Rudolf Saam / Gottfried Schabert

 

Die Mühlen und Ziegeleien auf dem Dudweiler Bann

 

Dudweiler wird erstmals im Jahr 977 urkundlich erwähnt, doch ist der Ort wohl in frühkarolingischer Zeit als Ausbausiedlung vom Saartal her angelegt worden. Seit dem Beginn des 14. Jahrhun­derts gehören Dorf und Bann "zu dem stabilen Kern der Graf­schaft Saarbrücken" (Hans-Walter Herrmann)1

 

Eine herrschaftliche Mühle in Dudweiler ist für das Jahr 1316 nachweisbar2; sie dürfte aber, von der siedlungs-, verkehrs- und agrargeographischen Situation Dudweilers her, wesentlich älter sein. Diese mittelalterliche Mühle lag nicht am Sulzbach, sondern in der Nähe des 1897/98 erbauten Wasserwerks westlich der Saarbrücker Straße unterhalb des ehemaligen Dorfweihers, der mit ca. 200 m Länge und bis zu 60 m Breite beachtlich groß war und den Wasserzufluß von dem Bruchwiesen-und dem kleinen Scheidterbach erhielt. Über den Weiherdamm zwischen dem un­teren Büchel und der Scheidter Straße führte die frühere Haupt­straße, von SI. Johann über den Homburg und durch den Stadt­wald kommend, nach Sulzbach.

 

Verschiedene Flurnamen sind unbezweifelbare Belege für die Existenz zweier Mühlen auf dem Dudweiler Bann: im Renovatur­protokoll von 16863 finden sich die Flurnamen "An der untersten Mühlen", "Bei der untersten Mühle", "Vor der alten Mühle" und "Hinter der alten Mühle"; 1626 wird ein Flurbezirk "Hinter der alten Mühl uf der Feiß" genannt4. Am 14.6.1771 wird im Taufregister der katholischen Kirchengemeinde St. Johann die Geburt des Jo­hann Georg Müller "Auf der unteren Mühle bei Dudweiler" einge­tragen5. Auf der 1822 neu angelegten Flurkarte wird für die Parzel­len 38 - 43 der Flur 1 der Name "Im Mühlengraben" vermerkt; es war der Abfluß von der alten Mühle bzw. dem Dorfweiher zum Sulzbach. Der Dorfweiher mit einer Wasseroberfläche von über 1 ha war als Viehtränke bzw. -schwemme in seiner Anlage zu groß, die angestaute Wassermenge muß als Antriebskraft noch wirtschaftlich genutzt worden sein.

 

Nach einer handschriftlichen Notiz von A. H. Jungk kauft "Lud" 1525 die "Zinsermühle" in Dudweiler für 400 Gulden6. Karl Rug schreibt zu diesem Vorgang: "Diese Mühle könnte im Dorf gele­gen haben am Weiher, kaum am Sulzbach". Ein Sohn dieses Mül­lers Lud könnte der in Probsteiprotokollen des 16. Jahrhunderts "Dorfplan 1750" genannte Luden Müllers Hansel gewesen sein. In der Türken­schätzung von 1542 wird der Dudweiler Müller mit nur 2 Batzen besteuert.

 

Weitere Einzelheiten über diese frühe Dudweiler Mühle sind nicht bekannt. Es ist nicht auszuschließen, daß bei der Mühle zeitweise auch eine kleine Eisenhütte in Betrieb war: 1897 wurde bei den Fundamentierungsarbeiten für die Maschinenanlage des neuen Wasserwerks eine alte Halde von Eisenschlacken freigelegt, welche "sich nördlich vom Waschbrunnen zwischen der Provinzialstraße und dem Sulzbach dem Wiesenabhang entlang erstreckte. Inner­halb der Baugrube allein mußten 30 -40 zweispännige Wagenla­dungen ausgehoben werden ... Unser Gewährsmann sieht in dem ehemaligen Ortsweiher von Dudweiler ein Sammelbecken der von den umliegenden Höhen abfließenden Tagewässer, mittels deren Gefälle zum Sulzbach die Triebkraft für eine Schmelzhütte und ihren Hammer einst gewonnen wurde ... Unsere Untersu­chung, gestützt auf geschichtliche und technische Anhaltspunkte, kommt zu dem Ergebnis, daß die Verhüttung von Eisen an der Schlackenhalde in Dudweiler in eine spätere Periode des Mittelal­ters versetzt werden muß, und zwar in die Zeit des 13. Jahrhun­derts" (zitiert nach F. W. Wüllenweber, in "Der Bergmannsfreund" vom 24.2.1898).

 

Grundlagen für diese mittelalterlichen Eisenhütten im Saarbrüc­ker Raum waren die im Buntsandstein eingelagerten Brauneisen­steine, die wegen der Transportverhältnisse in jener Zeit meist in der Nähe ihrer Gewinnung verhüttet wurden.

 

Über die Ursachen, die zum Ende des Mühlenbetriebs in der un­mittelbaren Dorfnähe Dudweilers geführt haben, sind bisher keine Aussagen möglich. Es ist denkbar, daß das nach dem 30jährigen Krieg erbaute kommunale Hirtenhaus auf dem Gelände der alten Mühle stand.

 

Im 17. Jahrhundert wird Nickel Trimm als Müller zu Dudweiler er­wähnt, der die Mühle am Sulzbach unterhalb vom Dorf erbaut hat. Geboren ist er um 1575, vermutlich in Sulzbach, verheiratet war er mit Anna N.7. Wahrscheinlich haben die beiden nach 1610 die neue Mühle erbaut. 1621 kaufen Nickel Trimm und Anna in Dud­weiler ein Haus mit Scheuer, Stall und Zubehör für die hohe Summe von 462 Gulden und 1626 ein Haus in der Kirchgasse in St. Johann für 301 Gulden, sie waren also vermögend.

