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Helmut Sauer

 

Zeittafel der Dudweiler Ortsgeschichte

 

Die nachfolgende Zeittafel beruht weitgehend auf  den Zusammenstellungen von Hermann Schon unter dem Titel „Geschichtliche Daten des Stadtbezirks Dudweiler (Zeittafel)“ in Landeshauptstadt Saarbrücken – Stadtbezirk Dudweiler (Hrsg.), Dudweiler 977 – 1977, Saarbrücken 1977, S. 484 ff., sowie unter dem Titel „Zeittafel – Reflexion“ in Männerchor Harmonie 1896 e. V. Dudweiler (Hrsg.), 100 Jahre Männerchor Harmonie 1896 e.V. Dudweiler, 1996, S. 71 ff., die durchgesehen, ergänzt und bis heute fortgeführt worden sind. Die Dudweiler Geschichtswerkstatt dankt Hermann Schon für die freundlich erteilte Erlaubnis, der hier veröffentlichten Zeittafel, seine beiden o. a. Arbeiten zugrundezulegen.

Die Daten der Zeittafel beziehen sich weit überwiegend auf Dorf bzw. ehemalige Gemeinde und Stadt Dudweiler sowie den Stadtbezirk Dudweiler seit seiner Einrichtung mit der Eingemeindung in die Landeshauptstadt Saarbrücken. Die den Ortsteil Scheidt des Stadtbezirks betreffenden historischen Daten bedürfen noch der Einarbeitung in einem zweiten Schritt.

 

Literaturhinweise sind in blauer Schrift, die der besseren geschichtlichen Orientierung dienenden Angaben der über die Ortsgeschichte von Dudweiler hinausgehenden Daten zu überörtlichen historischen Ereignissen sind in roter Schrift gehalten.

 

Literaturauswahl:

 

Ruppersberg, Geschichte der Gemeinde Dudweiler, 1922, Saarbrücken, 1923

 

Saam, Beiträge zur Geschichte der Evangelischen Kirchengemeinde Dudweiler, Zur 100. Wiederkehr der Einweihung der Christuskirche, 1982

 

Jüngst/Jüngst-Kipper, Einwohner von Dudweiler und Jägersfreude vor 1815, Familien und Sozialgeschichte, Saarbrücken 1990

 

Jüngst/Jüngst-Kipper, Einwohner von Dudweiler und Jägersfreude 1815 - 1885, Familien und Sozialgeschichte, Teil 1, Saarbrücken 2001

 

Dudweiler Geschichtswerkstatt – eine Arbeitsgemeinschaft der Volkshochschule des Regionalverbandes Saarbrücken – vhs in Dudweiler, Historische Beiträge aus der Arbeit der Dudweiler Geschichtswerkstatt, 1989 bis 2008, Bände 1 – 19

nachfolgend zitiert nach:

- Autor, Titel, „DGW“ = Abkürzung für Dudweiler Geschichtswerkstatt, Band, Jahr, und Seite

 

 

 

 

9. Jahrhundert und früher

Das Auffinden eines Feuersteinmessers in einer Sandgrube und die Entdeckung eines Urnengrabs römischen Ursprungs, ferner (1896) eine 1,50 m hohe Säule aus Sandstein mit Kapitell und Rundstab und der steinerne Kopf eines älteren Mannes mit bekränztem Haar, die Bruchstücke eines in Stein gehauenen Beins und eines Arms, ein Schalenstein u. a. m. verweisen bereits auf eine Besiedlung auf dem Ortsbann Dudweiler in der keltisch‑römischen und fränkischen Zeit.

 

700‑500 v. Chr.

Funde im Bereich der jetzigen Gemeinde Dudweiler weisen darauf hin, dass deren Gebiet von keltischen Volksstämmen besiedelt war.

 

58 ‑ 30 v. Chr.

Erste römische Besiedlungen nach Ausdehnung des Römischen Reiches durch Cäsar bis zum Rhein (um 50 v. Chr.).

Anhaltspunkte für das Vorhandensein einer römischen villa rustica auf dem Büchel

Funde beim Bau des Wasserwerks in der Saarbrücker Straße am „Hermesbrunnen“

und an anderen Orten in Dudweiler.

Literatur:

Schabert/Krajewski, Vom Dorfteich zum „Alten Markt“ in Dudweiler, DGW, 2006, Band 9, S. 14 f.

Kügler, Spuren der Dudweiler Vergangenheit, GDW, 2008, Band 10, S. 76

 

486

Der fränkische König Chlodwig (Chlodewech = Ludwig, frz. Clovis) bekennt sich nach der Schlacht von Soissons zum Christentum.

In der Folge gelingt die Festigung des Fränkischen Reiches mit Unterstützung der Römisch-katholischen Kirche.

 

um 500

Fränkische Landnahme auch im Bereich der mittleren Saar, die sich spätestens im 7. Jahrhundert auch auf Gebiete des heutigen Saarlandes mit für die Landwirtschaft weniger ergiebigen Böden, zu denen auch Dudweiler gehört, ausdehnt („Weiler“-Orte).

 

925

Der deutsche König Heinrich I. sichert die Westgrenze des aus der Teilung des Karolingischen Reiches hervorgegangenen ostfränkischen Reiches durch den Erwerb Lothringens, zu dem auch das Land an der mittleren Saar zählt.

 

11. Mai 977

Der Name Dudweiler wird erstmalig in einer Urkunde von Kaiser Otto II. erwähnt, der in Diedenhofen dem Nonnenkloster St. Peter in Metz seine Besitzungen bestätigte; unter diesen befand sich auch die Kapelle in Duodonisvillare.

Literatur:

Kügler, Der Alte Turm und seine Aussage, DGW, Band 9, 2006, S. 21 ff.

 

993

Kaiser Otto III. wiederholt die Bestätigung, dass in Duodonisvillare eine Kapelle des Normenklosters St. Peter in Metz vorhanden ist.

 

1200

Folmar Abegheis wird in Dudweiler mit Gütern belehnt; danach die Herren von Kirkel, von Alben, von Altdorf genannt Wollschläger, von Eiweiler, von Kellenbach, von Forbach, von Bebensheim und Kern von Siersburg.

 

1262

Erwähnung des „Pfarrer von Dudweiler Johannes, den man nennt Verculo“ in den Regesten des Klosters Wörschweiler.

 

spätestens im 14. Jahrhundert

Bau der zum Alten Turm gehörenden ersten bekannten Kirche in Dudweiler.

Literatur:

Kügler, Der Alte Turm und seine Aussage, DGW, Band 9, 2006, S. 21 ff.

 

1316

Das Grafenhaus von Saarbrücken verpachtet eine Mühle in Dudweiler.

Ritter Reiner Rodeborn bestätigt, dass er in Dudweiler Güter von dem Grafen von Saarbrücken zu Lehen hat.

Vermählung der Tochter des Grafen, Katharina, mit dem Ritter Repper; die Mühle des Grafen wurde als Mitgift übergeben.

 

1332

Dudweiler wird erstmals als eigene (Metzer) Pfarrei genannt.

 

1346

Die Ritter Johann von Saarbrücken und sein Bruder Mersilis übergeben die in Dudweiler gezahlten 5 Schillinge, Metziger Pfennige, an das Kloster Wadgassen für eine Seelenmesse.

 

1348

Die Mühle in Dudweiler wird als Lehngut von den Edelknechten Eberhard und Johann Reppert erweitert.

 

1357

Dudweiler gehört als selbständige Pfarrei dem Archipresbyteriat St. Arnual an.

 

1369

Die Frau des Konrad Repper, Mathilde von Saarbrücken, besitzt in Dudweiler einen Hof, den sie der Kirche St. Arnual schenkte.

 

15. Jahrhundert

Dudweiler (wohl nur ein Teil der Einwohner von Dudweiler) gehört zum Hochgericht im Köllertal.

 

1415

Hansemann Scholliquini, Kirchherr.

 

1420

Hensel Bretsch von Bebelsheim und seine Hausfrau Grete verpfänden in Dudweiler mit Zustimmung des Grafen Philipp I. ihre Güter und Rechte in Dudweiler.

 

1435

Saarbrücker Lehnsleute in Dudweiler erhalten von dem gräflichen Haus das Gut von Heinrich Yweiler.

 

1426

Konrad, Kirchherr zu Dudweiler.

 

1443

Gerhard Kern von Siersburg und dessen Hausfrau Grete, die Witwe des Hensel Bretsch, verpfänden ihren Anteil an Neunkirchen und Dudweiler um 160 Gulden an Niklas von Alzei.

 

1454

Gerhard Kern von Siersburg und sein Sohn Johann verkaufen alle ihre Renten zu Saarbrücken, Dudweiler und Sulzbach an das Stift St. Arnual.

 

1460

Der "Schwarze Herzog" von Pfalz‑Zweibrücken fällt in das Saarbrücker Land ein und dringt bis Dudweiler und Scheidt vor. Es werden viele Brände gelegt und das Vieh weggetrieben.

 

1512

Peter von Ramspach, Kirch- und Pfarrherr in Dudweiler

Nikolaus Meier zu Quierschied stiftet 60 rheinische Gulden zu einer Wochenmesse am Altar unserer lieben Frau in der Kirche zu Dudweiler.

