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Helmut Sauer
Zeittafel der Dudweiler Ortsgeschichte
Die nachfolgende Zeittafel beruht weitgehend auf den Zusammenstellungen von Hermann Schon unter dem Titel „Geschichtliche Daten des Stadtbezirks Dudweiler (Zeittafel)“ in Landeshauptstadt Saarbrücken – Stadtbezirk Dudweiler (Hrsg.), Dudweiler 977 – 1977, Saarbrücken 1977, S. 484 ff., sowie unter dem Titel „Zeittafel – Reflexion“ in Männerchor Harmonie 1896 e. V. Dudweiler (Hrsg.), 100 Jahre Männerchor Harmonie 1896 e.V. Dudweiler, 1996, S. 71 ff., die durchgesehen, ergänzt und bis heute fortgeführt worden sind. Die Dudweiler Geschichtswerkstatt dankt Hermann Schon für die freundlich erteilte Erlaubnis, der hier veröffentlichten Zeittafel, seine beiden o. a. Arbeiten zugrundezulegen. Die Daten der Zeittafel beziehen sich weit überwiegend auf Dorf bzw. ehemalige Gemeinde und Stadt Dudweiler sowie den Stadtbezirk Dudweiler seit seiner Einrichtung mit der Eingemeindung in die Landeshauptstadt Saarbrücken. Die den Ortsteil Scheidt des Stadtbezirks betreffenden historischen Daten bedürfen noch der Einarbeitung in einem zweiten Schritt.
Literaturhinweise sind in blauer Schrift, die der besseren geschichtlichen Orientierung dienenden Angaben der über die Ortsgeschichte von Dudweiler hinausgehenden Daten zu überörtlichen historischen Ereignissen sind in roter Schrift gehalten.
Literaturauswahl:
Ruppersberg, Geschichte der Gemeinde Dudweiler, 1922, Saarbrücken, 1923
Saam, Beiträge zur Geschichte der Evangelischen Kirchengemeinde Dudweiler, Zur 100. Wiederkehr der Einweihung der Christuskirche, 1982
Jüngst/Jüngst-Kipper, Einwohner von Dudweiler und Jägersfreude vor 1815, Familien und Sozialgeschichte, Saarbrücken 1990
Jüngst/Jüngst-Kipper, Einwohner von Dudweiler und Jägersfreude 1815 - 1885, Familien und Sozialgeschichte, Teil 1, Saarbrücken 2001
Dudweiler Geschichtswerkstatt – eine Arbeitsgemeinschaft der Volkshochschule des Regionalverbandes Saarbrücken – vhs in Dudweiler, Historische Beiträge aus der Arbeit der Dudweiler Geschichtswerkstatt, 1989 bis 2008, Bände 1 – 19 nachfolgend zitiert nach: - Autor, Titel, „DGW“ = Abkürzung für Dudweiler Geschichtswerkstatt, Band, Jahr, und Seite
9. Jahrhundert und früher Das Auffinden eines Feuersteinmessers in einer Sandgrube und die Entdeckung eines Urnengrabs römischen Ursprungs, ferner (1896) eine 1,50 m hohe Säule aus Sandstein mit Kapitell und Rundstab und der steinerne Kopf eines älteren Mannes mit bekränztem Haar, die Bruchstücke eines in Stein gehauenen Beins und eines Arms, ein Schalenstein u. a. m. verweisen bereits auf eine Besiedlung auf dem Ortsbann Dudweiler in der keltisch‑römischen und fränkischen Zeit.
700‑500 v. Chr. Funde im Bereich der jetzigen Gemeinde Dudweiler weisen darauf hin, dass deren Gebiet von keltischen Volksstämmen besiedelt war.
58 ‑ 30 v. Chr. Erste römische Besiedlungen nach Ausdehnung des Römischen Reiches durch Cäsar bis zum Rhein (um 50 v. Chr.). Anhaltspunkte für das Vorhandensein einer römischen villa rustica auf dem Büchel Funde beim Bau des Wasserwerks in der Saarbrücker Straße am „Hermesbrunnen“ und an anderen Orten in Dudweiler. Literatur: Schabert/Krajewski, Vom Dorfteich zum „Alten Markt“ in Dudweiler, DGW, 2006, Band 9, S. 14 f. Kügler, Spuren der Dudweiler Vergangenheit, GDW, 2008, Band 10, S. 76
486 Der fränkische König Chlodwig (Chlodewech = Ludwig, frz. Clovis) bekennt sich nach der Schlacht von Soissons zum Christentum. In der Folge gelingt die Festigung des Fränkischen Reiches mit Unterstützung der Römisch-katholischen Kirche.
um 500 Fränkische Landnahme auch im Bereich der mittleren Saar, die sich spätestens im 7. Jahrhundert auch auf Gebiete des heutigen Saarlandes mit für die Landwirtschaft weniger ergiebigen Böden, zu denen auch Dudweiler gehört, ausdehnt („Weiler“-Orte).
925 Der deutsche König Heinrich I. sichert die Westgrenze des aus der Teilung des Karolingischen Reiches hervorgegangenen ostfränkischen Reiches durch den Erwerb Lothringens, zu dem auch das Land an der mittleren Saar zählt.
11. Mai 977 Der Name Dudweiler wird erstmalig in einer Urkunde von Kaiser Otto II. erwähnt, der in Diedenhofen dem Nonnenkloster St. Peter in Metz seine Besitzungen bestätigte; unter diesen befand sich auch die Kapelle in Duodonisvillare. Literatur: Kügler, Der Alte Turm und seine Aussage, DGW, Band 9, 2006, S. 21 ff.
993 Kaiser Otto III. wiederholt die Bestätigung, dass in Duodonisvillare eine Kapelle des Normenklosters St. Peter in Metz vorhanden ist.
1200 Folmar Abegheis wird in Dudweiler mit Gütern belehnt; danach die Herren von Kirkel, von Alben, von Altdorf genannt Wollschläger, von Eiweiler, von Kellenbach, von Forbach, von Bebensheim und Kern von Siersburg.
1262 Erwähnung des „Pfarrer von Dudweiler Johannes, den man nennt Verculo“ in den Regesten des Klosters Wörschweiler.
spätestens im 14. Jahrhundert Bau der zum Alten Turm gehörenden ersten bekannten Kirche in Dudweiler. Literatur: Kügler, Der Alte Turm und seine Aussage, DGW, Band 9, 2006, S. 21 ff.
1316 Das Grafenhaus von Saarbrücken verpachtet eine Mühle in Dudweiler. Ritter Reiner Rodeborn bestätigt, dass er in Dudweiler Güter von dem Grafen von Saarbrücken zu Lehen hat. Vermählung der Tochter des Grafen, Katharina, mit dem Ritter Repper; die Mühle des Grafen wurde als Mitgift übergeben.
1332 Dudweiler wird erstmals als eigene (Metzer) Pfarrei genannt.
1346 Die Ritter Johann von Saarbrücken und sein Bruder Mersilis übergeben die in Dudweiler gezahlten 5 Schillinge, Metziger Pfennige, an das Kloster Wadgassen für eine Seelenmesse.
1348 Die Mühle in Dudweiler wird als Lehngut von den Edelknechten Eberhard und Johann Reppert erweitert.
1357 Dudweiler gehört als selbständige Pfarrei dem Archipresbyteriat St. Arnual an.
1369 Die Frau des Konrad Repper, Mathilde von Saarbrücken, besitzt in Dudweiler einen Hof, den sie der Kirche St. Arnual schenkte.
15. Jahrhundert Dudweiler (wohl nur ein Teil der Einwohner von Dudweiler) gehört zum Hochgericht im Köllertal.
1415 Hansemann Scholliquini, Kirchherr.
1420 Hensel Bretsch von Bebelsheim und seine Hausfrau Grete verpfänden in Dudweiler mit Zustimmung des Grafen Philipp I. ihre Güter und Rechte in Dudweiler.
1435 Saarbrücker Lehnsleute in Dudweiler erhalten von dem gräflichen Haus das Gut von Heinrich Yweiler.
1426 Konrad, Kirchherr zu Dudweiler.
1443 Gerhard Kern von Siersburg und dessen Hausfrau Grete, die Witwe des Hensel Bretsch, verpfänden ihren Anteil an Neunkirchen und Dudweiler um 160 Gulden an Niklas von Alzei.
1454 Gerhard Kern von Siersburg und sein Sohn Johann verkaufen alle ihre Renten zu Saarbrücken, Dudweiler und Sulzbach an das Stift St. Arnual.
1460 Der "Schwarze Herzog" von Pfalz‑Zweibrücken fällt in das Saarbrücker Land ein und dringt bis Dudweiler und Scheidt vor. Es werden viele Brände gelegt und das Vieh weggetrieben.