 

1635 wird die Dudweiler Mühle von kaiserlichen Soldaten geplün­dert und völlig zerstört. Im Renovaturprotokoll von 1686 heißt es: "Die alte Mühle, die Nickel Trimmen, der sie erbaut hat, zugehörig gewesen, ist jetzt ein Steinhaufen und hierbevor von den Craba­ten (Kroaten) mit Sulzbach und Quierschied verbrannt worden."8

 

Um 1700 wird die Mühle von Johann (Hans) Peter Krämer, dem Sohn des 1692 verstorbenen reichsten Dudweiler Vollbauern Hans Velten Krämer, wieder aufgebaut. Der neue Müller Joh. Pe­ter Krämer ist 1653 geboren und heiratete am 2. Advent 1684 in Dudweiler die 1664 in Hellenhausen bei Eiweiler geborene Anna Barbara Lorenz9. Da der große Bauernhof am unteren Büchel (heute Gebäudekomplex Samenhandlung Hauck) mit 4 Pferden und über 20 Kühen dem neuen Müller vermutlich zu wenig Zeit für die Mühle ließ, wird die Mühlenarbeit im wesentlichen von seinem Schwager Johann Peter Lorenz erledigt, der in Dudweiler allge­mein nur "der junge Müller" genannt wird; Joh. Peter Lorenz ist um 1680 in Hellenhausen bei Eiweiler als Sohn des dortigen Müllers Peter Lorenz geboren, er heiratete am 2. Februar 1706 die am 19.5.1685 in Bischmisheim geborene Susanna Kath. Ludt, die am 27.3.1760 an einer in Dudweiler grasierenden Fleckfieberseuche stirbt.

 

Nach Joh. Peter Krämers Tod am 7.2.1736 führt der "junge Mül­ler" Joh. Peter Lorenz den Mühlenbetrieb weiter, bis er am 14.3.1739 in Dudweiler knapp 60jährig stirbt. Nach seinem Tod über­nimmt der Vetter seiner Witwe, der älteste Sohn des Mühlener­bauers, dem die Vornamen des Großvaters gegeben worden sind, Johann Valentin (Hans Velten) Krämer die Mühle; geboren war er am 2. 11. 1686, in 1. Ehe mit Anna Kath. Franck werden ihm 2 Söhne und 1 Tochter geboren, die aber früh verstorben sind. In der 2. Ehe mit Elisabeth Kath. Stoll werden keine Kindergeboren. Ob­wohl Hans Velten Krämer im Dorf nach seiner Mühle "der Müller" genannt wird, scheint er den Betrieb nicht mehr intensiv geführt zu haben. Als er 1750 stirbt, fällt die Mühle an die Saarbrücker Herr­schaft.

 

Am 12.2.1751 verleiht die Rentkammer zu Saarbrücken10 die "nunmehro gnädigster Herrschaft als Eigen heimgefallene Erbbestands-, Mahl-und Loh-Mühle samt den zwei dazugehörenden Gärten dem Hans Nickel Finkler in einem 6jährigen Temporalbe­stand. Er soll die Mahlgäste in der Molter nicht übernehmen, son­dern sich mit der gewöhnlichen Molter (= Mahlgebür) begnügen und in allem anderen sich so betragen, wie es einem getreuen und arbeitsliebenden Müller zusteht und gebühret."

 

Dieses Pachtverhältnis ist entweder nie in Kraft getreten oder spätestens 1752 wieder aufgelöst worden, denn am 12.2.1753 wird die Dudweiler Mühle dem aus einer Schweizer Müllerfamilie stammenden Johannes Blaser mit dem für Hans Nickel Finkler er­wähnten Zubehör und 6 Morgen noch auszurodenden Ackerlan­des übergeben. Zur Wiederherstellung der Mühle und des Müh­lengrabens werden 5 Stämme Schwellenholz und 4 Stämme Rie­gelholz geliefert.

 

Johannes Blaser ist am 2.7.1701 11 geboren, von seinem Vater Mi­chael Blaser (geb. in Lannau in der Schweiz, verheiratet mit Anna Margaretha N von der Frohnmühle im Bitscher Land) lernt er das Mühlenbauerhandwerk Er heiratet um 1725 in Neunkirchen die in der Altenwoogsmühle bei Bruchmühlbach geborene Eva Katha­rina Born. Als Müller scheint er zunächst auf der Spieser Mühle ge­arbeitet zu haben, wo wenigstens 2 seiner 9 Kinder geboren wur­den (2 Söhne und 5 Töchter sind früh verstorben). Von ca. 1728­31 war er Müller auf der von seinem Vater erbauten Hasseler Mühle, anschließend war er 8 Jahre auf der Wiebelskircher Mühle, kam dann für 8 Jahre auf die Sulzbacher Mühle und übernahm 1747 die obere St. Johanner Mühle. 1753 kaufte er die Erbbe­standsmühle in Dudweiler, die er bis zu seinem Tod am 6. 6.1762 betrieb. Nach dem mit der Saarbrücker Rentkammer geschlosse­nen Vertrag sollte die Mühle auch auf eines der Kinder des Johan­nes Blaser übergehen können, sie wird aber, gewiß mit Billigung der Saarbrücker Herrschaft, nach dem Tod Joh. Blasers von sei­ner Witwe an den "Wiedertäufer" Peter Zehr aus Lothringen für 1.500 Gulden verkauft. Zehr bittet die Saarbrücker Rentkammer um die Übertragung der Erbbestandsrechte und um Unterstüt­zung zur Ingangsetzung der Mühle. Am 19.4.1764 wird "dem herrschaftl. Meier zu Duttweiler hiermit aufgegeben, die Bache in Duttweiler ausheben zu lassen, damit den durch den Müller Peter Zehr führenden Klagen abgeholfen und derselbe im Mahlen nicht mehr behindert sein möge."