Literatur:

Burnikel/Meier, Die Pietà von St. Marien in Dudweiler, Kath. Pfarramt St. Marien Dudweiler (Hrsg.), 2006

 

1529

Heinrich von Nalbach wird Nachfolger des verstorbenen Pfarrers Peter in Dudweiler.

 

1543

Aus diesem Jahr stammt das älteste Verzeichnis der Einwohner von Dudweiler. Es wurde für die Erhebung der Reichssteuer zur Bestreitung der Kosten eines Kriegs gegen die Türken aufgestellt.

 

1544

23 Haushaltungen und 13 Dienstleute, das sind etwa 150 Einwohner, die zusammen 17 Gulden und 3 Batzen Türkensteuer bezahlten.

Der Bischof von Metz akzeptiert für die Kirche von Dudweiler "den Kirchensatz der Grafen von Saarbrücken". Dudweiler war eine Größe eigener Art geworden, die auch unabhängig von der einzigen Mutterkirche die Aufmerksamkeit der Landesfürsten erregt.

Dudweiler hat im Gegensatz zu St. Arnual und Sulzbach bis ins Mittelalter seine kirchliche Selbständigkeit behaupten können.

 

1548

Die Grafen von Saarbrücken erwerben von ihren verschuldeten Lehnsleuten Güter und Rechte in Dudweiler, Sulzbach und Umgebung für 500 Gulden zurück.

 

1549

Festlegung der Banngrenze zwischen Dudweiler und St. Johann.

Steinkohlen von Dudweiler werden bis in die Pfalz verkauft.

 

1556

Johann Stephan (aus Ensheim), Messpriester im Kloster Herbitzheim, erhält die Pfarrei anstelle des Pfarrers Heinrich.

 

1. Januar 1575

Einführung der Reformation in der Grafschaft Nassau-Saarbrücken durch Graf Philipp III. auf der Rechtsgrundlage des Augsburger Religionsfriedens von 1555 („Cuius regio, eius religio.“).

 

 

1575

Pfarrer Johann Stephan ‑ später Johann Stephan Krahe genannt - bekennt sich bei der Visitation zur Augsburger Konfession und wird in seinem Amt bestätigt.

Einführung der Reformation in Dudweiler.

Die katholischen Bewohner gehören nach Einführung der Reformation der Pfarrei St. Johann an.

 

1586

Nach einem Streit über das Graben von Kohle zwischen Sulzbach und Dudweiler wird dieser durch den Oberamtmann und die Räte des Grafen von Saarbrücken entschieden und durch Verordnung das Fuhrwesen neu geregelt.

Die in Dudweiler gewonnenen Kohlen hatten gegenüber denen von Sulzbach einen höheren Wert und wurden mit 24 Batzen je Fuder (30 Zentner) ‑ Sulzbach 12 Batzen ‑ bezahlt.

 

12. November 1586

Den Zunftgenossen der Dudweiler und Sulzbacher Kohlengruben wird eine neue Ausfertigung ihres Zunftbriefs zugestellt, da das Original abhanden gekommen ist.

 

17. Jahrhundert

Bau des Jagdschlosses Jägersfreude.

 

1611

Johann Krahe tritt sein Pfarramt an Johannes Federlien ab.

 

1615

Nikolaus Zwitzermüller verkauft als Vormund seines Enkels Moritz Zwitzermüller das Kellenbachsche Lehen in Dudweiler für 400 Gulden an den Grafen Ludwig. Dies deutet darauf hin, dass von diesem Zeitpunkt ab Dudweiler ganz in die Hände der Grafen von Saarbrücken übergegangen ist.

 

1618 – 1648

30-jähriger Krieg

 

1627

Kaiserliches Kriegsvolk rückt in Dudweiler ein und plündert die Bewohner. Oberstleutnant Orsbeck bezieht mit einem Teil des Kratzischen Regiments in Dudweiler Quartier.

 

1628

In Dudweiler werden (ausgenommen Pfarrer, Schulmeister und Meier) 35 Haushaltungen und 3 Hirten gezählt.

Tätigkeit eines Schulmeisters in Dudweiler.

 

1635

General Gallas zieht in Dudweiler ein und richtet große Verwüstungen an. In dieser Zeit trifft man in Dudweiler mir noch selten Menschen an. Rückgang der Bevölkerung bis auf 4 Untertanen.

 

1648

Graf Gustav Adolf ruft nach dem Friedensschluss die geflüchteten Bewohner zurück.

 

1673

Französischen Heere rücken in das Land ein und halten dieses bis 1697 besetzt.

 

1683

In Dudweiler übt die Herrschaft die hohe, mittlere und niedere Gerichtsbarkeit und andere allgemeine Rechte aus, außerdem das Recht des Heimfalls des besten Stückes Vieh oder Hausrat an den Grundherrn nach dem Tode des Familienoberhaupts.

 

1684

Neuausfertigung des Zunftbriefs vom 12. November 1586 für die Dudweiler Kohlengruben.

 

1686

Johann Philipp Lekemann macht im Auftrag der Regierung eine Bestandsaufnahme von dem Dorf Dudweiler, die zugleich eine schlimme Bilanz über die zurückliegenden Kriegs‑ und Notzeiten vermittelt.

Die heutige „Scheidter Straße“ wird in einem Vermögensverzeichnis als "Klappergaß" be­zeichnet.

 

1691

Die Gräfin Eleonore Klara erteilt die Erlaubnis, in Dudweiler ein Alaunwerk anzulegen und hierbei die Kohlengruben in der Nähe des jetzigen "Brennenden Berges" zu benutzen.

 

1697

Der Friede von Ryswijk beendet den 3. Eroberungskrieg des französischen Königs mit Spanien und dem Deutschen Kaiser, den Pfälzischen Erbfolgekrieg (1688 - 1697), von dem auch unsere Gegend unmittelbar betroffen ist.

 

18. Jahrhundert

Aus den Gemeinden Duttweiler, Sulzbach und Fischbach wird die "Maierei Duttweiler" in der Grafschaft Nassau-Saarbrücken gebildet.

Literatur:

Arend, Duttweiler – Doutweiler – Dudweiler - Von der fürstlichen Meierei über die französische Mairie zur preußischen Gemeinde, DGW, Band 6, 2000, S. 8

 

1713

Die Landstraße von Dudweiler nach Ottweiler wird für den Postbetrieb instandgesetzt.

 

1714

Pfarrer Christian Ludwig Barthels tritt die seit Jahrzehnten vakante Stelle als evangelischer (lutherischer) Pfarrer, der auch für Scheidt zuständig ist, an.

Erste Nachricht von einem Schulhaus in Dudweiler.

Das heutige Haus “Schöpflin“ (jetzt: Sämann; neben der heutigen Turmschule) wird erbaut.

Literatur:

Ballas, Aus dem Pfarrbuch des Pfarrers Christian Ludwig Barthels, ev. Pfarrer und Geistl. Schulaufsicht für Dudweiler und Scheidt, DGW, Band 8, 2004, S. 130

 

1717

Der Graf von Nassau-Saarbrücken erlässt eine Dorfordnung für Dudweiler.

 

1718                     

Eisenschmelze in Jägersfreude.

 

1728

In Dudweiler bestehen zwei Alaunhütten, die jährlich über 600 Zentner Alaun liefern. Der Alaun wird für die Herstellung von Farben und Salmiak benutzt.

Literatur:

Ruth, Die Alaungewinnung am Brennenden Berg, DGW, Band 5, 1998, S. 7

 

1730

Das Gradierwerk und das Sudhaus werden wegen der geringen Wasserkraft des Sulzbachs von Sulzbach nach Dudweiler verlegt. Die neue Anlage zur Salzgewinnung wurde im Jahr 1732 fertig gestellt.

Dudweiler besitzt die meisten Gruben der Grafschaft.

Die Gemeinde Dudweiler fordert unter Berufung auf ihr altes Recht sowie auf ihren Kohlengräberzunftbrief die uneingeschränkte Kohlenförderung.

Literatur:

Jüngst, Nassau-Saarbrücker Salzgewinnung im Sulzbachtal - Sulzbach 1549-1736 – Dudweiler 1730-1736, Sulzbach 1996

Ruth, Befahrungsberichte der frühen Dudweiler Gruben, DGW, Band 3, 1994, S. 21

 

1733‑1736

Der Polnische Erbfolgekrieg bringt wiederholte Truppendurchzüge durch das Gebiet von Nassau-Saarbrücken.

 

1734

Der Bann von Dudweiler wird mit 2.514 Morgen gemessen. Hiervon erhielt der Pfarrer 37 Morgen an Pfarrwittum.

 

6./8.April 1734

Truppendurchzüge im Zusammenhang mit dem polnischen Erbfolgekrieg.

 

Mai 1734

Dudweiler Bürger müssen Schanzarbeiten für die Franzosen in Weißenburg und Philippsburg als Gegenleistung für den französischen Schutz für die Grafschaft leisten.

 

8. Juni 1734

Sechs Marodeure machen Dudweiler unsicher (Sturmleuten).