1512 Peter von Ramspach, Kirch- und Pfarrherr in Dudweiler Nikolaus Meier zu Quierschied stiftet 60 rheinische Gulden zu einer Wochenmesse am Altar unserer lieben Frau in der Kirche zu Dudweiler. Literatur: Burnikel/Meier, Die Pietà von St. Marien in Dudweiler, Kath. Pfarramt St. Marien Dudweiler (Hrsg.), 2006
1529 Heinrich von Nalbach wird Nachfolger des verstorbenen Pfarrers Peter in Dudweiler.
1543 Aus diesem Jahr stammt das älteste Verzeichnis der Einwohner von Dudweiler. Es wurde für die Erhebung der Reichssteuer zur Bestreitung der Kosten eines Kriegs gegen die Türken aufgestellt.
1544 23 Haushaltungen und 13 Dienstleute, das sind etwa 150 Einwohner, die zusammen 17 Gulden und 3 Batzen Türkensteuer bezahlten. Der Bischof von Metz akzeptiert für die Kirche von Dudweiler "den Kirchensatz der Grafen von Saarbrücken". Dudweiler war eine Größe eigener Art geworden, die auch unabhängig von der einzigen Mutterkirche die Aufmerksamkeit der Landesfürsten erregt. Dudweiler hat im Gegensatz zu St. Arnual und Sulzbach bis ins Mittelalter seine kirchliche Selbständigkeit behaupten können.
1548 Die Grafen von Saarbrücken erwerben von ihren verschuldeten Lehnsleuten Güter und Rechte in Dudweiler, Sulzbach und Umgebung für 500 Gulden zurück.
1549 Festlegung der Banngrenze zwischen Dudweiler und St. Johann. Steinkohlen von Dudweiler werden bis in die Pfalz verkauft.
1556 Johann Stephan (aus Ensheim), Messpriester im Kloster Herbitzheim, erhält die Pfarrei anstelle des Pfarrers Heinrich.
1. Januar 1575 Einführung der Reformation in der Grafschaft Nassau-Saarbrücken durch Graf Philipp III. auf der Rechtsgrundlage des Augsburger Religionsfriedens von 1555 („Cuius regio, eius religio.“).
1575 Pfarrer Johann Stephan ‑ später Johann Stephan Krahe genannt - bekennt sich bei der Visitation zur Augsburger Konfession und wird in seinem Amt bestätigt. Einführung der Reformation in Dudweiler. Die katholischen Bewohner gehören nach Einführung der Reformation der Pfarrei St. Johann an.
1586 Nach einem Streit über das Graben von Kohle zwischen Sulzbach und Dudweiler wird dieser durch den Oberamtmann und die Räte des Grafen von Saarbrücken entschieden und durch Verordnung das Fuhrwesen neu geregelt. Die in Dudweiler gewonnenen Kohlen hatten gegenüber denen von Sulzbach einen höheren Wert und wurden mit 24 Batzen je Fuder (30 Zentner) ‑ Sulzbach 12 Batzen ‑ bezahlt.
12. November 1586 Den Zunftgenossen der Dudweiler und Sulzbacher Kohlengruben wird eine neue Ausfertigung ihres Zunftbriefs zugestellt, da das Original abhanden gekommen ist.
17. Jahrhundert Bau des Jagdschlosses Jägersfreude.
1611 Johann Krahe tritt sein Pfarramt an Johannes Federlien ab.
1615 Nikolaus Zwitzermüller verkauft als Vormund seines Enkels Moritz Zwitzermüller das Kellenbachsche Lehen in Dudweiler für 400 Gulden an den Grafen Ludwig. Dies deutet darauf hin, dass von diesem Zeitpunkt ab Dudweiler ganz in die Hände der Grafen von Saarbrücken übergegangen ist.
1618 – 1648 30-jähriger Krieg
1627 Kaiserliches Kriegsvolk rückt in Dudweiler ein und plündert die Bewohner. Oberstleutnant Orsbeck bezieht mit einem Teil des Kratzischen Regiments in Dudweiler Quartier.
1628 In Dudweiler werden (ausgenommen Pfarrer, Schulmeister und Meier) 35 Haushaltungen und 3 Hirten gezählt. Tätigkeit eines Schulmeisters in Dudweiler.
1635 General Gallas zieht in Dudweiler ein und richtet große Verwüstungen an. In dieser Zeit trifft man in Dudweiler mir noch selten Menschen an. Rückgang der Bevölkerung bis auf 4 Untertanen.
1648 Graf Gustav Adolf ruft nach dem Friedensschluss die geflüchteten Bewohner zurück.
1673 Französischen Heere rücken in das Land ein und halten dieses bis 1697 besetzt.
1683 In Dudweiler übt die Herrschaft die hohe, mittlere und niedere Gerichtsbarkeit und andere allgemeine Rechte aus, außerdem das Recht des Heimfalls des besten Stückes Vieh oder Hausrat an den Grundherrn nach dem Tode des Familienoberhaupts.
1684 Neuausfertigung des Zunftbriefs vom 12. November 1586 für die Dudweiler Kohlengruben.
1686 Johann Philipp Lekemann macht im Auftrag der Regierung eine Bestandsaufnahme von dem Dorf Dudweiler, die zugleich eine schlimme Bilanz über die zurückliegenden Kriegs‑ und Notzeiten vermittelt. Die heutige „Scheidter Straße“ wird in einem Vermögensverzeichnis als "Klappergaß" bezeichnet.
1691 Die Gräfin Eleonore Klara erteilt die Erlaubnis, in Dudweiler ein Alaunwerk anzulegen und hierbei die Kohlengruben in der Nähe des jetzigen "Brennenden Berges" zu benutzen.
1697 Der Friede von Ryswijk beendet den 3. Eroberungskrieg des französischen Königs mit Spanien und dem Deutschen Kaiser, den Pfälzischen Erbfolgekrieg (1688 - 1697), von dem auch unsere Gegend unmittelbar betroffen ist.
18. Jahrhundert Aus den Gemeinden Duttweiler, Sulzbach und Fischbach wird die "Maierei Duttweiler" in der Grafschaft Nassau-Saarbrücken gebildet. Literatur: Arend, Duttweiler – Doutweiler – Dudweiler - Von der fürstlichen Meierei über die französische Mairie zur preußischen Gemeinde, DGW, Band 6, 2000, S. 8
1713 Die Landstraße von Dudweiler nach Ottweiler wird für den Postbetrieb instandgesetzt.
1714 Pfarrer Christian Ludwig Barthels tritt die seit Jahrzehnten vakante Stelle als evangelischer (lutherischer) Pfarrer, der auch für Scheidt zuständig ist, an. Erste Nachricht von einem Schulhaus in Dudweiler. Das heutige Haus “Schöpflin“ (jetzt: Sämann; neben der heutigen Turmschule) wird erbaut. Literatur: Ballas, Aus dem Pfarrbuch des Pfarrers Christian Ludwig Barthels, ev. Pfarrer und Geistl. Schulaufsicht für Dudweiler und Scheidt, DGW, Band 8, 2004, S. 130
1717 Der Graf von Nassau-Saarbrücken erlässt eine Dorfordnung für Dudweiler.
1718 Eisenschmelze in Jägersfreude.
1728 In Dudweiler bestehen zwei Alaunhütten, die jährlich über 600 Zentner Alaun liefern. Der Alaun wird für die Herstellung von Farben und Salmiak benutzt. Literatur: Ruth, Die Alaungewinnung am Brennenden Berg, DGW, Band 5, 1998, S. 7
1730 Das Gradierwerk und das Sudhaus werden wegen der geringen Wasserkraft des Sulzbachs von Sulzbach nach Dudweiler verlegt. Die neue Anlage zur Salzgewinnung wurde im Jahr 1732 fertig gestellt. Dudweiler besitzt die meisten Gruben der Grafschaft. Die Gemeinde Dudweiler fordert unter Berufung auf ihr altes Recht sowie auf ihren Kohlengräberzunftbrief die uneingeschränkte Kohlenförderung. Literatur: Jüngst, Nassau-Saarbrücker Salzgewinnung im Sulzbachtal - Sulzbach 1549-1736 – Dudweiler 1730-1736, Sulzbach 1996 Ruth, Befahrungsberichte der frühen Dudweiler Gruben, DGW, Band 3, 1994, S. 21
1733‑1736 Der Polnische Erbfolgekrieg bringt wiederholte Truppendurchzüge durch das Gebiet von Nassau-Saarbrücken.
1734 Der Bann von Dudweiler wird mit 2.514 Morgen gemessen. Hiervon erhielt der Pfarrer 37 Morgen an Pfarrwittum.
6./8.April 1734 Truppendurchzüge im Zusammenhang mit dem polnischen Erbfolgekrieg.
Mai 1734 Dudweiler Bürger müssen Schanzarbeiten für die Franzosen in Weißenburg und Philippsburg als Gegenleistung für den französischen Schutz für die Grafschaft leisten.