Den Erbbestandsbrief erhält der neue Müller unter dem Datum des 17.9.1765. Vermutlich wegen häufiger Differenzen mit der Gemeinde endet das Pachtverhältnis 1771.

 

Peter Zehr erhält für die Mühle und die in den vergangenen Jahren darin investierte Arbeit 3.250 Gulden. Johannes Müller aus Fechingen muß sie noch im Frühsommer 1771 für die gleiche Summe von der fürstlichen Regierung übernommen haben, ob­wohl der schriftliche Vertrag erst am 17.10.1772 ausgestellt wurde.


Johannes Müller war katholisch, nur in der Todeseintragung wird der zweite Vorname Baptist aufgeführt12. Sein Vater war Joh. Mi­chael Müller von der Thalmühle im Wieschbachtal, der später auf der Heringsrnühle bei Fechingen arbeitete; getauft wurde Joh. Michael Müller am 26.2.1687, er starb am 18.11.1737 13. Vermutlich 1736 hat er die von der Heringsmühle stammende Müllerstochter Anna Maria Speckbacher geheiratet, deren erster Ehemann Val­entin Buschbacher am 5.5.1736 verstorben war. Da diese 1. Ehe der Anna Maria Speckbacher am 27.1.1728 geschlossen wurde, dürfte die Anna Maria Müller, verwitwete Buschbacher, geb. Speckbacher, um 1708 geboren sein.

In der Ehe mit Joh. Michael Müller sind 2 Söhne geboren worden:

1. Johannes Baptist, geb. wohl 1737, gestorben am 10.4.1784 im Alter von 47 Jahren in der Mühle zu Dudweiler, beerdigt am 12.4.1784 in Dudweiler;

2. Johann Georg, geb. wohl 1738 nach dem Tod des Vaters, (verheiratet mit Anna Elisabeth Briam), gestorben bereits am 5.12.176414; in seiner kurzen Ehe wurden 2 Kinder geboren:

1) Joh. Georg, geb. am 31.5.1762, gest. am 28.6.176215

2) Anna Margarethe, geb. am 8.12.176316

 

Johannes Baptist Müller heiratete die aus Ötingen bei Forbach in Lothringen stammende Anna Apollina Briam17

Auf der Herings­mühle in Fechingen werden die ersten 3 Kinder geboren:

1) Peter, geb. am 8.2.1768, später Müller in Dudweiler, dort am 7.2.1834 "im Alter von 66 Jahren" gestorben.

2) Joh. Heinrich, geb. am 29.3.1769, gest. am 11.12.1769

3) Johannes, geb. am 26.5.1770, gest. am 1.6.1770.

Auf der unteren Mühle bei Dudweiler" wird dann

4) Joh. Georg am 14.6.1771 geboren.

Am 4. 3. bringt die Mutter Anna Apollonia Müller, geb. Briam, Zwil­linge zur Welt:

5) Simon, gest. am 22.91773

6) Apollonia, gest. am 29.11.1774. Die Mutter stirbt 6 Tage nach der Geburt der Zwillinge, am 10.3.1773.

Johannes Müller heiratet, wohl 1774, in 2. Ehe Anna Maria Her­mann aus Bliesmengen. In dieser Ehe werden in Dudweiler fol­gende Kinder geboren:

1) Johannes Jakob, geb. am 10.8.1775

2) Johannes Jakob, geb. am 17.6.1777, gest. am 17.6.1779 3) Johannes Jakob, geb. am 18.10.1780 4) Johannes Nikolaus, geb. am 17.1.1783.


Nach dem Tod des Vaters im April 1784 scheint der älteste Sohn Peter, vielleicht zuerst mit Unterstützung eines Fechinger Ver­wandten oder eines Müllergesellen, die Mühle in Dudweiler wei­tergeführt zu haben. Er legt ein "Hausbuch für mich, Peter Müller von der Duttweiler Mihl, den 1. Januar 1804" an und schreibt darin: "Anno 1794, den 24. Juni, habe ich, Peter Müller, die Duttweiler Mahlmühle angenommen von meinen Geschwistern Jörg Müller, echter Bruder, Johannes Müller, 2ter Bruder, Jakob Müller und Jo­hannes Nicolaus Müller, auch 2te Brüder; die Mühl, Gut etcetera ist mir gerichtlich durch Experten abgeschätzt worden:

 

Das Mühlengeschirr ist abgeschätzt für die Summe 390 Gulden 30 Albus durch Müllermeister Gottfried Heß von der St. Johanner Mühl und durch Meister Heinrich Groß von der Scheidter Mühl.

 

Das Gut, welches besteht in 1 7/8 Morgen 38 1/4 Ruthen Garten, Wiesen 4 5/8 Morgen 60 1/2 Ruthen, Ackerland 15 Morgen 35 1/2 Ruthen für die Summe 710 Gulden ist geschätzt durch Valentin Pitz, Gerichtsmann und Velten Lorentz, Gerichtsmann von Duttweiler.