 

1735

Salzdirektor Todesco nimmt seinen Abschied, und das Salzgebäude wird öffentlich versteigert.

Die Gemeinde steigert das Herrenhaus mit den Stallungen und Holzschuppen, das Repetier­haus und die Salzhäuser für 1000 Taler. Zu einer Übernahme kam es jedoch nicht, da die Gemeinde diesen Betrag nicht bezahlen konnte.

 

1737

Der Bann Dudweiler wird ausgemessen und auf 2.514 Morgen festgesetzt.

 

28. Oktober 1738

Ausbau der Kirche in Dudweiler und feierliche Einweihung.

Literatur:

Schabert, Neue Betrachtungen über die alte evangelische Kirche in Dudweiler von 1738, DGW, Band 8, 2004, S. 121

 

1739

Dudweiler siegt bei einem Weidgangsstreit mit der Stadt St. Johann.

 

1741

Die Straße von Dudweiler nach Saarbrücken wird durch Fronarbeit als Landstraße herge­stellt, und die Straße von Dudweiler nach Saarbrücken, die bis zu diesem Zeitpunkt durch den St. Johanner Wald geführt wurde, führt jetzt durch das Sulzbachtal.

 

1741

Die Bewohner von Dudweiler wenden sich an den Fürsten Wilhelm Heinrich, um die Rückgabe der ihnen entzogenen Rodbüsche, die Ermäßigung des Kohlenzinses und die Nichtansiedlung der Arbeiter von den Schmelzhütten, da der Boden für den eigenen Lebens­unterhalt zu wenig abwarf, zu erreichen. Das Gesuch wird abgelehnt.

 

1741‑1748

Österreichischer Erbfolgekrieg.

 

1743

Ungarische Husaren des Obersten Mentzel in Dudweiler.

 

1745

Der Schulmeister von Dudweiler erhält jährlich 76 Gulden und 15 Albus.

In Dudweiler leben 26 lutherische, 3 reformierte und 7 katholische Familien – insgesamt also etwa 300 bis 350 Personen. Der lutherische Pfarrer ist auch für die Seelsorge der reformierten Familien zuständig und versorgt auch Scheidt. Die Katholiken gehören zu St. Johann.

Literatur.

Wahl, Der mühsame Weg der katholischen Christen in Jägersfreude bis hin zur eigenen Pfarrei, DGW, Band 10, 2008, S. 37

Ballas, Die evangelische Kirchengemeinde Scheidt 1600 bis 1900, DGW, Band 10, 2008, S. 48

 

1751

Alle Kohlengruben in der Gemeinde gehen in herrschaftlichen Besitz über. Die Kohle wird erstmals auch für den Hausbrand verwandt.

 

1754

Das nicht genehmigte Anschlagen einer Grube und der Kohlenverkauf werden mit einer Strafe von 1000 Talern belegt.

 

1756

Zu der evangelischen Kirchengemeinde gehören außer Dudweiler die Dörfer Sulzbach, Scheidt, Friedrichs­thal, ferner die neue Schmelz bei Fischbach, Neuhaus und Hinterfeld (Hühnerfeld).

 

1756

Auf dem Dorfbann liegen drei herrschaftliche Alaunhütten und ein Eisenplatten‑ und Schneide­werk.

 

1763

Beschwerde über das unzulässige Weiden fremder Schafherden auf dem Dudweiler Bann.

 

1765

Anweisung des Fürsten, die Steinkohlen auch zur Erwärmung der Stuben und Behältnisse zu benutzen.

Bau eines neuen Alaunbergs durch Fürst Wilhelm Heinrich mit einem Kostenaufwand von 21.000 Gulden.

 

1766

Bewilligung von Hausbrand für die Untertanen und Einführung der heute noch bekannten Berechtigungskohlen für Bergleute.

Erster Bericht über die Kohlengewinnung in Jägersfreude.

 

4. Dezember 1766                                                                                                                                             

Das Dorf Dudweiler begrüßt die junge Gemahlin des Erbprinzen Ludwig, die Prinzessin Wilhelmine von Schwarzburg‑Rudolstadt, auf der Straße von Dudweiler nach Sulzbach.

 

1769

Hofkammerrat Heuss schreibt: "Der Dudweiler Bann ist unstreitig die gesegneteste Gegend des Landes an Steinkohlen."

Dudweiler ist Sitz der obersten Bergbehörde des Fürstlich‑Nassau‑Saarbrücker Bergamts.

 

27. bis 29. Juni 1770

Goethe bereist die Gegend von Saarbrücken bis Neunkirchen, besucht dabei die reichen Dudweiler Steinkohlengruben, Eisen‑ und Alaunwerke und besichtigt das Naturschauspiel des so genannten "Brennenden Berges".

 

1770

Die Landgrube am Brennenden Berg ist mit einer Fördermenge von .1650 Fuder jährlich die ergiebigste Grube.

 

1771

Der Meier und der Büttel von Dudweiler erhalten jährlich von der Herrschaft 100 bzw. 25 Gulden. Der Altmeier Kohl bezieht 60 Gulden Ruhegehalt.

 

1777

Dudweiler gewinnt einen Prozess gegen das Stift St. Arnual über Weiderechte in der Gemeinde. Das Urteil wird von der Juristischen Fakultät der Universität Marburg 1779 bestätigt.

 

1780

Erster Versuch zur Koksgewinnung der Grube Dudweiler in offenen Meilern.

Repressalien gegenüber der Dudweiler Bevölkerung durch Fürst Ludwig, weil der Prozess von 1779 für ihn verloren ging.

 

1783

Fürst Ludwig erlässt eine Schulordnung, wonach die Kinder vom 7. bis 12. Lebensjahr zum Schulbesuch verpflichtet werden.

 

12. Juni 1785

Erlass der fürstlichen Regierung, der es den Dudweiler Wirten untersagt, den Dudweiler Untertanen Wein, Bier oder Branntwein zu verabreichen (das Verbot wird nach 14 Tagen wieder aufgehoben).

 

1786

Die Bewohner von Dudweiler haben den Status von Gemeindeleuten oder Hintersassen. Die Gemeindeleute waren steuerfrei und hatten Stimmrecht in der Gemeindeversammlung. Die Hintersassen bezahlten eine jährliche Abgabe, die sich nach dem Einkommen richtete.

Bau eines Schulhauses in Dudweiler.

 

1788

Bau eines Jagdhauses für den Fürsten von Nassau‑Saarbrücken und Anlegung eines Gestüts.

 

1789

Französische Revolution

 

1789

Beschwerden der Dudweiler Bevölkerung gegen die fürstliche Regierung wegen allzu großer Abgaben und persönlicher Verpflichtungen.

 

1790

Die Gemeinde Dudweiler klagt mit Erfolg gegen die Ausübung des Weiderechts durch die Arbeiter der Fischbacher Schmelze.

 

1792

Dudweiler gerät unter französische Verwaltung (1792‑1815). Zur Mairie Duttweiler gehören Duttweiler, Fischbach, Neuhaus, Jägersfreude, Sulzbach, Neuweiler, Scheidt, Scheidterberg, Rentrisch. Goffontaine (Stahlhammer) und Eschberg (Canton St. Arnual im Departement Sarre).

Literatur:

Arend, Duttweiler – Doutweiler – Dudweiler - Von der fürstlichen Meierei über die französische Mairie zur preußischen Gemeinde, DGW, Band 6, 2000, S. 8

 

1793

Oberst Blücher, Kommandeur des Roten Husarenregiments, macht mit 400.Soldaten Quartier in Dudweiler (1. Koalitionskrieg gegen Frankreich 1792 - 1795).

.

1795

Nach dem Friedensschluss von Basel zwischen Preußen und Frankreich bleibt Dudweiler mit anderen Gemeinden in Besitz des französischen Staats.

 

1797

Die französische Regierung verpachtet die Kohlengruben der Saargegend, darunter auch die Dudweiler Gruben, für 71.000 Franken an die Gesellschaft Equer in Paris.

Gründung der Knappschaftskasse für erkrankte Mitglieder.

 

1802

Dudweiler besitzt 65 Feuerstellen und rund 700 Einwohner.

 

1802 - 1805

Georg Abholt ist Leiter der Verwaltung in Dudweiler.

 

1807 - 1812

Heinrich Wagner ist Bürgermeister von Dudweiler.

 

1808

Dudweiler zählt 2.124 Einwohner, ist Mairie für die umliegenden Ortschaften und gehört selbst zum Kanton St. Arnual des Saardepartements.

 

1813 – 1815

In den so genannten Befreiungskriegen besiegen die deutschen Staaten mit Preußen an der Spitze und ihre Verbündeten Napoleon I. und seine Truppen.

 

1813 - 1835

Christian Lex (gestorben 1835 in Dudweiler) ist Bürgermeister.

Literatur:

Saam/Schabert, Die Dudweiler Bürgermeister von 1813 – 1992, DGW, Band 3, 1994, S. 6

 

30. Mai 1814

Dudweiler bleibt nach dem 1. Pariser Frieden bei Frankreich.