8. Juni 1734 Sechs Marodeure machen Dudweiler unsicher (Sturmleuten).
1735 Salzdirektor Todesco nimmt seinen Abschied, und das Salzgebäude wird öffentlich versteigert. Die Gemeinde steigert das Herrenhaus mit den Stallungen und Holzschuppen, das Repetierhaus und die Salzhäuser für 1000 Taler. Zu einer Übernahme kam es jedoch nicht, da die Gemeinde diesen Betrag nicht bezahlen konnte.
1737 Der Bann Dudweiler wird ausgemessen und auf 2.514 Morgen festgesetzt.
28. Oktober 1738 Ausbau der Kirche in Dudweiler und feierliche Einweihung. Literatur: Schabert, Neue Betrachtungen über die alte evangelische Kirche in Dudweiler von 1738, DGW, Band 8, 2004, S. 121
1739 Dudweiler siegt bei einem Weidgangsstreit mit der Stadt St. Johann.
1741 Die Straße von Dudweiler nach Saarbrücken wird durch Fronarbeit als Landstraße hergestellt, und die Straße von Dudweiler nach Saarbrücken, die bis zu diesem Zeitpunkt durch den St. Johanner Wald geführt wurde, führt jetzt durch das Sulzbachtal.
1741 Die Bewohner von Dudweiler wenden sich an den Fürsten Wilhelm Heinrich, um die Rückgabe der ihnen entzogenen Rodbüsche, die Ermäßigung des Kohlenzinses und die Nichtansiedlung der Arbeiter von den Schmelzhütten, da der Boden für den eigenen Lebensunterhalt zu wenig abwarf, zu erreichen. Das Gesuch wird abgelehnt.
1741‑1748 Österreichischer Erbfolgekrieg.
1743 Ungarische Husaren des Obersten Mentzel in Dudweiler.
1745 Der Schulmeister von Dudweiler erhält jährlich 76 Gulden und 15 Albus. In Dudweiler leben 26 lutherische, 3 reformierte und 7 katholische Familien – insgesamt also etwa 300 bis 350 Personen. Der lutherische Pfarrer ist auch für die Seelsorge der reformierten Familien zuständig und versorgt auch Scheidt. Die Katholiken gehören zu St. Johann. Literatur. Wahl, Der mühsame Weg der katholischen Christen in Jägersfreude bis hin zur eigenen Pfarrei, DGW, Band 10, 2008, S. 37 Ballas, Die evangelische Kirchengemeinde Scheidt 1600 bis 1900, DGW, Band 10, 2008, S. 48
1751 Alle Kohlengruben in der Gemeinde gehen in herrschaftlichen Besitz über. Die Kohle wird erstmals auch für den Hausbrand verwandt.
1754 Das nicht genehmigte Anschlagen einer Grube und der Kohlenverkauf werden mit einer Strafe von 1000 Talern belegt.
1756 Zu der evangelischen Kirchengemeinde gehören außer Dudweiler die Dörfer Sulzbach, Scheidt, Friedrichsthal, ferner die neue Schmelz bei Fischbach, Neuhaus und Hinterfeld (Hühnerfeld).
1756 Auf dem Dorfbann liegen drei herrschaftliche Alaunhütten und ein Eisenplatten‑ und Schneidewerk.
1763 Beschwerde über das unzulässige Weiden fremder Schafherden auf dem Dudweiler Bann.
1765 Anweisung des Fürsten, die Steinkohlen auch zur Erwärmung der Stuben und Behältnisse zu benutzen. Bau eines neuen Alaunbergs durch Fürst Wilhelm Heinrich mit einem Kostenaufwand von 21.000 Gulden.
1766 Bewilligung von Hausbrand für die Untertanen und Einführung der heute noch bekannten Berechtigungskohlen für Bergleute. Erster Bericht über die Kohlengewinnung in Jägersfreude.
4. Dezember 1766 Das Dorf Dudweiler begrüßt die junge Gemahlin des Erbprinzen Ludwig, die Prinzessin Wilhelmine von Schwarzburg‑Rudolstadt, auf der Straße von Dudweiler nach Sulzbach.
1769 Hofkammerrat Heuss schreibt: "Der Dudweiler Bann ist unstreitig die gesegneteste Gegend des Landes an Steinkohlen." Dudweiler ist Sitz der obersten Bergbehörde des Fürstlich‑Nassau‑Saarbrücker Bergamts.
27. bis 29. Juni 1770 Goethe bereist die Gegend von Saarbrücken bis Neunkirchen, besucht dabei die reichen Dudweiler Steinkohlengruben, Eisen‑ und Alaunwerke und besichtigt das Naturschauspiel des so genannten "Brennenden Berges".
1770 Die Landgrube am Brennenden Berg ist mit einer Fördermenge von .1650 Fuder jährlich die ergiebigste Grube.
1771 Der Meier und der Büttel von Dudweiler erhalten jährlich von der Herrschaft 100 bzw. 25 Gulden. Der Altmeier Kohl bezieht 60 Gulden Ruhegehalt.
1777 Dudweiler gewinnt einen Prozess gegen das Stift St. Arnual über Weiderechte in der Gemeinde. Das Urteil wird von der Juristischen Fakultät der Universität Marburg 1779 bestätigt.
1780 Erster Versuch zur Koksgewinnung der Grube Dudweiler in offenen Meilern. Repressalien gegenüber der Dudweiler Bevölkerung durch Fürst Ludwig, weil der Prozess von 1779 für ihn verloren ging.
1783 Fürst Ludwig erlässt eine Schulordnung, wonach die Kinder vom 7. bis 12. Lebensjahr zum Schulbesuch verpflichtet werden.
12. Juni 1785 Erlass der fürstlichen Regierung, der es den Dudweiler Wirten untersagt, den Dudweiler Untertanen Wein, Bier oder Branntwein zu verabreichen (das Verbot wird nach 14 Tagen wieder aufgehoben).
1786 Die Bewohner von Dudweiler haben den Status von Gemeindeleuten oder Hintersassen. Die Gemeindeleute waren steuerfrei und hatten Stimmrecht in der Gemeindeversammlung. Die Hintersassen bezahlten eine jährliche Abgabe, die sich nach dem Einkommen richtete. Bau eines Schulhauses in Dudweiler.
1788 Bau eines Jagdhauses für den Fürsten von Nassau‑Saarbrücken und Anlegung eines Gestüts.
1789 Französische Revolution
1789 Beschwerden der Dudweiler Bevölkerung gegen die fürstliche Regierung wegen allzu großer Abgaben und persönlicher Verpflichtungen.
1790 Die Gemeinde Dudweiler klagt mit Erfolg gegen die Ausübung des Weiderechts durch die Arbeiter der Fischbacher Schmelze.
1792 Dudweiler gerät unter französische Verwaltung (1792‑1815). Zur Mairie Duttweiler gehören Duttweiler, Fischbach, Neuhaus, Jägersfreude, Sulzbach, Neuweiler, Scheidt, Scheidterberg, Rentrisch. Goffontaine (Stahlhammer) und Eschberg (Canton St. Arnual im Departement Sarre). Literatur: Arend, Duttweiler – Doutweiler – Dudweiler - Von der fürstlichen Meierei über die französische Mairie zur preußischen Gemeinde, DGW, Band 6, 2000, S. 8
1793 Oberst Blücher, Kommandeur des Roten Husarenregiments, macht mit 400.Soldaten Quartier in Dudweiler (1. Koalitionskrieg gegen Frankreich 1792 - 1795). . 1795 Nach dem Friedensschluss von Basel zwischen Preußen und Frankreich bleibt Dudweiler mit anderen Gemeinden in Besitz des französischen Staats.
1797 Die französische Regierung verpachtet die Kohlengruben der Saargegend, darunter auch die Dudweiler Gruben, für 71.000 Franken an die Gesellschaft Equer in Paris. Gründung der Knappschaftskasse für erkrankte Mitglieder.
1802 Dudweiler besitzt 65 Feuerstellen und rund 700 Einwohner.
1802 - 1805 Georg Abholt ist Leiter der Verwaltung in Dudweiler.
1807 - 1812 Heinrich Wagner ist Bürgermeister von Dudweiler.
1808 Dudweiler zählt 2.124 Einwohner, ist Mairie für die umliegenden Ortschaften und gehört selbst zum Kanton St. Arnual des Saardepartements.
1813 – 1815 In den so genannten Befreiungskriegen besiegen die deutschen Staaten mit Preußen an der Spitze und ihre Verbündeten Napoleon I. und seine Truppen.