 

Das Gebäude der Mühle, Scheuer, Stallung, Schopp, Keller, Holfgering, Nahrungsplatz für 1990 Gulden durch Baumeister Bruch Experte und Klein Peter ... Meister, macht zusammen 3090 Gul­den 30 Albus.

 

Anno 1794 den 4. November habe ich, Peter Müller, Müller der Duttweiler Mühle, mich versprochen mit Margaretha Trapin von der Ottweiler Neumühle und den 18. November 1794 vermählt.

 

Kinder, welche wir miteinander erzeugt haben:

Den 29. August 1795 morgens um 2 Uhr ist Carolina Müllerin ge­boren und den 30. August getauft worden; Johannes Trab, ledigen Standes von Ottweiler, ist sein Taufpat und Carolina, eine gebo­rene Gestührin von SI. Ingbert, verheiratet mit Jörg Müller, sein Taufgot.

 

Den 4. Juni 1797 morgens vormittags um 11 1/2 Uhr ist Peter Georg Müller geboren und den 15. Juni getauft; Jörg Müller, ver­heiratet mit Carolina, eine geborene Gestühr, von St. Ingbert ist sein Taufpat, und Maria, eine geborene Wühtnerin, verheiratet mit Peter Trab von Ottweiler, ist sein Taufgot.

 

Den 20. April 1799 ist Sofia Müllerin geboren morgens um 4 1/2 Uhr und am 21. April getauft worden. Sofia, eine geborene Luckenbillin, verheiratet mit Ludwig StoII, ist sein Taufgot und Magdalena Trapin, ledigen Standes, ist auch sein Taufgot, Johan­nes Müller, ledigen Standes von Bliesmengen ist sein Taufpat.

 

Den 21. Juni 1801 morgens um 3 Uhr ist Apollonia Margaretha Müllerin geboren und den 24. Juni getauft worden; Johann Nico­laus Jungfleisch, verheiratet mit Christina Sevenie von Duttweiler ist sein Taufpat, Apollonia, eine geborene Kleinin, verheiratet mit Anton Francisci Salch von Völklingen, ist sein Taufgot. Nachtrag: Den 4. Juli 1825 verheiratet mit Georg Salch von Völk­lingen.

 

Den 31. Mai 1803 morgens um 9 Uhr ist Antonius Müller geboren und den 2. Juni getauft worden; Antonius Francisci Salch von Völklingen ist sein Taufpat, Luisa Trabin, ledigen Standes, ist sein Taufgot.

 

Den 20. Juli 1805 nachmittags um 2 1/2 Uhr ist Maria Magdalena Müllerin geboren worden und den 22. Juli getauft worden. Johannes Menges, ledigen Standes von St. Ingbert ist sein Taufpat und Maria Magdalena Trabin, ledigen Standes, ist sein Taufgot.

 

Den 26. Oktober 1807 nachmittags um 9 1/2 Uhr ist Schorsch (Georg) Müller geboren und den 29. getauft worden. Georg Müller von SI. Ingbert, verheiratet mit Carolina Stein, ist sein Taufpat und Catarina Kleinin von St. Ingbert, verheiratet mit Paul Klein von SI. Ingbert, ist sein Taufgot.

 

Den 6. Dezember 1809 morgens um 10 Uhr ist Maria Catharina Müller geboren und den 7. Dezember getauft worden. Anton Zines von Ottweiler, verheiratet mit Maria Trabin, ist sein Taufpat und Magdalena Trabin, ledigen Standes bei mir, ist sein Taufgot; Nachtrag: ist gestorben am 11. Januar 1820 morgens um 3 Uhr.


 

Den 9. März 1812 Nachmittag um 10 Uhr ist Maria Dorothea Mül­lerin geboren und den 11. getauft worden. Peter Müller und Karo­lina Müllerin, auch meine Kinder, haben es als Pat und Got zur hei­ligen Taufe begleitet."

 

Diesen Familienangaben des Peter Müller aus seinem "Haus­buch" können noch folgende Ergänzungen hinzugefügt werden:18 Margaretha Trapp wurde am 2. August 1771 in Ottweiler geboren, ihr Vater war Johann Peter Trapp, die Mutter Maria Trapp, geb. Menges. Margaretha Müller, geb. Trapp, stirbt in Dudweiler am 19. November 1843 im Alter von /2 Jahren; ihr Tod wird von dem Sohn Franz Anton angezeigt.

 

Das älteste Kind Karolina heiratet am 14. Oktober 1829 in Dud­weiler den Lehrer Ludwig Klein. Der Sohn Peter Georg bleibt ledig wie auch der jüngere Bruder Franz Anton. Nach dem Tod des Va­ters am 7. Februar 1834 führen die beiden den Mühlenbetrieb in Dudweiler weiter; Peter Georg stirbt am 17. Juni 1854 in Fried­richsthal; der Neffe Ludwig Schulde zeigt seinen Tod auf dem Bür­germeisteramt in Dudweiler an. Franz Anton stirbt in Dudweiler am 6. Juni 1855; sein Tod wird durch den Schwager Johann Jakob Schulde angezeigt. Sofia heiratet am 11. Juni 1827 in Dudweiler den "Ackerer" Johann Jakob Keßler aus Illingen. Maria Dorothea heiratet am 17. Juni 1832 in Dudweiler den von Jägersfreude stammenden evangelischen Stahlschmied Johann Jakob Schulde, gestorben als Müller auf der Dudweiler Mühle am 24.7.1857. Maria Dorothea Schulde geb. Müller stirbt in Dudweiler am 20. Juli 1885; ihr Tod wird durch den Schwiegersohn Georg Baum angezeigt.