 

30. November 1815

Dudweiler kommt durch den 2. Friedensvertrag von Paris (20. November 1815) unter preußische Verwaltung. Zur Bürgermeisterei Dudweiler gehören auch Sulzbach, Friedrichsthal und Fischbach.

Vergleiche die Bevollmächtigung des „Ober=Appelations=Rathes Mathias Simon“ durch das von dem preußischen Staatskanzler Fürst von Hardenberg am 27. November 1815 in Saarbrücken unterzeichnete „Besitzergreifungs=Patent wegen der Stadt Saarbrücken und der übrigen von Frankreich durch den Friedens=Traktat vom 20sten November 1815. abgetretenen Gebiete, Oerter und Plätze“ und das am 30. November 1815 von dem „Königlichen Kommissarius“ Simon unterzeichnete „Besitzergreifungs=Protokoll“ über „die reelle Besitznahme“ unter anderem auch der Landgemeinde „Duttweiler“ – abgedruckt in Preußische Gesetzessammlung 1816, S. 73 - 75

 

1816

Die Bürgermeisterei Dudweiler umfasst Dudweiler, Jägersfreude, Sulzbach, Neuweiler, Quierschied und Friedrichsthal.

Die Kohlengruben werden dem Bergamt in Saarbrücken unterstellt.

Literatur:

Arend, Duttweiler – Doutweiler – Dudweiler - Von der fürstlichen Meierei über die französische Mairie zur preußischen Gemeinde, DGW, Band 6, 2000, S. 8

Kügler, Fischbach 1845, seine Besitzverhältnisse und die ersten Bewohner des Tales, DGW, Band 8, 2004, S. 103

 

1818

In Dudweiler werden 130 Kinder in einem Raum von einem Lehrer unterrichtet.

 

1819

Die Gemeinde Quierschied wird aus der Bürgermeisterei Dudweiler herausgelöst und mit Heusweiler vereinigt.

 

1820

Bau des Karolinenstollens und Einführung der Wasserhaltung und neuer Transportmittel.

 

1821

Einrichtung einer katholischen Schule, in der auch die katholischen Kinder von Sulzbach, Jägersfreude und Fischbach aufgenommen werden.

 

1825

Einrichtung einer 2. evangelischen Klasse.

 

1826

Bau des Saarstollens zur Ableitung des Wassers von sämtlichen Gruben im Sulzbachtal.

Literatur:

Zimmer, Von der Teufelsbrücke zum Brennenden Berg, DGW, Band 9, 2006, S. 40, 47

 

1829

Neuer Friedhof an der St. Ingberter Straße erschlossen.

Literatur:

Arend/Künzer, Von den Beerdigungsbräuchen und den Dudweiler Friedhöfen, DGW, Band 6, 2000, S. 86

 

1832

Bau englischer Koksöfen und verstärkte Koksgewinnung.

Zimmer, Die Ostbahn – Ein Standort unserer Wirtschaftsgeschichte und eine untergegangene Bergmannssiedlung im Osten von Dudweiler, DGW, Band 8, 2004, S. 6,

 

1842

Die Grubenverwaltung gewährt erstmals Baudarlehen von 100 bis 150 Talern. In der Zeit von 1842 bis 1858 werden 227 Bergmannshäuser erbaut.

Literatur:

Ruth, Bergmannsprämienhäuser und Bergmanns-Miethäuser in Jägersfreude, DGW, Band 6, 2000, S. 35

Ruth, Bergmannskolonie Herrensohr, DGW, Band 4, 1996, S. 6

Zimmer, Die Ostbahn – Ein Standort unserer Wirtschaftsgeschichte und eine untergegangene Bergmannssiedlung im Osten von Dudweiler, DGW, Band 8, 2004, S. 6

Arend/Künzer, Von den Beerdigungsbräuchen und den Dudweiler Friedhöfen, DGW, Band 6, 2000, S. 86

Pitz, Das Haus eines Bergmanns in der „Klappergaß“ im Wandel der Zeiten, DGW, Band 4, 1996, S. 75

 

1843

Bau des ersten Tiefbauschachts in Dudweiler (Gegenortschacht) und die Anwendung von Dampfmaschinen.

Literatur:

Zimmer, Von der Teufelsbrücke zum Brennenden Berg, DGW, Band 9, 2006, S. 40, 47

 

1846

Hinter einem Haus an der Saarbrücker Straße ‑ heute Villa Micka Nr. 192 ‑ wird ein Urnengrab römischen Ursprungs gefunden.

 

1847

1. Niederschrift der Bürgermeistereiversammlung Dudweiler, die sich aus 5 Gemeindevor­stehern und 9 gewählten Abgeordneten zusammensetzt

.

1847

Jakob Engerich ‑ Bürgermeistereiverwalter in Dudweiler.

 

1849/1850

Bau der Scalley‑Schächte.

Literatur:

Zimmer, Die Ostbahn – Ein Standort unserer Wirtschaftsgeschichte und eine untergegangene Bergmannssiedlung im Osten von Dudweiler, DGW, Band 8, 2004, S. 6

 

1850‑1865

Nikolaus Ganns wird Bürgermeister in Dudweiler.

 

16. November 1852

Fertigstellung der Eisenbahnlinie zwischen Stiringen und Bexbach und Inbetriebnahme des Bahnhofs Dud­weiler.

Literatur:

Arend, Die Saarbrücker Eisenbahn, ihre Vorgeschichte und ein Reisebericht, DGW, Band 4, 1996, S. 57

 

4. Dezember 1853

Gründung des Casino-Verein als erstem in Dudweiler gegründeten Verein.

Literatur:

Schabert, Dudweiler Vereine in der Zeit von 1850 – 1930, DGW, Band 4, 1996, S. 24

 

 

1855

Eisengießerei Wilhelm Schulde.

Der Bergmann hat einen Schichtlohn von 9 Silbergroschen bzw. 12 ½ Silbergroschen für den Hauer.

Literatur:

Arend, Die Sache mit dem Gaslicht, DGW, Band 2, 1991, S. 44

 

29. Januar 1855

Gründung des Evangelischen Frauenvereins

Literatur:

Schabert, Dudweiler Vereine in der Zeit von 1850 – 1930, DGW, Band 4, 1996, S. 24

 

1856

Besiedlung des Ortsteils Herrensohr.

Literatur:

Ruth, Bergmannskolonie Herrensohr, DGW, Band 4, 1996, S. 6

 

1857

Impf‑ und Armenärzte Dr. Kalk und Dr. Langgut.

Gründung der Dudweiler Schützengesellschaft

Literatur:                                                                                 

Jüngst-Kipper, Dudweiler Hebammen im 18. und 19. Jahrhundert, DGW, Band 5, 1998, S. 18

Literatur:

Schabert, Dudweiler Vereine in der Zeit von 1850 – 1930, DGW, Band 4, 1996, S. 24

 

1. Oktober 1858

Eröffnung eines Postamts in Dudweiler.

Literatur:

Arend/Eifler, Das Postwesen in Dudweiler und Herrensohr im 19. und 20. Jahrhundert, DGW, Band 1, 1989, S. 31

 

6. November 1858

Gründung einer Katholischen Pfarrgemeinde Dudweiler‑Sulzbach.

Literatur:

Rausch, Geschichte der katholischen Pfarrei Dudweiler an der Saar, Saarbrücken., 1923

 Burnikel/Meier, Die Pietà von St. Marien in Dudweiler, Kath. Pfarramt St. Marien Dudweiler (Hrsg.), 2006

Kalmes/Kaicher/Hansen/Schon, Festschrift zur 100-Jahrfeier der Pfarrgemeinde St. Marien – Dudweiler und Beitrag zur Pfarrgeschichte 1858 – 1958, Dudweiler, Juni 1958

Meier, 150 Jahre Pfarrgemeinde St. Marien Dudweiler, in Festschrift 150 Jahre Pfarrgemeinde St. Marien Dudweiler, 2008, S. 4

 

Sommer 1858

Gründung des Katholischen Kirchenchores St. Marien

Literatur:

Schabert, Dudweiler Vereine in der Zeit von 1850 – 1930, DGW, Band 4, 1996, S. 24

 

1859

Dudweiler hat 3.661 Einwohner.

 

1860

Bau eines Schulhauses am Neuhauserweg 2.

Dr. Teich als Knappschaftsarzt in Dudweiler tätig. Ihm folgen die Ärzte: Dr. Röhrig, Dr. Fritz Specht, Dr. Max‑Schmidt und Dr. Wilhelm Frank.

 

2. Oktober 1860

Schlagwetterexplosion auf der Grube Dudweiler. Es folgen weitere Unglücksfälle dieser Art am 26. Juli 1885 und am 17. März 1885 und am 10. August 1908 in der Grube Camp­hausen.

 

1861

Grube Dudweiler mit Jägersfreude bildet Berginspektion IV.

 

1864

Der alte Friedhof an der ältesten Kirche wird geschlossen. Neuanlage eines Friedhofs in der Winterbach.

 

25. August 1865

Sulzbach scheidet aus der katholischen Pfarrei Dudweiler aus.

Vikar Österling wird Pfarrer von Dudweiler.