1813 - 1835 Christian Lex (gestorben 1835 in Dudweiler) ist Bürgermeister. Literatur: Saam/Schabert, Die Dudweiler Bürgermeister von 1813 – 1992, DGW, Band 3, 1994, S. 6
30. Mai 1814 Dudweiler bleibt nach dem 1. Pariser Frieden bei Frankreich.
30. November 1815 Dudweiler kommt durch den 2. Friedensvertrag von Paris (20. November 1815) unter preußische Verwaltung. Zur Bürgermeisterei Dudweiler gehören auch Sulzbach, Friedrichsthal und Fischbach. Vergleiche die Bevollmächtigung des „Ober=Appelations=Rathes Mathias Simon“ durch das von dem preußischen Staatskanzler Fürst von Hardenberg am 27. November 1815 in Saarbrücken unterzeichnete „Besitzergreifungs=Patent wegen der Stadt Saarbrücken und der übrigen von Frankreich durch den Friedens=Traktat vom 20sten November 1815. abgetretenen Gebiete, Oerter und Plätze“ und das am 30. November 1815 von dem „Königlichen Kommissarius“ Simon unterzeichnete „Besitzergreifungs=Protokoll“ über „die reelle Besitznahme“ unter anderem auch der Landgemeinde „Duttweiler“ – abgedruckt in Preußische Gesetzessammlung 1816, S. 73 - 75
1816 Die Bürgermeisterei Dudweiler umfasst Dudweiler, Jägersfreude, Sulzbach, Neuweiler, Quierschied und Friedrichsthal. Die Kohlengruben werden dem Bergamt in Saarbrücken unterstellt. Literatur: Arend, Duttweiler – Doutweiler – Dudweiler - Von der fürstlichen Meierei über die französische Mairie zur preußischen Gemeinde, DGW, Band 6, 2000, S. 8 Kügler, Fischbach 1845, seine Besitzverhältnisse und die ersten Bewohner des Tales, DGW, Band 8, 2004, S. 103
1818 In Dudweiler werden 130 Kinder in einem Raum von einem Lehrer unterrichtet.
1819 Die Gemeinde Quierschied wird aus der Bürgermeisterei Dudweiler herausgelöst und mit Heusweiler vereinigt.
1820 Bau des Karolinenstollens und Einführung der Wasserhaltung und neuer Transportmittel.
1821 Einrichtung einer katholischen Schule, in der auch die katholischen Kinder von Sulzbach, Jägersfreude und Fischbach aufgenommen werden.
1825 Einrichtung einer 2. evangelischen Klasse.
1826 Bau des Saarstollens zur Ableitung des Wassers von sämtlichen Gruben im Sulzbachtal. Literatur: Zimmer, Von der Teufelsbrücke zum Brennenden Berg, DGW, Band 9, 2006, S. 40, 47
1829 Neuer Friedhof an der St. Ingberter Straße erschlossen. Literatur: Arend/Künzer, Von den Beerdigungsbräuchen und den Dudweiler Friedhöfen, DGW, Band 6, 2000, S. 86
1832 Bau englischer Koksöfen und verstärkte Koksgewinnung. Zimmer, Die Ostbahn – Ein Standort unserer Wirtschaftsgeschichte und eine untergegangene Bergmannssiedlung im Osten von Dudweiler, DGW, Band 8, 2004, S. 6,
1842 Die Grubenverwaltung gewährt erstmals Baudarlehen von 100 bis 150 Talern. In der Zeit von 1842 bis 1858 werden 227 Bergmannshäuser erbaut. Literatur: Ruth, Bergmannsprämienhäuser und Bergmanns-Miethäuser in Jägersfreude, DGW, Band 6, 2000, S. 35 Ruth, Bergmannskolonie Herrensohr, DGW, Band 4, 1996, S. 6 Zimmer, Die Ostbahn – Ein Standort unserer Wirtschaftsgeschichte und eine untergegangene Bergmannssiedlung im Osten von Dudweiler, DGW, Band 8, 2004, S. 6 Arend/Künzer, Von den Beerdigungsbräuchen und den Dudweiler Friedhöfen, DGW, Band 6, 2000, S. 86 Pitz, Das Haus eines Bergmanns in der „Klappergaß“ im Wandel der Zeiten, DGW, Band 4, 1996, S. 75
1843 Bau des ersten Tiefbauschachts in Dudweiler (Gegenortschacht) und die Anwendung von Dampfmaschinen. Literatur: Zimmer, Von der Teufelsbrücke zum Brennenden Berg, DGW, Band 9, 2006, S. 40, 47
1846 Hinter einem Haus an der Saarbrücker Straße ‑ heute Villa Micka Nr. 192 ‑ wird ein Urnengrab römischen Ursprungs gefunden.
1847 1. Niederschrift der Bürgermeistereiversammlung Dudweiler, die sich aus 5 Gemeindevorstehern und 9 gewählten Abgeordneten zusammensetzt . 1847 Jakob Engerich ‑ Bürgermeistereiverwalter in Dudweiler.
1849/1850 Bau der Scalley‑Schächte. Literatur: Zimmer, Die Ostbahn – Ein Standort unserer Wirtschaftsgeschichte und eine untergegangene Bergmannssiedlung im Osten von Dudweiler, DGW, Band 8, 2004, S. 6
1850‑1865 Nikolaus Ganns wird Bürgermeister in Dudweiler.
16. November 1852 Fertigstellung der Eisenbahnlinie zwischen Stiringen und Bexbach und Inbetriebnahme des Bahnhofs Dudweiler. Literatur: Arend, Die Saarbrücker Eisenbahn, ihre Vorgeschichte und ein Reisebericht, DGW, Band 4, 1996, S. 57
4. Dezember 1853 Gründung des Casino-Verein als erstem in Dudweiler gegründeten Verein. Literatur: Schabert, Dudweiler Vereine in der Zeit von 1850 – 1930, DGW, Band 4, 1996, S. 24
1855 Eisengießerei Wilhelm Schulde. Der Bergmann hat einen Schichtlohn von 9 Silbergroschen bzw. 12 ½ Silbergroschen für den Hauer. Literatur: Arend, Die Sache mit dem Gaslicht, DGW, Band 2, 1991, S. 44
29. Januar 1855 Gründung des Evangelischen Frauenvereins Literatur: Schabert, Dudweiler Vereine in der Zeit von 1850 – 1930, DGW, Band 4, 1996, S. 24
1856 Besiedlung des Ortsteils Herrensohr. Literatur: Ruth, Bergmannskolonie Herrensohr, DGW, Band 4, 1996, S. 6
1857 Impf‑ und Armenärzte Dr. Kalk und Dr. Langgut. Gründung der Dudweiler Schützengesellschaft Literatur: Jüngst-Kipper, Dudweiler Hebammen im 18. und 19. Jahrhundert, DGW, Band 5, 1998, S. 18 Literatur: Schabert, Dudweiler Vereine in der Zeit von 1850 – 1930, DGW, Band 4, 1996, S. 24
1. Oktober 1858 Eröffnung eines Postamts in Dudweiler. Literatur: Arend/Eifler, Das Postwesen in Dudweiler und Herrensohr im 19. und 20. Jahrhundert, DGW, Band 1, 1989, S. 31
6. November 1858 Gründung einer Katholischen Pfarrgemeinde Dudweiler‑Sulzbach. Literatur: Rausch, Geschichte der katholischen Pfarrei Dudweiler an der Saar, Saarbrücken., 1923 Burnikel/Meier, Die Pietà von St. Marien in Dudweiler, Kath. Pfarramt St. Marien Dudweiler (Hrsg.), 2006 Kalmes/Kaicher/Hansen/Schon, Festschrift zur 100-Jahrfeier der Pfarrgemeinde St. Marien – Dudweiler und Beitrag zur Pfarrgeschichte 1858 – 1958, Dudweiler, Juni 1958 Meier, 150 Jahre Pfarrgemeinde St. Marien Dudweiler, in Festschrift 150 Jahre Pfarrgemeinde St. Marien Dudweiler, 2008, S. 4
Sommer 1858 Gründung des Katholischen Kirchenchores St. Marien Literatur: Schabert, Dudweiler Vereine in der Zeit von 1850 – 1930, DGW, Band 4, 1996, S. 24
1859 Dudweiler hat 3.661 Einwohner.
1860 Bau eines Schulhauses am Neuhauserweg 2. Dr. Teich als Knappschaftsarzt in Dudweiler tätig. Ihm folgen die Ärzte: Dr. Röhrig, Dr. Fritz Specht, Dr. Max‑Schmidt und Dr. Wilhelm Frank.
2. Oktober 1860 Schlagwetterexplosion auf der Grube Dudweiler. Es folgen weitere Unglücksfälle dieser Art am 26. Juli 1885 und am 17. März 1885 und am 10. August 1908 in der Grube Camphausen.
1861 Grube Dudweiler mit Jägersfreude bildet Berginspektion IV.
1864 Der alte Friedhof an der ältesten Kirche wird geschlossen. Neuanlage eines Friedhofs in der Winterbach.
25. August 1865 Sulzbach scheidet aus der katholischen Pfarrei Dudweiler aus. Vikar Österling wird Pfarrer von Dudweiler.
