1 April 1855 bis zum 31. März 1860 Direktor der Ministerialabteilung für das Berg-, Hütten- und Salinenwesen im Mini­sterium für Handel, Gewerbe und öffentliche Arbeiten. Er hatte vor der Ernennung zum Direktor die Direktionsgeschäfte schon mehrere Jahre als Vortragender Rat geleitet, ab 1. April 1860 Ruhestand.

 

23) Haßlacher schreibt auf S. 446 in der Anmerkung xxx: "Früher Berginspector (wahrscheinlich in Kurtrier'schen Diensten), war Jacobi bereits 1773 Churpfälzischer Bergrat zu Moschel im Zwei­brückischen…." Der Berginspektor Johann Friedrich Jakobi wurde von Fürst Wilhelm Heinrich oft zu Befahrungen und Gutachten über die Gruben herangezogen. Im Kirchenbuch der Ge­meinde Dudweiler wurde er 1777 als Taufpate mit der Berufsbezeichnung "Berg-Visitator" auf­geführt.

 

24) Georg Karl August Engelke war von 1865 bis zum 4. Juni 1784 Berginspektor in Nassau-Saar­brücken gewesen. Ihn löste Georg Wilhelm Knörzer ab. Mit gleichem Datum wurde die Direk­tion und Oberaufsicht des gesamten Bergbaues in Nassau-Saarbrücken dem Kammerrat Röchling (ab 1790 Kammer-Direktor) übertragen.

 

25) Akte Nr. 2550, Rücks. von BI. 77 bis 78.

 

26) Akte Nr. 688a, BI. 70 bis Rücks.

 

27) Karl Heinz Ruth: Stollen und Schächte im Steinkohlenbergbau an der Saar (2), Grube Jägers­freude, veröffentlicht in SAARBERG, Heft 8/1986.

 

28) Beim Gefrierverfahren wird der im und um den Schacht liegende Gebirgskörper gefroren und dann der Schacht ohne das störende Wasser abgeteuft. Hierzu wurden am Pascal-Schacht 21 Bohrlöcher um die Schachtröhre gebohrt, dann Rohre einbetoniert und durch sie ständig Kühl­flüssigkeit gepumpt. Siehe SBK 1924, S. 25.

 

29) Gerwert, Orto E.: Geschichtliche Entwicklung der Grube Jägersfreude, 1962, Unveröffentlicht, S.7.

 

30) Siehe hierzu Schacht und Heim, Heft 5/1964, S. 4 -7.

 

31) Benannt nach Obersteiger a. D. Ludwig Borschel

 

32) Klose, Paul: Die Camphausen-Schächte der Steinkohlnegrube Dudweiler-Jägersfreude 001 Saarbrücken, ZBHS, Bd. 31, Berlin 1883, S. B 1 -12.

 

33) SBK 1899, S. 29-31.

 


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