 

Außer den Familienangaben hat Peter Müller in seinem "Haus­buch" auch interessante Einzelheiten zu den von ihm bewirtschaf­teten Ländereien und den in den Jahren 1795 -1833 erzielten Ernteerträgen niedergeschrieben. Zur Mühle gehörten danach ur­sprünglich 8 Gärten, 10 Wiesen und 8 Äcker; hinzugekauft bzw. geerbt hat Peter Müller im Laufe der Jahre 7 Gärten, 10 Wiesen, 8 Äcker und 10 Waldstücke. Die Lage aller Grundstücke ist mit der Parzellen-und Flurnummer sowie der Größe genau beschrieben.

 

Die Ernteerträge sind für die Jahre 1795 -1814 jeweils mit An­gabe der Fruchtart (Korn, Weizen, Hafer, Gerste) in Quart, Faß und Malter, den damaligen Hohlmaßeinheiten sowie den Preisen für 1 Quart aufgeschrieben. Für die Jahre 1815 -1819 fehlen Auf­zeichnungen über die Ernten und Preise; ab 1820 sind unvollstän­dige Angaben vorhanden, so heißt es:

 

"Den 15. August 1820 (haben wir) in 11 Morgen Korn 470 Garben geerntet; den 17. September in 18 Morgen 750 Garben. Den 22. Dezember 1820 von 470 Garben Korn haben bekommen 53 Quart und 2 Faß; den 20. Jenner (1821) 750 Garben gedroschen, haben gegeben 75 Quart.

Den 24. August 1821 kom geerntet in 10 Morgen 440 Garben, item Weizen in 2 Morgen 75 Garben, item in 21 Morgen 827 Gar­ben Hafer.

Den 6. Juli 1822 in 11 Morgen Korn geerntet 390 Garben; den 19. Juli 1822 in 8 Morgen Weizen 300 Garben, den 16. August 1822 in 9 1/2 Morgen Hafer 277 geerntet.

Den :28. August 1823 in 22 Morgen Korn geerntet 654 Garben, den 20. September in 17 Morgen Hafer geerntet 785 Garben.

Den 27. August 1824 in 10 Morgen Korn 431 Garben, den 10. September 1824 in 26 Morgen Hafer 916 Garben.

Den 20. Dezember 1821 von 440 Garben Korn haben gegeben 42 Quart, von 75 Garben Weizen 7 Quart, vo n 827 Garben Hafer 98 Quart.

Den 1. Dezember 1822 von 390 Garben Korn 33 Quart, 1Faß; von 330 Garben Weizen 22 Quart 3 Faß, von 177 Garben Hafer 33 Quart 3 Faß . .. "

 

Interessant sind auch die Angaben über die Aussteuer, die die Töchter Margarethe und Sofie bei ihrer Heirat mitbekommen ha­ben:

 

"Den 5. Juli 1825 hat meine Tochter Greth sich verheiratet und ge­ben ih, bar 500 Gulden, den 25. November 1825 geben (ihr) 1 Zentner Weißmehl, 100 Ölkuchen, 2 Quart Kohlsamen, den 11. Apri/1826 1 Quart Weizen, 50 Ölkuchen, 5 Pfund Federn . ..

Dem Greth (gegeben) eine neue Bettlad, einen neuen Schrank, einen neuen Strohsack, ein neues haarenes Unterbett. Ein neues Oberbett mit 2 Kissen, einen neuen Umhang, 6 neue hanfene Leintücher . .. 20 Pfund Hanf . .. 6 hanfene Serviertten, 6 neue mit Weiden geflochtene Stühle . .. "

 

" Den 5. Juli 1827 meiner Tochter Sofie bar 400 Gulden, eine Kuh (im Wert von) 76 Gulden, an den Wollenweber Woit für nachge­holtes Tuch an Hosen und Rock 19 Gulden, an den Schneider Mohr für Macherlohn 18 Gulden, an den Herrn Pabst für Bier 54 Gulden, geben 100 Ölkuchen (im Wert von) 35 Gulden . .. "

 


"Dem Sofie seine Möbel (ohne Wertangaben): eine neue Bettlad, eine neue Commoth (= Kommode), einen neuen Strohsack, ein neue haarenes Unterbett, ein neu federnes Oberbett mit2 Kissen, einen neuen Umhang . .. 6 neue hanfene Leintücher . .. 6 hanfene Servienten, 6 neue mit Weiden geflechtene Stühl, 20 Pfund Hanf."

 

Schließlich finden sich in dem ..Hausbuch" zahlreiche "Rezepte", die Menschen und Tieren bei Erkrankungen helfen sollten:

 

"Ein Pulver für die Pferd, ein Pulver für die Ochsen, ein Pulver für die Küh, ein Trank für die Küh, für Augenweh der Menschen, für Lungen-oder Schwindsucht an Menschen, für Mutterweh der Weibsleut, wann an einem Menschen sich ein Fluß in Arm oder Bein gezogen hat, wann ein Mensch das Fieber hat, wann ein Mensch etwas verrenkt hat, .