1866 Bau einer dreischiffigen gotischen Kirche für die Katholische Pfarrgemeinde St. Marien. Richard‑Schacht wird abgeteuft. Kloster der Schwestern vom Heiligen Geist gegründet. Literatur: Rausch, Geschichte der katholischen Pfarrei Dudweiler an der Saar, Saarbrücken., 1923 Kalmes/Kaicher/Hansen/Schon, Festschrift zur 100-Jahrfeier der Pfarrgemeinde St. Marien – Dudweiler und Beitrag zur Pfarrgeschichte 1858 – 1958, Dudweiler, Juni 1958 Burnikel, Eine vergessene Inschrift, DGW, Band 7, 2002, S. 33 Burnikel/Meier, Die Pietà von St. Marien in Dudweiler, Kath. Pfarramt St. Marien Dudweiler (Hrsg.), 2006 Meier, 150 Jahre Pfarrgemeinde St. Marien Dudweiler, in Festschrift 150 Jahre Pfarrgemeinde St. Marien Dudweiler, 2008, S. 4
1866‑1889 Otto Blum ‑ Bürgermeister von Dudweiler.
1868 Bau eines Schulhauses an der Kirchenstraße.
1869 Gründung der "Freiwilligen Feuerwehr" Dudweiler. Literatur: Paul/Schwarz, Die Freiwillige Feuerwehr Dudweiler, DGW, Band 9, 2006, S. 81
1871 Ehrenfriedhof mit Kriegerdenkmal auf dem alten Friedhof in Dudweiler. In Dudweiler bilden sich die ersten politischen Parteien. Zentrumspartei wird stärkste politische Vertretung in Dudweiler.
1871 Bergwerk Camphausen wird in Betrieb genommen.
1873 Eröffnung der Bergvorschule in Dudweiler. Bau von zwei Schulhäusern in der Wilhelmstraße.
20. Januar 1873 Gründung des Evangelischen Kirchengesangvereins Literatur: Schabert, Dudweiler Vereine in der Zeit von 1850 – 1930, DGW, Band 4, 1996, S. 24
1874 Bau einer Schule an der Rehbachstraße. Bau eines Gemeindehauses.
1876 Eröffnung der ersten Apotheke durch Herrn Lenhards, die 1883 an Herrn Schöneweg und 1889 an Herrn Kallmann überging. Literatur: Meier, Beiträge zur Dudweiler Topographie: Markante Häuser in der Saarbrücker Straße und ihre Geschichte (2), DGW, Band 3, 1994, S. 57, 70 Klein, Die Entwicklung der Dudweiler Apotheken unter besonderer Berücksichtigung der Gruben-Apotheke/Apotheke am Markt, DGW, Band 6, 2000, S. 102 Meier, Der historische Felsenkeller bei der Glück-Auf-Apotheke in Dudweiler, DGW, Band 10, 2008, S. 67
28. März 1877 Die Schriftstellerin Liesbet Dill wird in dem ehemaligen Jagdhaus des Fürsten von Nassau‑Saarbrücken in Dudweiler geboren. Literatur: Meier, Beiträge zur Dudweiler Topographie: Markante Häuser in der Saarbrücker Straße und ihre Geschichte (2), DGW, Band 3, 1994, S. 57, 70 Arend, Die Lichtspieltheater von Dudweiler, Herrensohr und Scheidt – und ein kleines Kapitel Filmgeschichte, DGW, Band 7, 2002, S. 65, 73 f. Meier, Der historische Felsenkeller bei der Glück-Auf-Apotheke in Dudweiler, DGW, Band 10, 2008, S. 67, 71 ff.
18. September 1877 Gründung des Gesangvereins „Liedertafel“ Literatur: Schabert, Dudweiler Vereine in der Zeit von 1850 – 1930, DGW, Band 4, 1996, S. 24
1877 Bau eines Schulgebäudes am Marktplatz.
1878 Vertrag mit dem Fabrikanten Wilhelm Schulde zum Bau eines Gaswerks. Herausgabe des Dudweiler Anzeigers 2‑ bis 3mal in der Woche. Einführung der ersten Straßenbeleuchtung (Gasleuchten). Aufstellung der ersten Plakatanzeiger in den Straßen. Literatur: Arend, Die Sache mit dem Gaslicht, DGW, Band 2, 1991, S. 44
20. August 1879 Erlass einer Polizeiverordnung Literatur: Im Archiv geblättert, DGW, Band 8, 2004, S. 143
1881 Gründung des Deutschen Roten Kreuzes in Dudweiler Literatur: Schabert, Dudweiler Vereine in der Zeit von 1850 – 1930, DGW, Band 4, 1996, S. 24
1882 Gründung des Turnerbundes Dudweiler (später: Allgemeiner Turnverein Dudweiler – ATVD). Indienststellung der Christuskirche in der Saarbrücker Straße für die Evangelische Kirchengemeinde. Literatur: Saam, Beiträge zur Geschichte der Evangelischen Kirchengemeinde Dudweiler, Zur 100. Wiederkehr der Einweihung der Christuskirche, 1982 Schabert, Seit wann heißt die evangelische Kirche in Dudweiler „Christuskirche“ ?, DGW, Band 8, 2004, S. 127 Schabert, Dudweiler Vereine in der Zeit von 1850 – 1930, DGW, Band 4, 1996, S. 24
1885 Eine schwere Schlagwetterexplosion in der Grube Camphausen verursacht den Tod von 181 Bergleuten.
1887 Herrensohr erhält eine Wasserleitung.
1889 Soziale Auseinandersetzungen der Bergarbeiter mit der Grubenverwaltung. Erstmalige Herausgabe der Dudweiler Zeitung durch Artur Unterkeller. Literatur: Kootz/Jurecka, Die „Dudweiler Zeitung“ – Geschichte und Analyse einer Lokalzeitung, DGW, Band 2, 1991, S. 61
15. September 1889 Gründung des Gesangsvereins „Thalia“ Literatur: Schabert, Dudweiler Vereine in der Zeit von 1850 – 1930, DGW, Band 4, 1996, S. 24
1890 - 1908 Karl Petermann ‑ Bürgermeister in Dudweiler.
16. Februar 1890 Gründung des Evangelischen Arbeitervereins. 1890 Gründung des Turnerbundes Dudweiler (später im ATVD aufgegangen) Literatur: Schabert, Dudweiler Vereine in der Zeit von 1850 – 1930, DGW, Band 4, 1996, S. 24
20. Februar 1890 Der Vertreter des Rechtsschutzvereins Warken erhält in Dudweiler 1.319 Stimmen bei der Reichstagswahl und damit die absolute Mehrheit.
1. Februar 1891 Erste Versammlung der Sozialdemokraten in Dudweiler mit dem aus Köln stammenden Max Lücke als Redner.
1891 Gründung der ersten freiwilligen Sanitätskolonne des Roten Kreuzes.
1892 Gründung des Volksvereins für das katholische Deutschland. Gemeinde Dudweiler erhält eine „Fortbildungsschule“.
1895 Bau einer Schule an der Scheidter Straße. Abschaffung des Schulgelds.
1896 Bau des Dudweiler Wasserwerks an der Saarbrücken Straße. Bei dem Bau des großen Waschbrunnens, dem so genannten Hermesbrunnen, am alten Wasserwerk, fand man in einer Tiefe von 5 bis 7 m eine 1,50 m hohe Säule aus Sandstein mit Kapitell und Rundstab. Neben ähnlichen, bearbeitetem Stein fand man gleichzeitig den steinernen Kopf eines älteren, bärtigen Mannes mit bekränztem Haar, Bruchstücke eines Beins, einen kleinen Altar aus Stein, ein Trinkglas mit doppeltem Stiel und doppeltem Boden, einen Feuerstein, eine blaue Tonperle, eine 20 cm hohe, stehende, weibliche Figur aus Ton und einen 27 kg schweren, eiförmigen Stein; es wird angenommen, dass es sich bei dem Stein um einen so genannten Schalenstein handelt, der zur Aufnahme von kleinen Opfergaben bestimmt war.