 

1866

Bau einer dreischiffigen gotischen Kirche für die Katholische Pfarrgemeinde St. Marien.

Richard‑Schacht wird abgeteuft.

Kloster der Schwestern vom Heiligen Geist gegründet.

Literatur:

Rausch, Geschichte der katholischen Pfarrei Dudweiler an der Saar, Saarbrücken., 1923

Kalmes/Kaicher/Hansen/Schon, Festschrift zur 100-Jahrfeier der Pfarrgemeinde St. Marien – Dudweiler und Beitrag zur Pfarrgeschichte 1858 – 1958, Dudweiler, Juni 1958

Burnikel, Eine vergessene Inschrift, DGW, Band 7, 2002, S. 33

Burnikel/Meier, Die Pietà von St. Marien in Dudweiler, Kath. Pfarramt St. Marien Dudweiler (Hrsg.), 2006

Meier, 150 Jahre Pfarrgemeinde St. Marien Dudweiler, in Festschrift 150 Jahre Pfarrgemeinde St. Marien Dudweiler, 2008, S. 4

 

1866‑1889

Otto Blum ‑ Bürgermeister von Dudweiler.

 

1868

Bau eines Schulhauses an der Kirchenstraße.

 

1869

Gründung der "Freiwilligen Feuerwehr" Dudweiler.

Literatur:

Paul/Schwarz, Die Freiwillige Feuerwehr Dudweiler, DGW, Band 9, 2006, S. 81

 

1871

Ehrenfriedhof mit Kriegerdenkmal auf dem alten Friedhof in Dudweiler.

In Dudweiler bilden sich die ersten politischen Parteien.

Zentrumspartei wird stärkste politische Vertretung in Dudweiler.

 

1871

Bergwerk Camphausen wird in Betrieb genommen.

 

1873

Eröffnung der Bergvorschule in Dudweiler.

Bau von zwei Schulhäusern in der Wilhelmstraße.

 

20. Januar 1873

Gründung des Evangelischen Kirchengesangvereins

Literatur:

Schabert, Dudweiler Vereine in der Zeit von 1850 – 1930, DGW, Band 4, 1996, S. 24

 

1874

Bau einer Schule an der Rehbachstraße.

Bau eines Gemeindehauses.

 

1876

Eröffnung der ersten Apotheke durch Herrn Lenhards, die 1883 an Herrn Schöneweg und 1889 an Herrn Kallmann überging.

Literatur:

Meier, Beiträge zur Dudweiler Topographie: Markante Häuser in der Saarbrücker Straße und ihre Geschichte (2), DGW, Band 3, 1994, S. 57, 70

Klein, Die Entwicklung der Dudweiler Apotheken unter besonderer Berücksichtigung der Gruben-Apotheke/Apotheke am Markt, DGW, Band 6, 2000, S. 102

Meier, Der historische Felsenkeller bei der Glück-Auf-Apotheke in Dudweiler, DGW, Band 10, 2008, S. 67

 

28. März 1877

Die Schriftstellerin Liesbet Dill wird in dem ehemaligen Jagdhaus des Fürsten von Nassau‑Saarbrücken in Dudweiler geboren.

Literatur:

Meier, Beiträge zur Dudweiler Topographie: Markante Häuser in der Saarbrücker Straße und ihre Geschichte (2), DGW, Band 3, 1994, S. 57, 70

Arend, Die Lichtspieltheater von Dudweiler, Herrensohr und Scheidt – und ein kleines Kapitel Filmgeschichte, DGW, Band 7, 2002, S. 65, 73 f.

Meier, Der historische Felsenkeller bei der Glück-Auf-Apotheke in Dudweiler, DGW, Band 10, 2008, S. 67, 71 ff.

 

18. September  1877

Gründung des Gesangvereins „Liedertafel“

Literatur:

Schabert, Dudweiler Vereine in der Zeit von 1850 – 1930, DGW, Band 4, 1996, S. 24

 

1877

Bau eines Schulgebäudes am Marktplatz.

 

1878

Vertrag mit dem Fabrikanten Wilhelm Schulde zum Bau eines Gaswerks.

Herausgabe des Dudweiler Anzeigers 2‑ bis 3mal in der Woche.

Einführung der ersten Straßenbeleuchtung (Gasleuchten).

Aufstellung der ersten Plakatanzeiger in den Straßen.

Literatur:

Arend, Die Sache mit dem Gaslicht, DGW, Band 2, 1991, S. 44

 

20. August 1879

Erlass einer Polizeiverordnung

Literatur:

Im Archiv geblättert, DGW, Band 8, 2004, S. 143

 

1881

Gründung des Deutschen Roten Kreuzes in Dudweiler

Literatur:

Schabert, Dudweiler Vereine in der Zeit von 1850 – 1930, DGW, Band 4, 1996, S. 24

 

1882

Gründung des Turnerbundes Dudweiler (später: Allgemeiner Turnverein Dudweiler – ATVD).

Indienststellung der Christuskirche in der Saarbrücker Straße für die Evangelische Kirchengemeinde.

Literatur:

Saam, Beiträge zur Geschichte der Evangelischen Kirchengemeinde Dudweiler, Zur 100. Wiederkehr der Einweihung der Christuskirche, 1982

Schabert, Seit wann heißt die evangelische Kirche in Dudweiler „Christuskirche“ ?, DGW, Band 8, 2004, S. 127

Schabert, Dudweiler Vereine in der Zeit von 1850 – 1930, DGW, Band 4, 1996, S. 24

 

1885

Eine schwere Schlagwetterexplosion in der Grube Camphausen verursacht den Tod von 181 Bergleuten.

 

1887

Herrensohr erhält eine Wasserleitung.

 

1889

Soziale Auseinandersetzungen der Bergarbeiter mit der Grubenverwaltung.

Erstmalige Herausgabe der Dudweiler Zeitung durch Artur Unterkeller.

Literatur:

Kootz/Jurecka, Die „Dudweiler Zeitung“ – Geschichte und Analyse einer Lokalzeitung, DGW, Band 2, 1991, S. 61

 

15. September 1889

Gründung des Gesangsvereins „Thalia“

Literatur:

Schabert, Dudweiler Vereine in der Zeit von 1850 – 1930, DGW, Band 4, 1996, S. 24

 

1890 - 1908

Karl Petermann ‑ Bürgermeister in Dudweiler.

 

16. Februar 1890

Gründung des Evangelischen Arbeitervereins.

1890

Gründung des Turnerbundes Dudweiler (später im ATVD aufgegangen)

Literatur:

Schabert, Dudweiler Vereine in der Zeit von 1850 – 1930, DGW, Band 4, 1996, S. 24

 

20. Februar 1890

Der Vertreter des Rechtsschutzvereins Warken erhält in Dudweiler 1.319 Stimmen bei der Reichstagswahl und damit die absolute Mehrheit.

 

1. Februar 1891

Erste Versammlung der Sozialdemokraten in Dudweiler mit dem aus Köln stammenden Max Lücke als Redner.

 

1891

Gründung der ersten freiwilligen Sanitätskolonne des Roten Kreuzes.

 

1892

Gründung des Volksvereins für das katholische Deutschland.

Gemeinde Dudweiler erhält eine „Fortbildungsschule“.

 

1895

Bau einer Schule an der Scheidter Straße.

Abschaffung des Schulgelds.

 

1896

Bau des Dudweiler Wasserwerks an der Saarbrücken Straße.

Bei dem Bau des großen Waschbrunnens, dem so genannten Hermesbrunnen, am alten Wasserwerk, fand man in einer Tiefe von 5 bis 7 m eine 1,50 m hohe Säule aus Sandstein mit Kapitell und Rundstab. Neben ähnlichen, bearbeitetem Stein fand man gleichzeitig den steinernen Kopf eines älteren, bärtigen Mannes mit bekränztem Haar, Bruchstücke eines Beins, einen kleinen Altar aus Stein, ein Trinkglas mit doppeltem Stiel und doppeltem Boden, einen Feuerstein, eine blaue Tonperle, eine 20 cm hohe, stehende, weibliche Figur aus Ton und einen 27 kg schweren, eiförmigen Stein; es wird angenommen, dass es sich bei dem Stein um einen so genannten Schalenstein handelt, der zur Aufnahme von kleinen Opfergaben bestimmt war.

 

1. März 1896

Gründung des Männergesangvereines Harmonie im Lokal Valentin Baldes, Ecke St. Ingberter Straße/Saarbrücker Straße

Literatur:

Männergesangverein Harmonie 1896 Dudweiler e. V. (Hrsg.), 100 Jahre Männergesangverein Harmonie 1896 e. V. Dudweiler – 1896 – 1996, S. 71 ff.

Literatur:

Schabert, Dudweiler Vereine in der Zeit von 1850 – 1930, DGW, Band 4, 1996, S. 24

 

1898

Schiedeborn-Schacht als Wetterschacht der Grube Jägersfreude errichtet.

Erlass einer Baupolizeiverordnung und eines Ortsstatuts über die Anlage von Straßen und Plätzen.

Eine Fernsprechstelle wird in Dudweiler eingerichtet.