 

Dieses Elixier ist nach dem Tod des schwedischen Hrn. Ooctor Gaivais in seinen Schriften gefunden worden, er lebte 104 Jahr, der Fall allein von einem Pferdt war die Ursach seines Todes; die­ses Mittel war sehr lange in seiner Familie: Sein Großvater lebte durch den Gebrauch dieses Mittels 130 Jahr, seine Mutter 107 Jahr, sein Vaater 110 Jahr. Sie nahmen alle morgens nüchtern 7 bis 9 Tropfen und des Abends nochmal so viel in Rotwein oder Tee; durch den täglichen Gebrauch dieses Elixiers lebte man sehr lange, ohne daß Ader lassen oder andere Arzneien, es stillet das Zittern der Nerven, verringert die Schmerzen des Podagra, reinigt den Magen vor allem, so die Digestion verhindern . .. "

 

Über einen Mord in der Dudweiler Mühle gibt das "Hausbuch" lei­der keine Auskunft, doch ist im "Familienbuch" der ev. Kirchenge­meinde Dudweiler angegeben : "Pitz Johann Ludwig Valentin, geb. zu Dudweiler den 28. Oktober 1750, wurde in der Dudweiler Mühle von seinen mit Branntwein berauschten Genossen erschla­gen den 12. August 1804".

 

1818 wird Pete. Müller (senior) von Dudweiler in Akten der Be­zirksregierung Trier bei 2 Vorgängen erwähnt19:

 

1, Am 17.4.1818 bittet Peter Müller den Saarbrücker Landrat Dern, die königliche Regierung möge ihm die Erbauung einer Ölmühle neben seiner Mahlmühle erlauben. Die von der Be­zirksregierung am 13. 6. 1818 ausgestellte Genehmigung er­hält er mit der Auflage, einen genauen Situationsplan nachzu­reichen. Dieser Situationsplan zeigt deutlich, daß außer der Öl­mühle noch ein kleiner Teich als zusätzliches Wasserreservoir angelegt worden ist.

2, Am 29.8.1818 protestieren mehrere Müller aus der Umgebung von Saarbrücken, unter ihnen Peter Müller von Dudweiler, ge­gen die von der preußischen Verwaltung geforderten Zahlun­gen. In seiner Stellungnahme weist Landrat Derrn darauf hin, daß die Müller "vor Jahren (wohl um 1809, als auch die Saar­brücker Schloßruine verkauft wurde) den Erbbestand wohlfeil ankaufen konnten", dies aber nicht getan hätten, weshalb die Mühlen als Pachtgut und nicht als Eigentum betrachtet werden müßten. Wie diese Auseinandersetzung geregelt wurde, geht aus der Akte nicht hervor, doch ist der frühere Erbbestand von der preußischen Verwaltung nicht wiederhergestellt worden.

 

Nach dem Tod des Peter Georg Müller 1854 und dem des Franz Anton Müller 1855 hat die jüngste Schwester Maria Dorothea mit ihrem Mann Johann Jakob Schulde die Mühle übernommen.

 

Der Großvater des neuen Mühlenbesitzers hieß Joh. Dietrich Bernhard Schulde, war 1738 geboren, wurde Stahlschmied zu Contwig und Jägersfreude ; er heiratete die im Mai 1745 geborene Anna Benninghaus. Joh. Dietrich Bernhard Schulde starb am 30.10.1819, seine Frau Anna am 15.5.1826, beide wurden in Dud­weiler begraben.21 In Ihrer Ehe wurde am 30.11.1776 der Sohn Friedrich Arnold geboren, der am 21.6.1801 die evangelische, am 15.11.1778 in Dudweiler geborene Maria Lorenz (ihre Eltern : Johann Valentin Lorenz, Ackerer, gestorben am 30.10.1819, hei­ratete am 28.3.1769 die am 2.12.1742 in Hühnerteld geborene Eva Kath. Obermann) ehelicht. Friedrich Arnold Schulde zeugt mit Maria Lorenz den am 7.12.1801 in Jägersfreude geborenen Jo­hann Jakob Schulde, der nach Lehrjahren in Jägersfreude und im lothringischen Bärenthai südöstlich von Bitsch wieder auf dem Jä­gersfreuder Blechhammer arbeitet und im Juni 1832 die Maria 00­rothea Müller heiratete. In der Ehe des Johann Jakob Schulde, der von seiner Mutter her evangelisch war, und der katholischen Maria Dorothea Müller werden 3 Söhne und 2 Töchter geboren:


 

1) Ludwig, geb. am 29.6.1833

2) Anna Maria Dorothea, geb. am 11.12.1834

3) Karl Eduard, geb. am 28.2.1837

4) Gustav Adolf, geb. am 15.9.1838

5) Karolina, geb. am 17.1.1845, verheiratet in 1. Ehe mit dem im Krieg 1870171 gefallenen Franz Geib; am 28.7.1876 heiratete sie in 2. Ehe Georg Valentin Mi­chael Baum, geb. am 13.12.1844, gest. am 32.1.1923; er ist der Großvater des Besitzers des "Hausbuches" von Peter Mül­ler, Paul Quint. Karolina stirbt am 17.9.1917 in Dudweiler.

 

Nach der Konfession des Vaters wurden die Söhne evangelisch, die Töchter hingegen nach der Konfession der Mutter katholisch getauft. Im "Dudweiler Familienbuch" des Pfarrers Georg Conrad Brandt steht hinter den Geburtseintragungen der 3 Söhne:

"Die Söhne aus dieser Ehe sollten evangelisch erzogen werden, wurden aber wegen der unausgesetzten Vexationen (Quälereien) der Mutter und deren Brüder der katholischen Kirche zugeführt."