1. März 1896 Gründung des Männergesangvereines Harmonie im Lokal Valentin Baldes, Ecke St. Ingberter Straße/Saarbrücker Straße Literatur: Männergesangverein Harmonie 1896 Dudweiler e. V. (Hrsg.), 100 Jahre Männergesangverein Harmonie 1896 e. V. Dudweiler – 1896 – 1996, S. 71 ff. Literatur: Schabert, Dudweiler Vereine in der Zeit von 1850 – 1930, DGW, Band 4, 1996, S. 24
1898 Schiedeborn-Schacht als Wetterschacht der Grube Jägersfreude errichtet. Erlass einer Baupolizeiverordnung und eines Ortsstatuts über die Anlage von Straßen und Plätzen. Eine Fernsprechstelle wird in Dudweiler eingerichtet. Bau einer Wasserleitung für Dudweiler und Fischbach und Beseitigung der Laufbrunnen. Bau eines Schwesternhauses mit Kranken‑ und Waisenanstalt – „Kloster“. Bau eines Schlachthofs (Fertigstellung 1901) und Anstellung eines Tierarztes für die Fleischbeschau. Literatur: Zimmer, Die Grube Jägersfreude und ihre Wetterschächte auf Dudweiler Bann, DGW, Band 19, 2008, S. 25
1900 Dudweiler Eisenbauanstalt angesiedelt – später: Hans Leffer – Stahl- und Gerätebau. Dudweiler hat 16.320 Einwohner.
25. August 1900 Turn- und Spielclub Dudweiler gegründet (später vereinigt mit ATVD) Literatur: Schabert, Dudweiler Vereine in der Zeit von 1850 – 1930, DGW, Band 4, 1996, S. 24
1901 Anlegung des Friedhofs an der Neuweilerstraße. Dudweiler hat einschließlich Herrensohr, Jägersfreude und Fischbach rd. 20.000 Einwohner. Literatur: Arend/Künzer, Von den Beerdigungsbräuchen und den Dudweiler Friedhöfen, DGW, Band 6, 2000, S. 86
18. November 1901 Inbetriebnahme der Straßenbahn durch das Sulzbachtal.
1903 In Dudweiler werden 20 Flöze mit einer Tiefe von 410 m abgebaut.
1905 Neubau des Bürgermeistergebäudes nach dem Entwurf des Architekten Sturm mit einem Kostenaufwand von 70.000 RM.
Sommer 1905 Gründung des Verschönerungsvereins Dudweiler Literatur: Schabert, Dudweiler Vereine in der Zeit von 1850 – 1930, DGW, Band 4, 1996, S. 24
1906 Erlass eines Ortsstatuts über die Straßenreinigung.
8. Juli 1906 Gründung des Allgemeinen Turnvereins Dudweiler – ATVD – im Wege des Zusammenschlusses des Turnevereins Dudweiler von 1882 und des Turn- und Spielclubs Dudweiler von 1900 (um 1910 trat auch der Turnerbund Dudweiler dem ATVD bei). Literatur: Schabert, Dudweiler Vereine in der Zeit von 1850 – 1930, DGW, Band 4, 1996, S. 24
1907 Fertigstellung der Erweiterung des Rathauses
1908 Das Schiff der alten Kirche in Dudweiler wird beim Bau einer 18-klassigen Schule (Neues Schulhaus/Turmschule) abgerissen. Einrichtung einer Sonderschule für schwach begabte Kinder. Der Verschönerungsverein von Dudweiler bringt in der Klamme des "Brennenden Berges" eine Gedenktafel über den Besuch von Johann Wolfgang Goethe an.
1908 – 1928 Otto Jost ‑ Bürgermeister von Dudweiler.
10. August 1908 Schlagwetterexplosion auf der Grube Camphausen.
1909 Schulunterricht in der neuen 18-klassigen Volksschule (Neues Schulhaus/Turmschule) an dem ehemaligen Kirchplatz für katholische und evangelische Schüler aufgenommen. Einrichtung des ersten öffentlichen Brausebads (Warmbadeanstalt) in Dudweiler (Keller der Turmschule). Bau eines Postdienstgebäudes in der Saarbrücker Straße. Bau eines Schulhauses in der Schulstraße in Jägersfreude (Bismarckschule).
1910 Eisen‑ und Blechanstalt Jenewein und Gapp.
1911 Verpachtung des Gas‑ und Wasserwerks an die Gasanstalt‑Betriebsgesellschaft in Berlin.
12. Januar 1912 Bei der Reichstagswahl fallen 3.056 Stimmen auf das Zentrum, 2.127 Stimmen auf die Nationalliberale Partei und 304 Stimmen auf die Sozialdemokratische Partei.
Juni 1912 Gründung des Sportvereines „Hansa“ Literatur: Schabert, Dudweiler Vereine in der Zeit von 1850 – 1930, DGW, Band 4, 1996, S. 24
1912 Das jährlich im Juli von der Grubenverwaltung abgehaltene Bergfest wird nicht mehr veranstaltet und an dessen Stelle eine Familienkrankenkasse eingerichtet. Die Bergfeste waren von Arbeitgeberseite veranstaltete, nach dem vormittäglichen Kirchgang auf dem Bergfestplatz beginnende Familienfeste mit Freibier, einer „Freizigarre“, Bergkapelle und Tanz. Die Ochsen für die Rindfleischsuppe mit Reis aus Kupferkesseln wurden Tage zuvor, feierlich herausgeputzt, durch das Dorf geführt. Literatur: Ruth, Bergmannsuniformen an der Saar, 1986, S. 119 Zimmer, Von der Teufelsbrücke zum Brennenden Berg, Historische Beiträge aus der Arbeit der Dudweiler Geschichtswerkstatt, Band 9, 2006, S. 40, 52 f.
1913 In Dudweiler bestehen 10 Jugendvereine (3 nationale, 3 katholische, 3 evangelische und 1 sonstiger). Bildung des Windthorstbundes in Dudweiler (Jugendorganisation der Zentrumspartei).
1914 – 1918 1. Weltkrieg
1914 – 1918 Die Jahre des 1. Weltkrieges sind durch kriegsbedingte Maßnahmen geprägt. Die Verknappung der Grundnahrungsmittel führt ab 1915 zu Massenspeisungen (Kochküchen), für die 1916 Haushaltsmittel in Höhe von 2.258.329,50 Mark veranschlagt werden. Die für 1916 vorgesehenen Gemeinderatswahlen werden verschoben. Dudweiler hat bis zum Kriegsende (im November 1918) 536 Kriegstote zu beklagen.
1918 In der Bürgermeisterei Dudweiler zählt man 86 Schulklassen, in denen 4.625 Schulkinder unterrichtet werden. Ein Arbeiter‑ und Soldatenrat besetzt Rathaus, Schlachthof und Bauhof. Danach Besetzung durch französische Truppen und Beendigung dieser Tätigkeit.
19. Januar 1919 Nach Einführung des allgemeinen Wahlrechts bei der Wahl zur Deutschen Nationalversammlung erhielten die Sozialdemokraten in Dudweiler 6.112 Stimmen, das Zentrum 2 745 und die Demokraten mit der Deutschen Volkspartei 1.542 Stimmen.
Oktober 1919 Plünderung des Kaufhauses Levy (später E. Ochse, EMA, Kaufland) am Markt Dudweiler.
1919 – 1935 Das Saargebiet steht unter der Verwaltung des Völkerbunds.
11. Juli 1920 Erste Gemeinderatswahl nach dem 1. Weltkrieg.
1920 Die Sitzungen des Gemeinderats werden für öffentlich erklärt. Der Bergmann Helfgen wird zum Gemeindevorsteher und Johann Heinrich Wunn zum Stellvertreter gewählt. Das Gemeinde‑Gas‑ und ‑wasserwerk wird wieder in gemeindliche Regie übernommen.
1921 Die Gemeinde zahlt für die von Prof. A. Ruppersberg erarbeitete „Geschichte der Gemeinde Dudweiler“ ein Honorar von 3.000 RM gegen Übergabe der Rechte.
1922 Unterhaltungsclub Einigkeit Literatur: Arend, Der „U. C. Einigkeit“ – und die Geschichte mit der Freilichtbühne, DGW, Band 8, 2004, S. 53
1923 Gründung des Verkehrsvereins Dudweiler.
05.02. – 15.05.1923 Saarländischer Bergarbeiterstreik (70.000 Mann) bringt große Not in viele Familien.
1924 Bau eines Freibads an der St. Ingberter Straße.
1925 Fischbach wird aus der Bürgermeisterei Dudweiler gelöst. Literatur: Kügler, Fischbach 1845, seine Besitzverhältnisse und die ersten Bewohner des Tales, DGW, Band 8, 2004, S. 103
13. September 1925 Die SPD Herrensohr und die Sozialistische Arbeiterjugend (SAJ) Herrensohr errichten ein Friedrich-Ebert-Denkmal Literatur: Heinz, Zur Geschichte des Friedrich-Ebert-Denkmals in Herrensohr, DGW, Band 2, 1991, S. 76
6. Juni 1926 Einweihung des Kriegerdenkmals in der Saarbrücker Straße.
1927 Baugebiet „Kitten“ (Brennender - Berg – Straße, Farrenwiesstraße, Kittenbergstraße) wird entwickelt. Anlage eines Turn- und Sportplatzes verbunden mit der Einweihung eines Turnerheimes mit Jugendherberge durch den Allgemeinen Turnverein Dudweiler -ATVD – auf dem Kitten. Literatur: Biehl, Die Geschichte der Alten Villa auf dem Kitten, DGW, Band 7, 2002, S. 99
1928 - 1935 Arthur Jost wird Bürgermeister.