Bau einer Wasserleitung für Dudweiler und Fischbach und Beseitigung der Laufbrunnen.

Bau eines Schwesternhauses mit Kranken‑ und Waisenanstalt – „Kloster“.

Bau eines Schlachthofs  (Fertigstellung 1901) und Anstellung eines Tierarztes für die Fleischbeschau.

Literatur:

Zimmer, Die Grube Jägersfreude und ihre Wetterschächte auf Dudweiler Bann, DGW, Band 19, 2008, S. 25

 

1900

Dudweiler Eisenbauanstalt angesiedelt – später: Hans Leffer – Stahl- und Gerätebau.

Dudweiler hat 16.320 Einwohner.

 

25. August 1900

Turn- und Spielclub Dudweiler gegründet (später vereinigt mit ATVD)

Literatur:

Schabert, Dudweiler Vereine in der Zeit von 1850 – 1930, DGW, Band 4, 1996, S. 24

 

1901

Anlegung des Friedhofs an der Neuweilerstraße.

Dudweiler hat einschließlich Herrensohr, Jägersfreude und Fischbach rd. 20.000 Einwohner.

Literatur:

Arend/Künzer, Von den Beerdigungsbräuchen und den Dudweiler Friedhöfen, DGW, Band 6, 2000, S. 86

 

18. November 1901

Inbetriebnahme der Straßenbahn durch das Sulzbachtal.

 

1903

In Dudweiler werden 20 Flöze mit einer Tiefe von 410 m abgebaut.

 

1905

Neubau des Bürgermeistergebäudes nach dem Entwurf des Architekten Sturm mit einem Kostenaufwand von 70.000 RM.

 

Sommer 1905

Gründung des Verschönerungsvereins Dudweiler

Literatur:

Schabert, Dudweiler Vereine in der Zeit von 1850 – 1930, DGW, Band 4, 1996, S. 24

 

1906

Erlass eines Ortsstatuts über die Straßenreinigung.

 

8. Juli 1906

Gründung des Allgemeinen Turnvereins Dudweiler – ATVD – im Wege des Zusammenschlusses des Turnevereins Dudweiler von 1882 und des Turn- und Spielclubs Dudweiler von 1900 (um 1910 trat auch der Turnerbund Dudweiler dem ATVD bei).

Literatur:

Schabert, Dudweiler Vereine in der Zeit von 1850 – 1930, DGW, Band 4, 1996, S. 24

 

1907

Fertigstellung der Erweiterung des Rathauses

 

1908

Das Schiff der alten Kirche in Dudweiler wird beim Bau einer 18-klassigen Schule (Neues Schulhaus/Turmschule) abge­rissen.

Einrichtung einer Sonderschule für schwach begabte Kinder.

Der Verschönerungsverein von Dudweiler bringt in der Klamme des "Brennenden Berges" eine Gedenktafel über den Besuch von Johann Wolfgang Goethe an.

 

1908 – 1928

Otto Jost ‑ Bürgermeister von Dudweiler.

 

10. August 1908

Schlagwetterexplosion auf der Grube Camphausen.

 

1909

Schulunterricht in der neuen 18-klassigen Volksschule (Neues Schulhaus/Turmschule) an dem ehemaligen Kirchplatz für katholische und evangelische Schüler aufgenommen. Einrichtung des ersten öffentlichen Brausebads (Warmbadeanstalt) in Dudweiler (Keller der Turmschule).

Bau eines Postdienstgebäudes in der Saarbrücker Straße.

Bau eines Schulhauses in der Schulstraße in Jägersfreude (Bismarckschule).

 

1910

Eisen‑ und Blechanstalt Jenewein und Gapp.

 

1911

Verpachtung des Gas‑ und Wasserwerks an die Gasanstalt‑Betriebsgesellschaft in Berlin.

 

12. Januar 1912

Bei der Reichstagswahl fallen 3.056 Stimmen auf das Zentrum, 2.127 Stimmen auf die Nationalliberale Partei und 304 Stimmen auf die Sozialdemokratische Partei.

 

Juni 1912

Gründung des Sportvereines „Hansa“

Literatur:

Schabert, Dudweiler Vereine in der Zeit von 1850 – 1930, DGW, Band 4, 1996, S. 24

 

1912

Das jährlich im Juli von der Grubenverwaltung abgehaltene Bergfest wird nicht mehr veranstaltet und an dessen Stelle eine Familienkrankenkasse eingerichtet.

Die Bergfeste waren von Arbeitgeberseite veranstaltete, nach dem vormittäglichen Kirchgang auf dem Bergfestplatz beginnende Familienfeste mit Freibier, einer „Freizigarre“, Bergkapelle und Tanz. Die Ochsen für die Rindfleischsuppe mit Reis aus Kupferkesseln wurden Tage zuvor, feierlich herausgeputzt, durch das Dorf geführt.

Literatur:

Ruth, Bergmannsuniformen an der Saar, 1986, S. 119

Zimmer, Von der Teufelsbrücke zum Brennenden Berg, Historische Beiträge aus der Arbeit der Dudweiler Geschichtswerkstatt, Band 9, 2006, S. 40, 52 f.

 

1913

In Dudweiler bestehen 10 Jugendvereine (3 nationale, 3 katholische, 3 evangelische und 1 sonstiger).

Bildung des Windthorstbundes in Dudweiler (Jugendorganisation der Zentrumspartei).

 

1914 – 1918

1. Weltkrieg

 

1914 – 1918

Die Jahre des 1. Weltkrieges sind durch kriegsbedingte Maßnahmen geprägt. Die Verknappung der Grundnahrungsmittel führt ab 1915 zu Massenspeisungen (Kochküchen), für die 1916 Haushaltsmittel in Höhe von 2.258.329,50 Mark veranschlagt werden.

Die für 1916 vorgesehenen Gemeinderatswahlen werden verschoben.

Dudweiler hat bis zum Kriegsende (im November 1918) 536 Kriegstote zu beklagen.

 

1918

In der Bürgermeisterei Dudweiler zählt man 86 Schulklassen, in denen 4.625 Schulkinder unterrichtet werden.

Ein Arbeiter‑ und Soldatenrat besetzt Rathaus, Schlachthof und Bauhof. Danach Besetzung durch französische Truppen und Beendigung dieser Tätigkeit.

 

19. Januar 1919

Nach Einführung des allgemeinen Wahlrechts bei der Wahl zur Deutschen Nationalver­sammlung erhielten die Sozialdemokraten in Dudweiler 6.112 Stimmen, das Zentrum 2 745 und die Demokraten mit der Deutschen Volkspartei 1.542 Stimmen.

 

Oktober 1919

Plünderung des Kaufhauses Levy (später E. Ochse, EMA, Kaufland) am Markt Dudweiler.

 

1919 – 1935

Das Saargebiet steht unter der Verwaltung des Völkerbunds.

 

11. Juli 1920

Erste Gemeinderatswahl nach dem 1. Weltkrieg.

 

1920

Die Sitzungen des Gemeinderats werden für öffentlich erklärt. Der Bergmann Helfgen wird zum Gemeindevorsteher und Johann Heinrich Wunn zum Stellvertreter gewählt.

Das Gemeinde‑Gas‑ und ‑wasserwerk wird wieder in gemeindliche Regie übernommen.

 

1921

Die Gemeinde zahlt für die von Prof. A. Ruppersberg erarbeitete „Geschichte der Gemeinde Dudweiler“ ein Honorar von 3.000 RM gegen Übergabe der Rechte.

 

1922

Unterhaltungsclub Einigkeit

Literatur:

Arend, Der „U. C. Einigkeit“ – und die Geschichte mit der Freilichtbühne, DGW, Band 8, 2004, S. 53

 

1923

Gründung des Verkehrsvereins Dudweiler.

 

05.02. – 15.05.1923

Saarländischer Bergarbeiterstreik (70.000 Mann) bringt große Not in viele Familien.

 

1924

Bau eines Freibads an der St. Ingberter Straße.

 

1925

Fischbach wird aus der Bürgermeisterei Dudweiler gelöst.

Literatur:

Kügler, Fischbach 1845, seine Besitzverhältnisse und die ersten Bewohner des Tales, DGW, Band 8, 2004, S. 103

 

13. September 1925

Die SPD Herrensohr und die Sozialistische Arbeiterjugend (SAJ) Herrensohr errichten ein Friedrich-Ebert-Denkmal

Literatur:

Heinz, Zur Geschichte des Friedrich-Ebert-Denkmals in Herrensohr, DGW, Band 2, 1991, S. 76

 

6. Juni 1926

Einweihung des Kriegerdenkmals in der Saarbrücker Straße.

 

1927

Baugebiet „Kitten“ (Brennender - Berg – Straße, Farrenwiesstraße, Kittenbergstraße) wird entwickelt.

Anlage eines Turn- und Sportplatzes verbunden mit der Einweihung  eines Turnerheimes mit Jugendherberge durch den Allgemeinen Turnverein Dudweiler -ATVD – auf dem Kitten.

Literatur:

Biehl, Die Geschichte der Alten Villa auf dem Kitten, DGW, Band 7, 2002, S. 99

 

1928 - 1935

Arthur Jost wird Bürgermeister.