 

Nach dem Tod des Johann Jakob Schulde am 24.7.1857 über­nimmt der älteste Sohn Ludwig den Mühlenbetrieb; er wird in dem "Verzeichnis der Industrie-, Gewerbe-und Handelsbetriebe, Ein­zelfirmen, Gesellschaften und Genossenschaften des HandeIs­bezirks Saarbrücken vom Jahr 1871 22, als Müller und Mehlhändler zu Dudweiler unter der Firmenbezeichnung "Louis Schulde" auf­geführt. Ludwig Schulde, der letzte Berufsmüller in Dudweiler, heiratete am 12.6.1862, wahrscheinlich in Neustadt an der Haardt, die von dort stammende Elisabeth Sauter, Tochter des Jo­hann Sauter und der Philippine geb. Knäckel. Dem Ehepaar wer­den in Dudweiler 5 Kinder geboren:

1) Berta Karolina, geb. am. 12.9.1864, heiratet am 29.5.1884 in Dudweiler Peter Heinrich Matthes, gest. am 21.5.1944 in Dudweiler;

2) Ludwig Wilhelm Karl, geb. am 13.12.1865

3) Maria Karolina, geb. am 17.11.1867

4) Augusta Elisabeth, geb. am 16.7.1869

5) Anna Philippina, geb. am 15.3.1872, bleibt ledig und lebte noch 1960 in Bad Münster a./Stein.

 

Am 24. November 1871 „geriet der Müller Ludwig Schulde in das Wasserrad seiner Mühle und starb sogleich an den erlittenen Beschädigungen". Wie lange die junge Witwe mit ihrer minderjähri­gen Kindern noch in Dudweiler wohnte, ist nicht bekannt.

 

Durch den nach 1850 eingetretenen Aufschwung der Gruben sind die Bauernhöfe und die Mahlmühle für Dudweiler immer bedeutungsloser geworden. Um 1880, spätestens 1883, wird in der frü­heren Mahlmühle eine Schlackenmühle eingerichtet, die den Firmennamen .,zur Mühlen & Hundhausen" führt. Besitzer sind Emil zur Mühlen, gebürtig aus Magdeburg, "Fabrikant in Dudweiler", und Friedrich Gerhard Hundhausen (geb. am 5.9.1849 in Deutz, gest. am 19.1.1901 in Saarbrücken, der über seine Schwieger­mutter Emma Grün geb. zur Mühlen mit seinem Geschäftskom­pagnon verwandt ist.23 In der Schlackenmühle werden Schlac­ken, vor allem von der Neunkircher Hütte, zu Thomasmehl ge­mahlen; zum Abtransport dieses wichtigen Düngemittels wird vom früheren Mühlengelände eine Seilbahn zum Bahndamm gebaut. Wegen der erheblichen Staubbelästigung kommt es zu Be­schwerden der Anwohner.


In einer Eingabe an die Gemeindever­waltung erklärt sich die "Thomasschlackenfabrik zur Mühlen & Hundhausen" bereit, anstelle der Kollergänge eine Kugelmühle mit dichten Staubmänteln und Exhaustoren sowie Staubsammel­kammern zu erbauen. In den Jahren 1890 -93 beschäftigt die Firma durchschnittlich 30 Arbeiter; 1890 werden in einem Quartal 195 Güterwagen mit je 10 t Thomasmehl zum Versand gebracht. Nach einem Brand in der Schlackenmühle um 1894 scheint der Betrieb nicht mehr lange weitergeführt worden zu sein. Um die Jahrhundertwende wird das gesamte Mühlengelände mit dem Wohnhaus von Heinrich Micka senior aufgekauft, ein Teil des Mo­bilars wird an interessierte Nachbarn verkauft.24

 

Einen unbebauten Teil des großen Grundstücks veräußert Hein­rich Micka an den Apotheker Schneppenseifer, der um 1912 sich ein Wohnhaus mit einer Apotheke im Erdgeschoß erbaut. Den an­deren Teil des alten Mühlengeländes erwirbt um 1935 die Grube von den Erben Micka. Die Fundamente der Mühlräder waren da­mals noch erhalten; das ehemalige Wohnhaus der Schlacken­mühle mit der Giebelfront zur Saarbrücker Straße wird erst 1957 abgerissen. Deutlich erkennbar war bis zum Bau der Sulzbachtal­straße auch der (neue) Mühlengraben im Wiesengelände hinter den Wohnhäusern.

 

Die Ziegeleien

Nach freundlicher Mitteilung von Karl Ludwig Jüngst wird ab 1763 eine Ziegelhütte in Dudweiler erwähnt. Sie ist bisher ausschließ­lich über deren Bewohner/Arbeiter bei anfallenden Amtshandlun­gen im kath. Kirchenbuch St. Johann lokalisierbar und müßte da­nach in der Flur 26 "In der Scheidter Frön" gelegen haben: "Zie­gelhütte an der großen Straße bei Dudweiler auf der Scheidter­frön", sowie "Ziegelhütte in Dudweiler in der Hohl". Weder im nassauischen Bannbuch von 1764 noch in den Flurkarten von 1822/ 46 ist eine Ziegelhütte in Flur 26 eingezeichnet, so daß über die genaue Lage keine Angaben möglich sind.

Am 22. März 1846 reicht der Handelsmann und Gastwirt Friedrich Dill ein Gesuch an die Bezirksregierung ein, in dem er um die "Concession zur Anlage einer Ziegelei auf seinem Eigentum da­selbst, District Allment, oberhalb des Dorfes" nachsucht. 25 Von Trier aus erfolgt die Genehmigung am 17.6.1846, wobei vermerkt wird, daß die Ziegelhütte auch mit Kohlen betrieben werden dürfe.


 

Friedrich Dill26, der Großvater der Dudweiler Schriftstellerin Lies­beth Dill, war am 15.10.1807 in Kirn geboren und kaufte um 1835 den "Nassauer Hof".