1929 Bau einer Schule an der Saarbrücker Straße (Mühlenweg/Mühlenschule) als „Französische Schule“.
1930 Einweihung des Evangelischen Gemeindehauses „Am Neuhauser Weg“. Literatur: Arend/Saam, Die Geschichte des evangelischen Gemeindehauses, DGW, Band 7, 2002, S. 37
1931 Gemeinde verkauft 128,75 ar an die Schützengesellschaft Dudweiler.
1933 Bau einer öffentlichen Bedürfnisanstalt am Markt in Dudweiler.
13. Januar 1935 Saarabstimmung Literatur: Linsmayer (Hrsg.), Der 13. Januar – Die Saar im Brennpunkt der Geschichte, Historische Beiträge des Landesarchivs Saarbrücken, Band 1, 2005 – vgl. dort insbesondere den Beitrag: Stationen der „Heimkehr“. – mit der Kamera in Dudweiler unterwegs (1933-1935), S. 131 ff. – mit Fotos aus dem Nachlass des Dudweiler Lehrers Julius Walter (seit 1907 Lehrer in Dudweiler), vgl. dort S. 129 Hoffmann/Schon, Politische Schicksale Anfang der dreißiger Jahre in Dudweiler, DGW, Band 1, 1989, S. 75
1. März 1935 Rückkehr des Saargebiets zum Deutschen Reich.
1935 – 1944 Als Bürgermeister wird Dr. Eugen Schiefer eingesetzt.
1935 Beginn der Emigration von Gegnern und Opfern des nationalsozialistischen Regimes Hoffmann/Schon, Politische Schicksale Anfang der dreißiger Jahre in Dudweiler, DGW, Band 1, 1989, S. 75, und Abdruck der „Nachweisung der Personen, die aufgrund des römischen Abkommens aus dem Bereich des 12. Polizeireviers abgewandert sind“, S. 79 ff. Jurecka, Zeugnisse jüdischer Menschen in Dudweiler, DGW, Band 3, 1994, S. 87
1935/1936 Auflösung bzw. „Gleichschaltung“ der Dudweiler Vereine. Die Sportvereine werden im „Verband für Leibesübungen“ zusammengefasst.
31. Juli 1936 Die Gemeinde Dudweiler erhält durch den Reichskommissar für das Saarland das Recht ein eigenes Wappen zu führen. Das Wappen besteht aus dem Schild mit Schildrand und zeigt auf blauem Grund einen aufrecht stehenden, nach links gewendeten silbernen Löwen mit roter Zunge, roten Krallen und mit einer goldenen Krone. In der rechten Vorderpranke hat der Löwe einen goldenen Schlägel geschultert.
1936 Bau der Verbindungsstraße Dudweiler‑Scheidt (jetzige Beethovenstraße – „die Autobahn“) – in erster Linie für die Zwecke der Below-Kaserne (heute Universitätscampus).
1937 Anlegung eines Parkgeländes an der St. Ingberter Straße im Bereich des früheren Gemeindefriedhofs. Baubeginn eines HJ-Heimes an der Beethovenstraße – später Festhalle des ASC Dudweiler. Literatur: Schabert/Krajewski, Vom Dorfteich zum „Alten Markt“ in Dudweiler, DGW, Band 9, s006, S. 14, 19 Arend, Vom HJ-Heim zur Sport- und Festhalle, DGW, Band 10, 2008, S. 5
1938 Einrichtung einer öffentlichen Bücherei. Anlage von Luftschutzbunkern für die Zivilbevölkerung in Dudweiler parallel zum Bau des Westwalles (insbesondere der Bereich des Brennenden Berges) Literatur: Sämann, Vom Bücherschrank zum Bürgerhaus - Stadtbibliothek Dudweiler im Wandel des Jahrhunderts, DGW, Band 4,1996, S. 89 Meier, Der historische Felsenkeller bei der Glück-Auf-Apotheke in Dudweiler, DGW, Band 10, 2008, S. 67
1939 – 1945 2. Weltkrieg
1939 Die Ortsteile Herrensohr und Jägersfreude nebst einigen Straßenzügen in Dudweiler werden infolge des Kriegsausbruchs von der Zivilbevölkerung geräumt. Vereinzelte Bombenabwürfe im Ortsbereich, insbesondere Herrensohr und Jägersfreude. Literatur: Arend, Kriegsgefangenschaft in Dudweiler, DGW, Band 3, 1994, S. 93
1940 Wiederbesiedlung der geräumten Ortsteile.
1944 Vermehrte Bomberangriffe nach der Invasion der Alliierten in der Normandie. Literatur: Im Archiv geblättert: Abdruck eines beim Luftangriff am 13. Januar 1945 abgeworfenen alliierten Flugblattes, DGW, Band 5, 1998, S. 118 f.
31. Juli 1944 Absturz eines amerikanischen Bombers in das Gelände des früheren Friedhofs zwischen der evangelischen Christuskirche und der katholischen Kirche St. Marien. Literatur: Meier, Der historische Felsenkeller bei der Glück-Auf-Apotheke in Dudweiler, DGW, Band 10, 2008, S. 67
20. März 1945 Einmarsch amerikanischer Truppen in Dudweiler Literatur: Jurecka, Dudweiler Zeitzeugen erinnern sich an die Endphase des 2. Weltkrieges, DGW, Band 6, 2000, S. 107
21. März 1945 Zusammenbruch der nationalsozialistisch geführten Gemeindeverwaltung.
1945 Verwaltung des Saargebiets durch die Besatzungsmächte und Ausübung begrenzter Verwaltungshoheit durch zivile Dienststellen.
12. Mai 1945 – 30. Juni 1945 Verwaltungsamtmann Friedrich Müller mit der Wahrnehmung der Geschäfte der Gemeinde Dudweiler beauftragt. Literatur: Saam/Schabert, Die Dudweiler Bürgermeister 1813 – 1992, DGW, Band 3, 1994, S. 6 ff.
1. Juli 1945 – Anfang April 1946 Bürgermeister August Hey Literatur: Saam/Schabert, Die Dudweiler Bürgermeister 1813 – 1992, DGW, Band 3, 1994, S. 6 ff.
27. Mai 1946 – 22. September 1946 Bürgermeister Ernst Richard Rauch Literatur: Saam/Schabert, Die Dudweiler Bürgermeister 1813 – 1992, DGW, Band 3, 1994, S. 6 ff.
22. September 1946 – 6. April 1949 Bürgermeister August Rech Literatur: Saam/Schabert, Die Dudweiler Bürgermeister 1813 – 1992, DGW, Band 3, 1994, S. 6 ff.
1946 Die Gemeinde Dudweiler hat 745 Tote im Zusammenhang mit Kriegshandlungen und Gefangenschaft zu beklagen (398 Wehrmachtsangehörige, 245 Todeserklärungen und Vermisste, 10 Bürger durch Artillerie und Minenexplosionen, 52 Wehrmachtsangehörige in Gefangenschaft). Literatur: Im Archiv geblättert: Lebensmittelrationen für die Zeit vom 1. April bis zum 30. April 1946, DGW, Band 5, 1998, S. 120
15. September 1946 Erste Kommunalwahl nach dem Zweiten Weltkrieg in Dudweiler.
1947 Das Saarland wird selbständige Verwaltungseinheit mit wirtschaftlichem Anschluss an Frankreich und politischer Unabhängigkeit von Deutschland.
6. April 1949 – 6.6.1956 Bürgermeister Johann Pitz Literatur: Saam/Schabert, Die Dudweiler Bürgermeister 1813 – 1992, DGW, Band 3, 1994, S. 6 ff. Saam, Johann Pitz – ein Leben für Freiheit, Frieden, Soziale Gerechtigkeit, DGW, Band 2, 1991, S. 69
27. März 1949 Gemeinderatswahl.
1949 Beginn der Erschließung der neuen Stadtteile Dudweiler-Süd und ‑Südost.
1951 Dudweiler steht nach der Beschäftigtenzahl im Saarland an vierter Stelle.
1952 Schließung des Schlachthofs.
1952 Stilllegung der Grube Hirschbach.
1954 Überwölbung des Sulzbachs und Bau der Sulzbachtalstraße.
1954 Neubau des Postgebäudes.
1955 Referendum über ein Saarstatut. Eingliederung des Saarlandes als 10. Bundesland in die BRD.
26. August 1955 Der Gemeinderat beschließt einstimmig das Wappen der Gemeinde Dudweiler künftig ohne Schildrand zu führen.
13. Mai 1956 Gemeinderatswahlen.
23. Oktober 1956 – 22. Oktober 1966 Bürgermeister Hermann Mühlenberg Literatur: Saam/Schabert, Die Dudweiler Bürgermeister 1813 – 1992, DGW, Band 3, 1994, S. 6 ff.