 

1929

Bau einer Schule an der Saarbrücker Straße (Mühlenweg/Mühlenschule) als „Französische Schule“.

 

1930

Einweihung des Evangelischen Gemeindehauses „Am Neuhauser Weg“.

Literatur:

Arend/Saam, Die Geschichte des evangelischen Gemeindehauses, DGW, Band 7, 2002, S. 37

 

1931

Gemeinde verkauft 128,75 ar an die Schützengesellschaft Dudweiler.

 

1933

Bau einer öffentlichen Bedürfnisanstalt am Markt in Dudweiler.

 

13. Januar 1935

Saarabstimmung

Literatur:

Linsmayer (Hrsg.), Der 13. Januar – Die Saar im Brennpunkt der Geschichte, Historische Beiträge des Landesarchivs Saarbrücken, Band 1, 2005 – vgl. dort insbesondere den Beitrag: Stationen der „Heimkehr“. – mit der Kamera in Dudweiler unterwegs (1933-1935), S. 131 ff. – mit Fotos aus dem Nachlass des Dudweiler Lehrers Julius Walter (seit 1907 Lehrer in Dudweiler), vgl. dort S. 129

Hoffmann/Schon, Politische Schicksale Anfang der dreißiger Jahre in Dudweiler, DGW, Band 1, 1989, S. 75

 

1. März 1935

Rückkehr des Saargebiets zum Deutschen Reich.

 

1935 – 1944

Als Bürgermeister wird Dr. Eugen Schiefer eingesetzt.

 

1935

Beginn der Emigration von Gegnern und Opfern des nationalsozialistischen Regimes

Hoffmann/Schon, Politische Schicksale Anfang der dreißiger Jahre in Dudweiler, DGW, Band 1, 1989, S. 75, und Abdruck der „Nachweisung der Personen, die aufgrund des römischen Abkommens aus dem Bereich des 12. Polizeireviers abgewandert sind“, S. 79 ff.

Jurecka, Zeugnisse jüdischer Menschen in Dudweiler, DGW, Band 3, 1994, S. 87

 

 

1935/1936

Auflösung bzw. „Gleichschaltung“ der Dudweiler Vereine. Die Sportvereine werden im „Verband für Leibesübungen“ zusammengefasst.

 

31. Juli 1936

Die Gemeinde Dudweiler erhält durch den Reichskommissar für das Saarland das Recht ein eigenes Wappen zu führen. Das Wappen besteht aus dem Schild mit Schildrand und zeigt auf blauem Grund einen aufrecht stehenden, nach links gewendeten silbernen Löwen mit roter Zunge, roten Krallen und mit einer goldenen Krone. In der rechten Vorderpranke hat der Löwe einen goldenen Schlägel geschultert.

 

1936

Bau der Verbindungsstraße Dudweiler‑Scheidt (jetzige Beethovenstraße – „die Autobahn“) – in erster Linie für die Zwecke der Below-Kaserne (heute Universitätscampus).

 

1937

Anlegung eines Parkgeländes an der St. Ingberter Straße im Bereich des früheren Gemeinde­friedhofs.

Baubeginn eines HJ-Heimes an der Beethovenstraße – später Festhalle des ASC Dudweiler.

Literatur:

Schabert/Krajewski, Vom Dorfteich zum „Alten Markt“ in Dudweiler, DGW, Band 9, s006, S. 14, 19

Arend, Vom HJ-Heim zur Sport- und Festhalle, DGW, Band 10, 2008, S. 5

 

1938

Einrichtung einer öffentlichen Bücherei.

Anlage von Luftschutzbunkern für die Zivilbevölkerung in Dudweiler parallel zum Bau des Westwalles (insbesondere der Bereich des Brennenden Berges)

Literatur:

Sämann, Vom Bücherschrank zum Bürgerhaus - Stadtbibliothek Dudweiler im Wandel des Jahrhunderts, DGW, Band 4,1996, S. 89

Meier, Der historische Felsenkeller bei der Glück-Auf-Apotheke in Dudweiler, DGW, Band 10, 2008, S. 67

 

1939 – 1945

2. Weltkrieg

 

1939

Die Ortsteile Herrensohr und Jägersfreude nebst einigen Straßenzügen in Dudweiler werden infolge des Kriegsausbruchs von der Zivilbevölkerung geräumt.

Vereinzelte Bombenabwürfe im Ortsbereich, insbesondere Herrensohr und Jägersfreude.

Literatur:

Arend, Kriegsgefangenschaft in Dudweiler, DGW, Band 3, 1994, S. 93

 

1940

Wiederbesiedlung der geräumten Ortsteile.

 

1944

Vermehrte Bomberangriffe nach der Invasion der Alliierten in der Normandie.

Literatur:

Im Archiv geblättert: Abdruck eines beim Luftangriff am 13. Januar 1945 abgeworfenen alliierten Flugblattes, DGW, Band 5, 1998, S. 118 f.

 

31. Juli 1944

Absturz eines amerikanischen Bombers in das Gelände des früheren Friedhofs zwischen der evangelischen Christuskirche und der katholischen Kirche St. Marien.

Literatur:

Meier, Der historische Felsenkeller bei der Glück-Auf-Apotheke in Dudweiler, DGW, Band 10, 2008, S. 67

 

20. März 1945

Einmarsch amerikanischer Truppen in Dudweiler

Literatur:

Jurecka, Dudweiler Zeitzeugen erinnern sich an die Endphase des 2. Weltkrieges, DGW, Band 6, 2000, S. 107

 

21. März 1945

Zusammenbruch der nationalsozialistisch geführten Gemeindeverwaltung.

 

1945

Verwaltung des Saargebiets durch die Besatzungsmächte und Ausübung begrenzter Verwal­tungshoheit durch zivile Dienststellen.

 

12. Mai 1945 – 30. Juni 1945

Verwaltungsamtmann Friedrich Müller mit der Wahrnehmung der Geschäfte der Gemeinde Dudweiler beauftragt.

Literatur:

Saam/Schabert, Die Dudweiler Bürgermeister 1813 – 1992, DGW, Band 3, 1994, S. 6 ff.

 

1. Juli 1945 – Anfang April 1946

Bürgermeister August Hey

Literatur:

Saam/Schabert, Die Dudweiler Bürgermeister 1813 – 1992, DGW, Band 3, 1994, S. 6 ff.

 

27. Mai 1946 – 22. September 1946

Bürgermeister Ernst Richard Rauch

Literatur:

Saam/Schabert, Die Dudweiler Bürgermeister 1813 – 1992, DGW, Band 3, 1994, S. 6 ff.

 

22. September 1946 – 6. April 1949

Bürgermeister August Rech

Literatur:

Saam/Schabert, Die Dudweiler Bürgermeister 1813 – 1992, DGW, Band 3, 1994, S. 6 ff.

 

1946

Die Gemeinde Dudweiler hat 745 Tote im Zusammenhang mit Kriegshandlungen und Gefangenschaft zu beklagen (398 Wehrmachtsangehörige, 245 Todeserklärungen und Vermisste, 10 Bürger durch Artillerie und Minenexplosionen, 52 Wehrmachtsangehörige in Gefangenschaft).

Literatur:

Im Archiv geblättert: Lebensmittelrationen für die Zeit vom 1. April bis zum 30. April 1946, DGW, Band 5, 1998, S. 120

 

15. September 1946

Erste Kommunalwahl nach dem Zweiten Weltkrieg in Dudweiler.

 

1947

Das Saarland wird selbständige Verwaltungseinheit mit wirtschaftlichem Anschluss an Frank­reich und politischer Unabhängigkeit von Deutschland.

 

6. April 1949 – 6.6.1956

Bürgermeister Johann Pitz

Literatur:

Saam/Schabert, Die Dudweiler Bürgermeister 1813 – 1992, DGW, Band 3, 1994, S. 6 ff.

Saam, Johann Pitz – ein Leben für Freiheit, Frieden, Soziale Gerechtigkeit, DGW, Band 2, 1991, S. 69

 

27. März 1949

Gemeinderatswahl.

 

1949

Beginn der Erschließung der neuen Stadtteile Dudweiler-Süd und ‑Südost.

 

1951

Dudweiler steht nach der Beschäftigtenzahl im Saarland an vierter Stelle.

 

1952

Schließung des Schlachthofs.

 

1952

Stilllegung der Grube Hirschbach.

 

1954

Überwölbung des Sulzbachs und Bau der Sulzbachtalstraße.

 

1954

Neubau des Postgebäudes.

 

1955

Referendum über ein Saarstatut. Eingliederung des Saarlandes als 10. Bundesland in die BRD.

 

26. August 1955

Der Gemeinderat beschließt einstimmig das Wappen der Gemeinde Dudweiler künftig ohne Schildrand zu führen.

 

13. Mai 1956

Gemeinderatswahlen.

 

23. Oktober 1956 – 22. Oktober 1966

Bürgermeister Hermann Mühlenberg

Literatur:

Saam/Schabert, Die Dudweiler Bürgermeister 1813 – 1992, DGW, Band 3, 1994, S. 6 ff.