Zwischen 1847 und 1849 brachten er und sein Geschäftspartner Georg Altpeter27, (geb. am 1.4.1791 zu Ei­weiler, 1813 Förster zu Malstatt, seit September 1817 Förster in Eiweiler, seit Oktober 1819 im gleichen Amt in Dudweiler, seit 18.1.1863 Hegemeister, gest. am 18.11.1871) die Ziegelei in der Scheidter Straße kurz vor der Einmündung der Schwähnselstraße in Gang. Nach der Eröffnung der Eisenbahn 1852 lag die Ziegelei verkehrsmäßig sehr ungünstig und war allenfalls für den örtlichen Bedarf interessant. Sie wurde deshalb, wohl in den 60er Jahren, in die Nähe des Dudweiler Güterbahnhofs an den entstehenden Straßenzug "In den kurzen Rödern" verlegt, obwohl in der Scheid­ter Straße einige Wohnhäuser von Ziegeleiarbeitern erbaut wor­den waren. Nach mündlicher Überlieferung war noch um die Jahr­hundertwende das Gelände der ehemaligen Ziegelei mit dem gro­ßen Trockenschuppen und den Ziegelabfällen ein beliebter Spiel­platz tür die Jugend.


 

 

Das bereits oben erwähnte "Verzeichnis der Industrie-, Gewerbe- ­und Handelsbetriebe . .." von 1871 führt unter "Namen, Stand oder Gewerbe und Wohnort der Firmeninhaber" zu dem neuen Objekt an:28 a) Georg Altpeter, königlicher Förster und Ziegelfab­rikant, b) Kath. Müller, Wwe Friedrich Dill, Ziegelfabrikantin, neide 2U Dudweiler" und als Firmenbezeichnung "Dill & Altpeter". Ka­tharina Dill geb. ller ist am 23. Oktober 1882 gestorben. Die Ziegelfabrik muß aber bereits nach dem Tod von Georg Altpeter in den 70er Jahren ihre Produktion eingestellt haben; jedenfalls wird in der Urkunde anläßlich der Grundsteinlegung der Christuskirche am 18. April 1881 für Dudweiler keine Ziegelei erwähnt.29

 

 

 

Von etwa 1890 bis um 1910 wird von Fritz Enderlein, "Fabrikant", wohnhaft in der Provinzialstraße Nr. 231, eine "Dampfziegelei" in Dudweiler betrieben; wahrscheinlich handelt es sich dabei um die ehemalige Ziegelei "Dill & Altpeter" in der Nähe des Güterbahn­hofs.

 

 

 

Anmerkungen

 

 

 

1)   Hans-Walter Herrmann, Dudweiler als Teil der Grafschaft Nassau-Saarbcken, in Dudweiler 977-1977"', ;977. S. 215

 

2)   A. H. Jungk. Regesten Nr. 989

 

3)   Landesarchiv Saarbrücken. Best. 22 Nr, 2549

 

4)   Dieter Staerk. Fluren und stungen, in .. Dudweiler 977 . 1977"". Seile 183

 

5)   Stadtarchiv Saarbrücken. Register der kath. Kirchengemeinde SI. Johann. Nr. 5825

 

6)   Karl Rug, Dudweiler Familien aus dem 15. -17. Jahrhundert. In Dudweiler 977 -1977'", Seite 169. Nr. 98

 

7)   Anmerkung 6. Seile 173, Nr. 192

 

8)   Albert Ruppersberg. \3eschichle der Gemeinde Dudweiler, 1923, Seile 23. Nr. 37

 

9)   Anmerkung 6. Seile 169. Nr. 91

 

10) Anmerkung 8, Seile 166

 

11) Archiv der ev. Kirchengemeinde Dudweiler, K 6. :. Seite 3 f., 39,45

 

12) Anmerkung 5. Nr. 5822

 

13) Anmerkung 5. Nr. 5783

 

14) Anmerkung 5. Nr. 5826

 

15) Anmerkung 5, Nr. 5824

 

16) Anmerkung 5. Nr. 5792

 

17) Anmerkung 5, für die folgende Angaben die Nummern: 5792, 5854. 5828. 5809. 5815, 5813.5825,5865, 5866,5799, 5835, 5829.5830.5834.5852

 

18) Angaben nach den Heirats-und Sterberegistern der Bürgermeisterei Dudweiler

 

19) LHA Koblenz Best. 442. Nr. 14 305 S. 35 H.

 

20) Katasteramt Saarbrücken

 

21) Anmerkung 11, Familienbuch des Pfarrers Georg Conradt Brandl, die Nummern 1179. 1182 und 1846

 

22) Hanns Klein. Ein Verzeichnis der Industrie-, Gewerbe-und Handelsbetriebe. Einzel­firmen, Gesellschaften und Genossenschaften des Handelsbezirks Saarbrücken vom Jahre 1871, in ZfdGd Saarg."· Bd. XXI. 1973. S. 118 (135-495)

 

23) Anmerkung 18

 

24) Mündl. Mitteilungen von Wilh. Eger. Dudweiler. Saarbrücker Straße 141. Und  Adolf Roth, Dudweiler. Saarbrücker Straße 200

 

25) LHA Koblenz. Best. 442. Nr 1221. S. 369. 371 und 373

 

26) Anmerkung 21, Nummern 234 und 2023

 

27) Anmerkung 21, Nr. 3

 

28) Anmerkung 22, Seite 120 (154-555)

 

29) Rudel! Saam. 8eitrage zur Geschichte der ev. KG Dudweiler, 1982. Seile 46 ff.

 

 

 

 

 


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