27. Januar 1957 Bundespräsident Prof. Dr. Theodor Heuss zu Besuch in Dudweiler.
21.Juni 1957 Konsekration der Pfarrkirche St. Bonifatius am oberen Hofweg.
1957 Bau der Grund‑ und Hauptschule Herrensohr (Theodor‑Heuss‑Schule).
20. Juli 1958 Konsekration der Pfarrkirche St. Barbara auf dem Pfaffenkopf. Künstlerisch gestaltete Fenster von Gabriele Loire, Chartres.
1958 Bau der 18-klassigen Grund‑ und Hauptschule (Albert‑Schweitzer‑Schule).
1958 Neugestaltung des alten Marktplatzes mit Omnibushaltebuchten und Parkplätzen. Stilllegung der schienengebundenen Straßenbahn in Dudweiler und Einsatz von Linienomnibussen der Straßenbahngesellschaft im Saartal.
15. Mai 1960 Gemeinderatswahlen.
1960 Bau eines Feuerwehrgerätehauses mit Räumen für das Deutsche Rote Kreuz.
15. Dezember 1960 Einweihung der Theodor‑Heuss‑Schule in Herrensohr.
12. April 1961 Einweihung der Albert‑Schweitzer‑Schule in Dudweiler-Süd.
1962 Errichtung der ersten Wohnhochhäuser „Am Gehlenberg“.
12. September 1962 Der Minister des Innern verleiht der Gemeinde Dudweiler das Recht, die Bezeichnung Stadt zu führen.
17. Mai 1963 Mit der Geburt des Thomas Dudo Zimmer hat Dudweiler 30.000 Einwohner.
28.Juni1964 Städtepartnerschaft mit der Stadt St. Avold (Lothringen).
1964 Wahl des Stadtrats.
1965 Bau eines Polizeigebäudes an der Beethovenstraße.
8 August 1965 Dechant Geistlicher Rat h. c. Wilhelm Kehr wird zum Ehrenbürger von Dudweiler ernannt. Literatur: Arend, Ehrenbürger der Stadt Dudweiler, DGW, Band 9, 2006, S. 5
25. September 1966 Pfarrer Carl-August Hertel wird zum Ehrenbürger von Dudweiler ernannt. Literatur: Saam/Schabert, Die Dudweiler Bürgermeister 1813 – 1992, DGW, Band 3, 1994, S. 6 ff.
23. Oktober 1966 – 31.12.1973 Bürgermeister Adolf Barth Literatur: Saam/Schabert, Die Dudweiler Bürgermeister 1813 – 1992, DGW, Band 3, 1994, S. 6 ff.
1966 Bau eines Marktbrunnens. Neubau der zentralen Elektro‑Umspannstation. Neubau Stadtwerke. Neubau Stadtbücherei am Marktplatz.
9. Februar 1967 Fabrikant Heinrich Jenewein wird zum Ehrenbürger von Dudweiler ernannt. Literatur: Arend, Ehrenbürger der Stadt Dudweiler, DGW, Band 9, 2006, S. 5
21. Mai 1967 Einweihung der Heilig‑Geist‑Kirche mit evangelischem Gemeindezentrum (Dietrich-Bonhoeffer-Haus) in Dudweiler-Süd.
1968 Bau einer Sporthalle für den TUS Herrensohr. Neubau des St.‑Josefs‑Krankenhauses.
19. Januar 1968 Einweihung des Büchereigebäudes mit Sitzungssaal am Markt.
2. Februar 1968 Tod es Ehrenbürgers der Stadt Dudweiler Heinrich Jenewein.
20. Oktober 1968 Stadtratswahl.
1968/1969 Umbau des Freibads (3 Becken mit Vorwärmanlage).
10. Mai 1969 Einweihung des umgebauten Freibads.
26. September 1969 Patenschaft zwischen der Stadt Dudweiler und dem Fallschirmjägerbataillon 262, Oberbexbach.
1969 Autobahnzubringer an der Beethovenstraße fertig gestellt.
Mai 1970 Bundeskanzler Willy Brandt in Dudweiler. Ehrung des Dudweiler Komponisten Heinrich Konietzny.
27.‑29. Juni 1970 200. Jahrestag des Besuchs von Johann Wolfgang von Goethe in Dudweiler begangen.
Juli 1970 Zwei Dudweiler Bürger, Ferdi Behles (CDU) und Hermann Schon (SPD), im Landtag. Neuer Kindergarten der Pfarrgemeinde St. Bonifatius am Guckelsberg fertig gestellt.
30. August 1970 Neuer Kindergarten der Pfarrgemeinde St. Bonifatius eingeweiht.
August 1970 Minigolfanlage im Wiesental fertig gestellt.
Dezember 1970 Freigabe der Querverbindung zur Sulzbachtalstraße und der Bahnhofstraße.
2. September 1971 Staatl. Gymnasium Dudweiler feierlich seiner Bestimmung übergeben.
September 1971 Neues Postgebäude in der Saarbrücker Straße.
Oktober 1971 Freigabe eines weiteren Stücks des Autobahnzubringers durch den Innenminister Ludwig Schnur.
14. September 1971 Neuer städtischer Kindergarten in der Rehbachstraße . Dezember 1971 Der Stadt wurde von dem Minister für Kultus, Unterricht und Volksbildung die Genehmigung zum Bau einer Hauptschule gegeben.
1. März 1972 Dechant Kehr, Ehrenbürger der Stadt Dudweiler, verstorben.
September 1972 Neubau einer 15klassigen Hauptschule ‑ Mühlenschule ‑ mit zahlreichen Funktionsräumen. St. Marien wird renoviert.
Januar 1973 Camphauser Straße für den Verkehr freigegeben.
September 1973 Neue Hauptschule "Mühlenschule" in Dudweiler eingeweiht.
Oktober 1973 Älteste Schule Dudweilers, Marktschule, wird abgerissen.
28. November 1973 Über 4.000 Bürger demonstrieren für die Selbständigkeit von Dudweiler in Saarbrücken. Nach einem Marsch vom Bahnhof zum Landtag wird eine Petition mit 15.000 Unterschriften gegen die Eingemeindung dem Landtagspräsidenten übergeben.
12. Dezember 1973 Neuer städtischer Kindergarten auf dem Pfaffenkopf eingeweiht.
1973 Bau des Sportzentrums im Wiesental mit 50‑m‑Hallenbad begonnen.
1. Januar 1974 Die Stadt Dudweiler wird durch die kommunale Gebiets‑ und Verwaltungsreform aufgelöst und gem. § 133a des Kommunalselbstverwaltungsgesetzes zum Stadtbezirk in der neu zu gliedernden Landeshauptstadt Saarbrücken erklärt. Stadtoberamtsrat Friedrich Kalmes wird mit der Wahrnehmung der Geschäfte der Bezirksverwaltung beauftragt. Stellvertreter ist Stadtamtsrat Hermann Schon (MdL).
April 1974 Der neu gewählte Bezirksrat Dudweiler zählt 15 Mitglieder: 7 SPD, 7 CDU, 1 FDP. Realschule in Aufbauform in Dudweiler in den Räumen der Mühlenschule errichtet.
10.Juni1974 Konstituierende Sitzung des 15 Mitglieder zählenden Bezirksrats Dudweiler.
26. September 1974 Auf Vorschlag des Oberbürgermeisters werden mit Zustimmung des Stadtrats Saarbrücken Stadtoberamtsrat Hermann Schon die Aufgaben des Bezirksbürgermeisters übertragen. Einführung durch den Beigeordneten der Landeshauptstadt Saarbrücken Franz Roth.
26. September 1974 – 31. Januar 1993 Bezirksbürgermeister Hermann Schon Literatur: Saam/Schabert, Die Dudweiler Bürgermeister 1813 – 1992, DGW, Band 3, 1994, S. 6 ff.
1974 Bau einer städtischen Sporthalle mit 17 x 36 m auf dem Kitten.
20. Mai 1975 Der Stadtrat Saarbrücken beschließt Satzung und Aufgabenkatalog für den Stadtbezirk Dudweiler, zu dem auch Scheidt und Jägersfreude gehören..
30. November 1975 Einweihung des renovierten Oberlinhauses an der Christuskirche der Evangelischen Kirchengemeinde Dudweiler.
Dezember 1975 Tierbachstraße dem Verkehr freigegeben.
Februar 1976 Erweiterte Mühlenschule übergeben.
8. April 1976 Ehrenbürger von Dudweiler, Pfarrer C. A. Hertel, nach Verkehrsunfall verstorben.
6. Dezember 1976 Neuer städtischer Kindergarten Herrensohr übergeben.
1. bis 10. Juli 1977 1.000‑Jahr‑Feier in Dudweiler. |
Zeittafel