 

27. Januar 1957

Bundespräsident Prof. Dr. Theodor Heuss zu Besuch in Dudweiler.

 

21.Juni 1957

Konsekration der Pfarrkirche St. Bonifatius am oberen Hofweg.

 

1957

Bau der Grund‑ und Hauptschule Herrensohr (Theodor‑Heuss‑Schule).

 

20. Juli 1958

Konsekration der Pfarrkirche St. Barbara auf dem Pfaffenkopf. Künstlerisch gestaltete Fenster von Gabriele Loire, Chartres.

 

1958

Bau der 18-klassigen Grund‑ und Hauptschule (Albert‑Schweitzer‑Schule).

 

1958

Neugestaltung des alten Marktplatzes mit Omnibushaltebuchten und Parkplätzen. Stilllegung der schienengebundenen Straßenbahn in Dudweiler und Einsatz von Linienomnibussen der Straßenbahngesellschaft im Saartal.

 

15. Mai 1960

Gemeinderatswahlen.

 

1960

Bau eines Feuerwehrgerätehauses mit Räumen für das Deutsche Rote Kreuz.

 

15. Dezember 1960                                                                                                                                                

Einweihung der Theodor‑Heuss‑Schule in Herrensohr.

 

12. April 1961

Einweihung der Albert‑Schweitzer‑Schule in Dudweiler-Süd.

 

1962

Errichtung der ersten Wohnhochhäuser „Am Gehlenberg“.

 

12. September 1962

Der Minister des Innern verleiht der Gemeinde Dudweiler das Recht, die Bezeichnung Stadt zu führen.

 

17. Mai 1963

Mit der Geburt des Thomas Dudo Zimmer hat Dudweiler 30.000 Einwohner.

 

28.Juni1964

Städtepartnerschaft mit der Stadt St. Avold (Lothringen).

 

1964

Wahl des Stadtrats.

 

1965

Bau eines Polizeigebäudes an der Beethovenstraße.

 

8 August 1965

Dechant Geistlicher Rat h. c. Wilhelm Kehr wird zum Ehrenbürger von Dudweiler ernannt.

Literatur:

Arend, Ehrenbürger der Stadt Dudweiler, DGW, Band 9, 2006, S. 5

 

25. September 1966

Pfarrer Carl-August Hertel wird zum Ehrenbürger von Dudweiler ernannt.

Literatur:

Saam/Schabert, Die Dudweiler Bürgermeister 1813 – 1992, DGW, Band 3, 1994, S. 6 ff.

 

23. Oktober 1966 – 31.12.1973

Bürgermeister Adolf Barth

Literatur:

Saam/Schabert, Die Dudweiler Bürgermeister 1813 – 1992, DGW, Band 3, 1994, S. 6 ff.

 

1966

Bau eines Marktbrunnens.

Neubau der zentralen Elektro‑Umspannstation.

Neubau Stadtwerke.

Neubau Stadtbücherei am Marktplatz.

 

9. Februar 1967

Fabrikant Heinrich Jenewein wird zum Ehrenbürger von Dudweiler ernannt.

Literatur:

Arend, Ehrenbürger der Stadt Dudweiler, DGW, Band 9, 2006, S. 5

 

21. Mai 1967

Einweihung der Heilig‑Geist‑Kirche mit evangelischem Gemeindezentrum (Dietrich-Bonhoeffer-Haus) in Dudweiler-Süd.

 

1968

Bau einer Sporthalle für den TUS Herrensohr.

Neubau des St.‑Josefs‑Krankenhauses.

 

19. Januar 1968

Einweihung des Büchereigebäudes mit Sitzungssaal am Markt.

 

2. Februar 1968

Tod es Ehrenbürgers der Stadt Dudweiler Heinrich Jenewein.

 

20. Oktober 1968

Stadtratswahl.

 

1968/1969

Umbau des Freibads (3 Becken mit Vorwärmanlage).

 

10. Mai 1969

Einweihung des umgebauten Freibads.

 

26. September 1969

Patenschaft zwischen der Stadt Dudweiler und dem Fallschirmjägerbataillon 262, Oberbex­bach.

 

1969

Autobahnzubringer an der Beethovenstraße fertig gestellt.

 

Mai 1970

Bundeskanzler Willy Brandt in Dudweiler.

Ehrung des Dudweiler Komponisten Heinrich Konietzny.

 

27.‑29. Juni 1970

200. Jahrestag des Besuchs von Johann Wolfgang von Goethe in Dudweiler begangen.

 

Juli 1970

Zwei Dudweiler Bürger, Ferdi Behles (CDU) und Hermann Schon (SPD), im Landtag.

Neuer Kindergarten der Pfarrgemeinde St. Bonifatius am Guckelsberg fertig gestellt.

 

30. August 1970 Neuer Kindergarten der Pfarrgemeinde St. Bonifatius eingeweiht.

 

August 1970

Minigolfanlage im Wiesental fertig gestellt.

 

Dezember 1970

Freigabe der Querverbindung zur Sulzbachtalstraße und der Bahnhofstraße.

 

2. September 1971

Staatl. Gymnasium Dudweiler feierlich seiner Bestimmung übergeben.

 

September 1971

Neues Postgebäude in der Saarbrücker Straße.

 

Oktober 1971

Freigabe eines weiteren Stücks des Autobahnzubringers durch den Innenminister Ludwig Schnur.

 

14. September 1971

Neuer städtischer Kindergarten in der Rehbachstraße

.

Dezember 1971

Der Stadt wurde von dem Minister für Kultus, Unterricht und Volksbildung die Genehmigung zum Bau einer Hauptschule gegeben.

 

1. März 1972

Dechant Kehr, Ehrenbürger der Stadt Dudweiler, verstorben.

 

September 1972

Neubau einer 15klassigen Hauptschule ‑ Mühlenschule ‑ mit zahlreichen Funktionsräumen.

St. Marien wird renoviert.

 

Januar 1973

Camphauser Straße für den Verkehr freigegeben.

 

September 1973

Neue Hauptschule "Mühlenschule" in Dudweiler eingeweiht.

 

Oktober 1973

Älteste Schule Dudweilers, Marktschule, wird abgerissen.

 

28. November 1973

Über 4.000 Bürger demonstrieren für die Selbständigkeit von Dudweiler in Saarbrücken. Nach einem Marsch vom Bahnhof zum Landtag wird eine Petition mit 15.000 Unterschriften gegen die Eingemein­dung dem Landtagspräsidenten übergeben.

 

12. Dezember 1973

Neuer städtischer Kindergarten auf dem Pfaffenkopf eingeweiht.

 

1973

Bau des Sportzentrums im Wiesental mit 50‑m‑Hallenbad begonnen.

 

1. Januar 1974

Die Stadt Dudweiler wird durch die kommunale Gebiets‑ und Verwaltungsreform aufge­löst und gem. § 133a des Kommunalselbstverwaltungsgesetzes zum Stadtbezirk in der neu zu gliedernden Landeshauptstadt Saarbrücken erklärt.

Stadtoberamtsrat Friedrich Kalmes wird mit der Wahrnehmung der Geschäfte der Bezirks­verwaltung beauftragt. Stellvertreter ist Stadtamtsrat Hermann Schon (MdL).

 

April 1974

Der neu gewählte Bezirksrat Dudweiler zählt 15 Mitglieder: 7 SPD, 7 CDU, 1 FDP.

Realschule in Aufbauform in Dudweiler in den Räumen der Mühlenschule errichtet.

 

10.Juni1974

Konstituierende Sitzung des 15 Mitglieder zählenden Bezirksrats Dudweiler.

 

26. September 1974

Auf Vorschlag des Oberbürgermeisters werden mit Zustimmung des Stadtrats Saarbrücken Stadtoberamtsrat Hermann Schon die Aufgaben des Bezirksbürgermeisters übertragen. Ein­führung durch den Beigeordneten der Landeshauptstadt Saarbrücken Franz Roth.

 

26. September 1974 – 31. Januar 1993

Bezirksbürgermeister Hermann Schon

Literatur:

Saam/Schabert, Die Dudweiler Bürgermeister 1813 – 1992, DGW, Band 3, 1994, S. 6 ff.

 

1974

Bau einer städtischen Sporthalle mit 17 x 36 m auf dem Kitten.

 

20. Mai 1975

Der Stadtrat Saarbrücken beschließt Satzung und Aufgabenkatalog für den Stadtbezirk Dudweiler, zu dem auch Scheidt und Jägersfreude gehören..

 

30. November 1975

Einweihung des renovierten Oberlinhauses an der Christuskirche der Evangelischen Kirchengemeinde Dudweiler.

 

Dezember 1975

Tierbachstraße dem Verkehr freigegeben.

 

Februar 1976

Erweiterte Mühlenschule übergeben.

 

8. April 1976

Ehrenbürger von Dudweiler, Pfarrer C. A. Hertel, nach Verkehrsunfall verstorben.

 

6. Dezember 1976

Neuer städtischer Kindergarten Herrensohr übergeben.

 

1. bis 10. Juli 1977

1.000‑Jahr‑Feier in Dudweiler.

 

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